22. November 2021 / 08:13 Uhr

96-Legende Schatzschneider wehrt sich gegen Kritik: "Ich will nur nicht absteigen"

96-Legende Schatzschneider wehrt sich gegen Kritik: "Ich will nur nicht absteigen"

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse

Dieter Schatzschneider ist für seine Kritik heftig kritisiert worden.
Dieter Schatzschneider ist für seine Kritik heftig kritisiert worden. © Florian Petrow
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Für seine Aussagen beim NP-Anstoß ist Dieter Schatzschneider stark kritisiert worden. "Ich habe den Rauswurf des Trainers nicht gefordert", wehrt sich die 96-Legende. "Ich will nur nicht absteigen und nicht erst im Nachhinein mit den Wölfen heulen, sondern rechtzeitig vorher warnen."

Nun ist es passiert. „Gut so“, sagt Dieter Schatzschneider, „ich habe Simon auch schon gratuliert.“ Per Whatsapp richtete er dem neuen Rekordtorschützen der 2. Liga am Sonntagbormittag aus: „Herzlichen Glückwunsch. Schön, dass du es endlich geschafft hast.“

Vier Spiele blieb der Schalker nach Einstellung der Schatzschneider-Bestmarke von 153 Treffern torlos. Am Samstagabend erzielte Terodde die 1:0-Führung in Bremen – Tor Nummer 154. „Für Simon freut es mich, dass er sein Tor gemacht hat und die Diskussionen aufhören“, meint Schalke-Trainer Dimitrios Grammozis.

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Für Diskussionen sorgte auch die Kritik von Schatzschneider beim NP-Talk mit Ex-Stürmer Martin Harnik am vergangenen Donnerstag. Sky plusterte die vermeintlichen Aussagen in der Liveberichterstattung vom Paderborn-Spiel geradezu penetrant auf. „Ich habe den Rauswurf des Trainers nicht gefordert und auch keine Namen genannt“, stellt Schatzschneider klar. „Mir ist auch egal, wer Trainer ist. Ich will nur nicht absteigen.“

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Schatzschneider bietet Angriffsfläche

Der Ex-Profi, der beim HSV und auf Schalke gestürmt hat, „weiß, dass ich polarisiere. Aber mir geht’s dabei immer nur um 96, der Verein liegt mir am Herzen.“ Der 63-Jährige erklärt: „Man muss sich klarmachen, was ein Abstieg bedeuten würde. Die Einnahmen würden einbrechen, viele Arbeitsplätze gehen verloren.“ Die Gefahr ist real. Hätte Kiel in Heidenheim nicht noch das zweite Tor kassiert, stünde 96 jetzt bereits auf dem Relegationsplatz.

Angriffsfläche bietet Schatzschneider, weil er als Scout bei 96 angestellt ist. Daran störten sich immer mal wieder Trainer oder Manager. Eine Abmahnung habe er aber nie erhalten.

Der Ex-Stürmer erläutert noch seine Kritik. „Ich spüre, dass die Möglichkeiten nicht ausgereizt werden. In der Mannschaft steckt mehr. Das Potenzial wird nicht voll ausgeschöpft.“ Mit dieser Einschätzung ist Schatzschneider nicht allein. Verantwortlich dafür ist nun mal Trainer Jan Zimmermann.


Bilder vom 137. NP-Anstoß mit Martin Harnik

Bilder vom 137. NP-Anstoß mit Martin Harnik Zur Galerie
Bilder vom 137. NP-Anstoß mit Martin Harnik © Florian Petrow

Die beiden werden sicher keine Freunde mehr. „Das will ich auch nicht sein“, erklärt Schatzschneider. „Ich habe Angst, dass wir in der 3. Liga landen, und keiner sagt und macht was dagegen. Ich will nicht erst im Nachhinein mit den Wölfen heulen, sondern rechtzeitig vorher warnen.“

Er habe auch nichts gegen Hendrik Weydandt und Lukas Hinterseer. „Man muss mit ihnen jetzt viel arbeiten, damit sie treffen.“ Es komme darauf an, wie sie eingesetzt werden. Lob hat Schatzschneider auch zu verteilen. „Die Mannschaft ist fit“, der aus Paderborn gekommene neue Fitnesscoach Felix Sunkel mache gute Arbeit.

Beim 0:0 gegen Paderborn sah Schatzschneider gute Ansätze. „Das war eine aktive Mannschaft, mit Pressing und verbessertem Spielaufbau.“ Es wirke, meint Schatzschneider, „als habe sich die Mannschaft meine Kritik zu Herzen genommen“.