17. Januar 2022 / 08:12 Uhr

"Nur das Ergebnis zählt": 96 hakt Rostock-Auftritt ab, voller Fokus auf Pokal

"Nur das Ergebnis zählt": 96 hakt Rostock-Auftritt ab, voller Fokus auf Pokal

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Es war eine eher trübe Darbietung, die auch 96-Sportchef Marcus Mann in Rostock zu sehen bekam. Aber das Ergebnis stimmte erneut.
Es war eine eher trübe Darbietung, die auch 96-Sportchef Marcus Mann in Rostock zu sehen bekam. Aber das Ergebnis stimmte erneut. © Florian Petrow
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Spielerische Fortschritte waren bei 96 auch in Rostock nicht zu erkennen. Aber die Quote von Coach Dabrowski stimmt - und "in unserer Situation zählt nur das Ergebnis", so Sportchef Marcus Mann. Das gilt erst recht für den Pokal, wo es am Mittwoch gegen Gladbach geht.

Irgendetwas muss Christoph Dabrowski richtig machen. Vier Spiele, drei Siege – der Trainer ist „mehr als im Soll“, lobt 96-Sportchef Marcus Mann und weiß: „In unserer Situation zählt nur das Ergebnis.“ Dabrowski kommt nach dem 1:0-Sieg in Rostock auf einen Schnitt von 2,25 Punkten pro Spiel. Hochgerechnet auf 34 Saisonpartien wären das 76 Punkte – und der sichere Aufstieg. Wer nun aber den Beginn des Fußballfrühlings in Hannover ausrufen will, der sollte sich noch mal in Ruhe die trüben 90 Minuten aus dem Ostseestadion anschauen.

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Besser wäre dabei, die ersten 45 Minuten komplett vorzuspulen. Die erste Hälfte war ein Desaster, bevor Dabrowskis Rettungsengel Linton Maina auch beim dritten Erfolg des neuen Trainers das entscheidende Tor erzielte. Mit einer Einzelaktion, eingeladen von einem Rostocker per Fehlpass.

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Keine Frage, da passt noch zu vieles nicht bei 96. „Wir müssen das eigene Spiel besser durchbringen und uns weiterentwickeln, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, Spiele zu gewinnen“, fordert Mann. Denn das ist die Kehrseite der schönen Siegquote – spielerische Fortschritte waren kaum zu erkennen. In Halbzeit eins hat der womöglich zu komplizierte Matchplan „nicht richtig funktioniert“, gibt Mann zu. Die Umstellung und Reaktion auf das Rostocker Pressing habe „zu lange gedauert“. 96 konnte so froh sein, nicht in Rückstand geraten zu sein.

Zweites Problem – „alle Offensivspieler haben sich zu schnell den Schneid abkaufen lassen“, analysiert der Manager. „Sie müssen sich wegbewegen von den Gegenspielern und nicht immer gleich greifbar sein.“

Fürs Erste zufrieden mit den Neuen Diemers und Teuchert

So hatte auch der von Union Berlin aus der Bundesliga gewechselte Cedric Teuchert „nicht die eine Aktion“, die 96 geholfen hätte. Mit Mark Diemers sah der Sportchef die zweite Januarverpflichtung „solange die Kräfte reichten, als Spieler, der das Spiel ordnen und an sich reißen kann“. Aber Mann meint, dass Diemers „zehn, 15 Meter weiter vorn“ wirkungsvoller wäre. Seinen Transfers stellt der Manager ein gutes Zeugnis aus. „Die beiden Neuen standen in der Startelf und wir haben gewonnen“, das sei fürs Erste in Ordnung.

Viel mehr Rückblick will sich auch 96-Boss Martin Kind nach dem eher enttäuschenden Auftritt in Rostock nicht antun. „Das Ergebnis zählt, alles andere ist abgehakt, jetzt konzentrieren wir uns auf den Pokal.“ Am Mittwoch gegen Mönchengladbach, „da hat die Mannschaft keinen Druck“, sagt Kind. „Sie können das Spiel mit voller Motivation entspannt angehen.“


Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Zumal es sich lohnen kann. Etwa die Hälfte des TV-Geldes von gut 500 000 Euro bekommt die Mannschaft als Prämie – wenn sie gewinnt. Bei der Verhandlung mit dem Mannschaftsrat ging 96 noch davon aus, das Stadion voll auslasten zu dürfen – mit dann entsprechend höherer Einnahme. „Wir sind sicher nicht der Favorit“, warnt Mann. „Gladbach gehört mit dem Kader ins erste Drittel der 1. Liga, sie haben eine Wahnsinnsqualität.“

Die bringen die Borussen aber zurzeit nicht auf den Platz, auch zu sehen beim 1:2 gegen Leverkusen am Samstag. Mann hofft, „ausnutzen zu können, warum es nicht so läuft, auch wenn unsere Chance klein ist“. Dazu müssten jedoch „viele Dinge für uns laufen“. Zur Kampfansage gehört auch Manns Einordnung: „Die Größeren haben immer mehr zu verlieren.“ Und besonders gut für 96 – im Pokal zählt sowieso nur das Ergebnis.