03. April 2022 / 15:26 Uhr

Der Anfang vom Ende? Darum war kein Platz mehr im 96-Kader für Lukas Hinterseer

Der Anfang vom Ende? Darum war kein Platz mehr im 96-Kader für Lukas Hinterseer

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Für ihn war gegen Regensburg kein Platz im Kader von Hannover 96: Lukas Hinterseer.
Für ihn war gegen Regensburg kein Platz im Kader von Hannover 96: Lukas Hinterseer. © Florian Petrow
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Der Trainingskrach war laut 96-Coach Dabrowski nicht der Grund, weshalb es für Routinier Hinterseer keinen Platz im Spieltagskader gab. Es sei vielmehr eine Entscheidung pro Doumbouya und Gudra gewesen. Eine vorzeitige Trennung im Sommer? Nicht ausgeschlossen.

Kein Corona, keine gesundheitlichen Gründe und auch kein disziplinarisches Mittel – trotzdem wurde Lukas Hinterseer gegen Regensburg aus dem Spieltagskader gestrichen. Für den Torlosstürmer ein neuer Tiefpunkt seiner ohnehin enttäuschenden 96-Zeit. Die wahre Sprengkraft steckt im Detail. „Das war keine Entscheidung gegen einen Spieler, sondern eine Entscheidung für die anderen Spieler, die im Kader waren“, erläuterte 96-Coach Christoph Dabrowski.

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Heißt: Zwei U23-Stürmer haben Hinterseer im internen Ranking überholt, statt des 31-Jährigen standen Moussa Doumbouya (24) und Mick Gudra (21) im Kader. Ein sehr deutliches Zeichen an Sturmroutinier Hinterseer. Denn während Doumbouya sogar als Joker reinkam, sich mühte, dabei aber etwas übermotiviert schien, hat Gudra nahezu keine Einsatzchance und weiterhin null Profiminuten in dieser Saison.

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Nach dem Wechsel im Sommer hätte Hinterseer Anführer und Torgarant sein sollen. Die Vita stimmt: 50 Tore in 142 Zweitligaspielen für Ingolstadt, Bochum und den HSV. Doch nach der Zeit in Südkorea sorgte Hinterseer in Hannover zuletzt nicht für Torgefahr, sondern für Unruhe.

Der Trainingsfrust eine Woche vorm Regensburg-Spiel war der traurige Höhepunkt: Nach dem heftigen Tritt gegen Tim Walbrecht brach Dabrowski das Training ab, eine Geldstrafe war die Folge. Hinterseer hat Kredit verspielt. Die Streichung aus dem Regensburg-Kader habe zwar „nichts mit der Situation vor der letzten Woche zu tun“, sagt Dabrowski. Das macht die Entscheidung aber nur noch bitterer für den Ösi-Stürmer. 

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Vorzeitige Trennung nicht ausgeschlossen

Denn sie zeigt: Nach Ansicht des Trainers hilft Hinterseer 96 gerade nicht weiter, der Coach setzt lieber auf zwei unerfahrene Talente. Nach 13 Einsätzen ohne Treffer und mageren zwei Vorlagen in mehr als 1000 Spielminuten scheint Dabrowskis Geduld erschöpft, auch wenn der Trainer sagt: „Die Jungs, die nicht im Kader waren, haben die Möglichkeit, sich in der nächsten Trainingswoche wieder in eine Situation zu bringen, wieder dabei zu sein.“

Sportdirektor Marcus Mann will sich zu einzelnen Kaderentscheidungen zwar nicht äußern, das sei Sache des Trainers. Aber auch er nimmt Hinterseer erst mal in Schutz: „Ich glaube, in der jetzigen Situation sollten wir keinen Spieler abschreiben. Auch ihn nicht.“ Nette Worte, die 96-Zukunft des Stürmers über den Sommer hinaus ist trotzdem unsicher. Der Vertrag läuft bis 2023, eine vorzeitige Trennung ist aber nicht ausgeschlossen. Vielleicht würde es beiden Seiten guttun.

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