04. November 2020 / 07:13 Uhr

Hult verletzt, Muroya schwach: Baut 96-Coach Kocak erneut auf Philipp Ochs?

Hult verletzt, Muroya schwach: Baut 96-Coach Kocak erneut auf Philipp Ochs?

Jonas Szemkus
 und Dirk Tietenberg 
RedaktionsNetzwerk Deutschland
96-Trainer Kenan Kocak (rechts) könnte gegen Erzgebirge Aue links hinten wieder auf Philipp Ochs setzen.
96-Trainer Kenan Kocak (rechts) könnte gegen Erzgebirge Aue links hinten wieder auf Philipp Ochs setzen. © Swen Pförtner/dpa
Anzeige

Wegen einer Oberschenkelverletzung musste Niklas Hult in Fürth passen, Sei Muroya wechselte die Seite und verteidigte links hinten für Hannover 96. Das funktionierte nicht gut. Und weil Hult nach wie vor nicht mit der Mannschaft trainiert, könnte Trainer Kenan Kocak am Samstag gegen Aue wieder auf Philipp Ochs setzen.

Anzeige

Radtour statt Torschuss. Zehn Profis von Hannover 96 nutzten am Dienstag das Angebot, die anderen legten sich im Stadion auf die Gymnastikmatte. Der Trainingsplatz blieb frei. Eigentlich Zeit für Niklas Hult, einen Gang raufzuschalten. Der 30-Jährige hatte sich vergangene Woche am Oberschenkel verletzt, fehlte dann in Fürth.

Anzeige

Auch fürs Spiel am Samstag wird es eng: Hult hat noch nicht wieder mit Ball trainiert, obwohl am Dienstag die Gelegenheit gewesen wäre, sich fürs Mannschaftstraining einzuspielen. Wie es aussieht, muss 96-Trainer Kenan Kocak am Samstag gegen Erzgebirge Aue wieder ein krummes linkes Ding drehen.

Mehr über Hannover 96

Die Fürth-Variante Sei Muroya ist die falsche Lösung gewesen. Der Japaner spielte wie verkehrt gepolt auf der ungewohnten linken Abwehrseite. Die Fürther nutzten die Schwächen auf den Außenbahnen aus – mit Muroya links und Kingsley Schindler rechts. „Die haben uns ausfiletiert bis zur Grundlinie", sagte Manager Gerhard Zuber. „Die haben uns an die Wand gespielt und waren in allen Belangen überlegen.“

Kaum Gegenwehr von Muroya und Muslija

Zweikämpfe gewann Muroya selten – zwei von drei verlor er. Dabei ist das eine Disziplin, in der Muroya normalerweise glänzen sollte. Nur die Zweikampfbilanz von Jaka Bijol (80 Prozent verloren) war noch schlechter. Fürth hatte wenig Gegenwehr von Muroya im Zusammenspiel mit Florent Muslija erwartet. So wurde der japanische Nationalspieler zum so genannten Zielspieler für die Fürther.

Hinten links wird Muroya vorerst nicht mehr spielen. Eher rechts, für den defensiv ebenfalls schwachen Schindler. So hatte Kocak eine Viertelstunde vor Schluss auch zuerst Schindler erlöst und Muroya auf die richtige, die rechte Seite gestellt. Nach dieser letzten, bereits dritten System-Umstellung auf eine Fünferkette wurde die Fürther Angriffsversuche stumpfer, und es fiel kein Treffer mehr. Fürth tat nicht mehr viel, Greuther führte bereits 4:1.

Ochs, Trainingsweltmeister und Musterschüler

Mit der Umstellung kam auch Philipp Ochs. Das linke ist auch nicht sein bestes Ding – eigentlich fühlt sich der 23-Jährige im Mittelfeld zu Hause. Aber in Zweikämpfe kann er sich reinbeißen, spielt immer fleißig, als Typ Trainingsweltmeister und Musterschüler für jeden Trainer. Seine bisher letzte Chance im Mittelfeld bekam er im Pokal in Würzburg (3:2). In der Saisonvorbereitung hatte Ochs als Linksverteidiger aushelfen müssen, auch das qualifiziert ihn für einen Startelf-Einsatz gegen Aue.

In Fürth rächte es sich zum ersten Mal, dass 96 den Kader mit nur zwei gelernten Außenverteidiger besetzte. Schindler und Ochs sind nur Aushilfsfachkräfte. Aber einer muss es machen, wenn Hult nicht spielen, sondern nur Rad fahren kann.