14. Oktober 2020 / 06:55 Uhr

"Fühle mich soweit okay": Linton Maina will mit 96 in Paderborn wieder angreifen

"Fühle mich soweit okay": Linton Maina will mit 96 in Paderborn wieder angreifen

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Linton Maina soll in Paderborn wieder für Wirbel auf dem Flügel sorgen.
Linton Maina soll in Paderborn wieder für Wirbel auf dem Flügel sorgen. © imago images/Noah Wedel
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Linton Maina hat laut transfermarkt.de den höchsten Marktwert in der 2. Bundesliga. Auch für Hannover 96 ist der Flügelflitzer sehr wertvoll, weshalb er im Sommer auch nicht an Wolfsburg abgegeben wurde. Der deutschen U21 musste er wegen Rückenproblemen absagen, doch in Paderborn will er wieder wirbeln.

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„Ich sehe uns von den Einzelspielern her oben dabei, ganz klar.“ Das sagt der Spieler von Hannover 96, der in der Wertschöpfungskette der 2. Bundesliga ganz oben steht: Linton Maina, laut transfermarkt.de die wertvollste Aktie auf dem Markt. Ob Maina nicht nur der wertvollste, sondern bereits der wichtigste Profi für den Aufstieg sein kann, darüber lässt sich diskutieren. Ein Kandidat für die Startelf ist Maina immer, auch vor dem Spiel in Paderborn am Sonntag, trotz erneuter Verletzung.

Diesmal war es der Rücken, der Maina davon abhielt, zur U21-Nationalmannschaft zu fahren. Zum vierten Mal musste er eine Nominierung von DFB-Trainer Stefan Kuntz absagen. „Es wäre nicht gescheit, ihn zur U21 zu schicken“, sagte 96-Sportdirektor Gerhard Zuber. Weil sich Maina wegen eines groben Fouls des Uerdingers Fridolin Wagner schwerer am Unterschenkel verletzt hatte, verpasste er weite Teile der Vorbereitung. „Er hat noch Rückstand“, erklärte Zuber.

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Dafür hat Maina jetzt einen Vorsprung, weil er früher bei 96 im Mannschaftstraining ist. Trotzdem: „Es ist extrem bitter, dass es wieder nicht geklappt hat“, sagt Maina. „Ich wäre sehr gerne dabei gewesen, hatte auch mit einigen der Jungs und mit dem Trainer Kontakt. Er hofft nun, „dass ich noch eine Gelegenheit dafür erhalten werde“. Trainer Kuntz hat versprochen, dass Maina auf dem Zettel bleibt.

Kocak plant Mainas Tempo fest ein

Am Montag trainierte er bei 96 zum Teil mit, am Dienstag testete Trainer Kenan Kocak die Belastbarkeit des Stürmers. „Wir werden sehen, wie der Körper darauf reagiert“, sagte Kocak. Maina selbst fühlte sich „soweit okay, und ich hoffe, das bleibt so.“

Der Trainer plant Mainas Tempo fest ein. Zumal bei Patrick Twumasi, der ebenfalls über Geschwindigkeit kommen sollte, der 96-Mannschaft aktuell nicht helfen kann. Sein Fitnessrückstand ist größer als befürchtet. Da ist Maina, der Ausgleichsschütze aus dem 4:1 im Derby, wesentlich näher dran an der Topform.

Mit zwei Treffern in drei Ligaspielen sammelte Maina Pluspunkte. Und man versteht, warum Wolfsburg ihn für die Bundesliga holen wollte. Drei Millionen Euro war der VfL bereit zu zahlen, weil Maina nicht nur gut spielt, sondern zu häufig verletzt fehlt. 96 hätte noch im Juli fünf Millionen genommen. Aus heutiger Sicht lässt sich mutmaßen: Gut, dass Hannover auf den Deal nicht eingegangen ist. Maina hat einen Vertrag bis 2022 – und er will mit 96 aufsteigen.

Großes Ziel ist die Nationalmannschaft

Bundesliga. Die oberste Etage ist eine Voraussetzung dafür, dass Maina seinen Traum verwirklichen kann. Der Berliner Junge, der als Kind in der regionalen Auswahl als zu langsam für den Angriff galt und deshalb ins defensive Mittelfeld gestellt wurde, will Nationalspieler bei den Männern werden. „Da möchte er mit seinem Talent natürlich hin“, sagt 96-Manager Zuber.

Bis dahin braucht Maina Konstanz und mehr Tore. Zwei Treffer pro Saison, mehr waren es bisher nie für ihn in seiner Profikarriere. Diese Quote wird er in dieser Saison sicher überbieten. Für Hannover 96 kann ein gesunder Maina jedenfalls noch Gold wert sein.