04. März 2021 / 17:45 Uhr

"Es gab Gespräche": Konstantin Rausch spricht im NP-Anstoß über geplatzte 96-Rückkehr

"Es gab Gespräche": Konstantin Rausch spricht im NP-Anstoß über geplatzte 96-Rückkehr

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ex-96er Konstantin Rausch war beim 130. NP-Anstoß zugeschaltet.
Ex-96er Konstantin Rausch war beim 130. NP-Anstoß zugeschaltet. © Florian Petrow
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Worum geht's für Hannover 96 in dieser Saison noch - und was muss besser werden? Darüber diskutierte Moderator Christoph Dannowski im Kulttalk der Neuen Presse, dem Anstoß, unter anderem mit dem langjährigen 96-Profi Konstantin Rausch - der übrigens gern zu den Roten zurückgekehrt wäre.

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Es hat zunächst nur ein wenig gerauscht. Ein früherer Held aus 96-Europazeiten hatte sich angekündigt für den 130. NP-Anstoß. Konstantin Rausch (30) bekam aber keine App-Verbindung hin. „Es kam spontan, dass ich ins Ausland musste, aufgrund eines Angebots“, verriet er, ohne bestätigen zu wollen, in welchem Land er gerade ist. Er soll sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufhalten. Europa war seine 96-Spielwiese, trotz Vertragsverhandlungen schaltete er sich per Telefon zu – und gestand 96 seine Liebe. 

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Fast wäre er wieder bei seinem Herzensklub reingerauscht. „96 liegt mir am Herzen, das weiß jeder“, erklärte Rausch. Es gibt „für mich in Deutschland nichts anderes als Hannover“. Er verriet: „Es gab Gespräche. Ich hatte den Wunsch, habe alle Kraft reingesteckt. Am Ende des Tages hat es nicht geklappt. Ich liebe diesen Verein – und hätte es von Herzen gerne getan.“

Re-LIVE: der 130. NP-Anstoß

SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Willeke hat „auch tolle Erinnerungen an Kocka, seine Vorlage in Sevilla für Moa Abdellaoue“, aber „es ist schwierig, solche Zeiten aufzuwärmen, vielleicht sind neue Wege besser“. Rausch würde „für 96 sein letztes Hemd geben“, versichert Schatzschneider. „Es war ein Versuch, es hat nicht geklappt.“ Die Stürmer-Ikone hatte sich für Rausch starkgemacht und wünscht ihm nun „alles Gute“. 

Rausch achtet auf die Tendenz

Bei Hannover 96 ist – ohne Rausch – auch nicht alles gut. Das Spiel „gegen Fürth hat mir gut gefallen, das ist mein Ziel, dass wir das Niveau von Fürth im nächsten Jahr erreichen können“, sagt Schatzschneider. Noch war Fürth beim 2:2 „eine Klasse besser“, fand Willeke.

In diesem Jahr immer noch „nicht zu entschuldigen“ war die 2:3-Pleite in Überzahl in Düsseldorf, „das hat die letzten Chancen zerstört“, fand Willeke. „Immer, wenn es drauf ankommt“, stöhnte Schatzschneider, „das ist unser größtes Manko.“ Rausch gab der Stürmerlegende recht: „Hannover hat in dieser Saison zu viele Chancen vergeben.“ 

Der frühere russische Nationalspieler hat die letzten zehn 96-Spiele gesehen, um sich auf den eventuellen Job vorzubereiten. „Ich achte dabei auf die Tendenz, die Art und Weise. Die letzten zehn Spiele sind ungefähr so, wo 96 jetzt steht.“ Nämlich auf Platz acht der 2. Liga. Rauschs Aufstiegstipp kam überraschend: „Der HSV schafft es nicht, das meine ich zu wissen, es ist zum falschen Zeitpunkt zu viel Druck“, glaubt der frühere linke Flügelspieler.

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Ob 96 die Mentalität von Rausch gebraucht hätte? Schatzschneider hatte ihn mehr oder weniger empfohlen. Also müssen andere die Mannschaft führen. „Mike Frantz ist ein Leader“, weiß Schatzschneider. „Es wäre schön, wenn wir mit ihm eine Siegesserie hinbekommen und an Platz drei rankommen.“ Das wäre eher ein Fall für die kommende Saison, in der 96 sparen muss. „Nicht das Geld steigt auf, sondern die Mannschaft, die zusammenhält“ , sagt der frühere Stürmer. Willeke würde bis dahin gleich „das ganze Mittelfeld austauschen“. 

Schatzschneider grüßte bei der Gelegenheit „den Trainer, der guckt das hier ja immer“. Rausch bekam Kenan Kocak bekanntermaßen auf dem Platz nicht zu Gesicht. Aber der Trainer hat ihn nun gehört – einen Spieler, der den Klub liebt. Ein herzliches Grundrauschen aus den Emiraten.