11. Februar 2022 / 08:02 Uhr

Bodenkämpfe statt Spielregie: Verschenkt 96 bei Mark Diemers das Potenzial?

Bodenkämpfe statt Spielregie: Verschenkt 96 bei Mark Diemers das Potenzial?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mark Diemers ist von Feyenoord Rotterdam an 96 ausgeliehen.
Mark Diemers ist von Feyenoord Rotterdam an 96 ausgeliehen. © IMAGO/Passion2Press
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96-Coach Dabrowski sieht in Mark Diemers "noch mehr Potenzial, um die Mannschaft weiterzuentwickeln". Allerdings verstrickt sich die Feyenoord-Leihgabe in Bodenkämpfe, statt Spielregie zu führen. Spielt der Niederländer auf der falschen Position?

Ein Jahr ist es her: Es war der 31. Januar 2021, als Mark Diemers traf. Ein 1:0 für Feyenoord gegen Eindhoven war das in seinem Lieblingsstadion De Kuip. Ein Pass in den Rückraum, Diemers hatte sich an die Strafraumgrenze geschlichen und schoss den Ball flach ins Tor. Ein typisches Spielmachertor aus dem Hinterhalt.

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Seitdem hat Diemers nicht mehr getroffen, er verletzte sich schwer am Knie. Seine Leihe bei Hannover 96 soll ihm helfen, auf die Beine zu kommen. Christoph Dabrowski sieht „ihn und seine Entwicklung positiv“. Nun fordert der 96-Trainer mehr: „In ihm sehe ich noch mehr Potenzial, um die Mannschaft weiterzuentwickeln.“

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Dazu muss der Trainer den Niederländer aber auch in Position bringen. Seine beste Zeit hatte er als offensiver Mittelfeldspieler und Mittelstürmer bei Fortuna Sittard, wo er in einer Saison sieben Tore schoss und sechs vorbereitete. Das defensive Mittelfeld scheint nicht die ideale Kampfzone für Diemers zu sein. In Heidenheim grätschte er am Rande des Platzverweises herum. Der Niederländer engagierte sich sehr, rieb sich aber in Bodenkämpfen auf, statt seine Stärke in der Spielregie zu suchen.

„In Heidenheim hat er versucht, da zu sein“, beschrieb Dabrowski die Leistung. Aber beim Versuch blieb es meistens. „Er hat dann im Lauf des Spiels leider nicht die nötigen Anspielstationen und Optionen gehabt“, so der Trainer. Was eine verbale Ohrfeige für alle vier offensiven Kräfte vor ihm darstellt. Sebastian Kerk, Linton Maina, Cedric Teuchert, Maximilian Beier und später Hendrik Weydandt – keiner machte dem Niederländer Anspielangebote.

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Ochs als Alternative für Dehm?

Diemers hatte genug damit zu schaffen, neben Dominik Kaiser die Gefahren im Zentrum zu löschen. Zugriff bekamen beide nicht, weil Heidenheim die 96-Schwäche auf dem Flügel nutzte, wo Jannik Dehm einen ganz schwachen Tag erwischt hatte. Heidenheim hätte über die Angriffe auf Dehms Seite zwei weitere Treffer erzielen müssen. Bei Dehm dürfte sich Dabrowski ebenfalls fragen, ob er den rechten Verteidiger gegen Darmstadt erneut aufstellt als Ersatz für Sei Muroya. Im Training hatte Philipp Ochs zwischenzeitlich hinten rechts verteidigt. Übrigens auch nicht die perfekte Position für Ochs.

Aber was lief schon perfekt oder ideal in dieser 96-Saison – mit Ausnahme des Pokalspiels gegen Gladbach? Diemers läuft jedenfalls viel, fast 13 Kilometer waren es in Heidenheim. Keine Spur von Ausdauerproblemen nach der Verletzung. „Mark Diemers ist ein guter Spieler, der topfit ist, keine Probleme hat mit seinem Knie“, sagt Dabrowski. Der Trainer ordnete an, „an Hauptbelastungstagen sein Pensum zu reduzieren, weil wir ihn am Wochenende in Topverfassung brauchen“. Und das möglichst auf seiner Topposition.

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