11. November 2019 / 09:52 Uhr

Nach nächstem Schock-Auftritt: 96-Manager Schlaudraff bittet Mannschaft zum Rapport

Nach nächstem Schock-Auftritt: 96-Manager Schlaudraff bittet Mannschaft zum Rapport

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bittet die Mannschaft zum Krisengespräch: 96-Manager Jan Schlaudraff.
Bittet die Mannschaft zum Krisengespräch: 96-Manager Jan Schlaudraff. © Florian Petrow / imago images
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Das Interimstrainer-Duo Asif Saric und Lars Barlemann nimmt 96-Sportdirektor Jan Schlaudraff nach dem desaströsen 0:4 in Heidenheim aus der Schusslinie. Stattdessen steht das Team in der Verantwortung, ein Krisengespräch in der anstehenden Ländespielpause ist geplant.

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Es ist natürlich eine fiese Frage. „Welchen Trainer hätten Sie denn gern?“ 96-Torwart Ron-Robert Zieler parierte die Frage viel lockerer als die vier Gegentreffer in Heidenheim zuvor. Beim unsortierten Trainer-wünsch-dir-was in Heidenheim hatte eine unsortierte und (fast) führungslose 96-Mannschaft jede Initiative dem Gegner überlassen. 0:4 – ein Desaster unter dem Profidebüt der Interimstrainer Asif Saric und Lars Barlemann nach der Entlassung von Mirko Slomka.

Auf dem Platz fühlte sich spielerisch kein Profi zuständig, ein unverantwortlicher Auftritt des Absteigers. Den beiden Interimstrainern etwas vorzuwerfen, „halte ich für unfair und falsch“, sagte Sportdirektor Jan Schlaudraff nachher. „Das hat auch etwas mit Selbstverantwortung zu tun. Wenn man sich die Gegentore anguckt, ist es vollkommen egal, wer der Trainer ist.“

96 mit erschreckenden ersten 15 Minuten

Schockierend war dieses Erlebnis vor allem für die 450 Fans, die den mindestens siebenstündigen Rückweg aus dem Schwäbischen mit dem Zug schon angetreten hatten, bevor die geschlagenen Spieler zur Gästekurve schlichen.

Die Mannschaft hatte derartig mit Leidenschaft gespart, dass 96 nach einer Viertelstunde schon 0:4 hätte zurückliegen können. „Daraus müssen wir mehr machen“, sagte Heidenheims Coach Frank Schmidt. 96 bekam die wuchtigen Heidenheimer zwar nach einer Viertelstunde gebändigt, aber die Flügeltaktik im 4-4-2-System erwies sich ebenfalls als verkehrter Ansatz, weil die Verteidiger Patrick Mainka und Oliver Hüsing die Hereingaben wegköpften wie ein Schlagmann beim Baseball einen vorhersehbar geworfenen Flugball. 96-Hüne Hendrik Weydandt konnte sich nur einmal in der Luft gegen die Heidenheimer Riesen durchsetzen, köpfte aber drüber. Da lag 96 bereits hoffnungslos zurück.

Die Stimmen zum Spiel: 1. FC Heidenheim - Hannover 96

96-Interimstrainer <b>Asif Saric</b>: Nach dem 0:1 haben wir uns gut gefangen, hatten ein sehr gutes Positionsspiel, wir hatten fast alles im Griff. Heidenheim hat unsere Flanken sehr gut verteidigt. In der Halbzeit haben wir der Mannschaft Mut zugesprochen, darauf aufzubauen, noch konsequenter im 16er zu sein. Nach den zwei weiteren Gegentoren war es schwer für uns, zurückzukommen. Zur Galerie
96-Interimstrainer Asif Saric: "Nach dem 0:1 haben wir uns gut gefangen, hatten ein sehr gutes Positionsspiel, wir hatten fast alles im Griff. Heidenheim hat unsere Flanken sehr gut verteidigt. In der Halbzeit haben wir der Mannschaft Mut zugesprochen, darauf aufzubauen, noch konsequenter im 16er zu sein. Nach den zwei weiteren Gegentoren war es schwer für uns, zurückzukommen." ©
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Wieder zu viele Defensivaussetzer

Dem Torschock war nämlich schon der Rotschock von Marcel Franke gefolgt. Der 96-Verteidiger foulte im Strafraum, ohne Richtung Ball zu gehen. Dies hatte die Doppelbestrafung zur Folge: Elfer und 3:0 durch den ewigen Marc Schnatterer, Rot gegen Franke.

Die vielen Defensivaussetzer machen es unmöglich, zu null zu spielen. Beim 0:2 tappte 96 in eine (vom Trainer Schmidt) einstudierte Eckballfalle. Beim 0:4 in Unterzahl verloren Josip Elez und Miiko Albornoz in Überzahl die Orientierung gegen den Schützen Sebastan Griesbeck.

Einzelkritik: So waren die Spieler von Hannover 96 beim 1. FC Heidenheim in Form!

</b>Ron-Robert Zieler:</b> Ihm fliegen die Bälle aus naher Distanz um die Ohren. Verhindern kann er das kaum. Wirft sich in die Otto-Chance, damit stoppt auch die Heidenheimer Chancen-Flut, das hilft am Ende aber nicht. Verhindert, dass es noch schlimmer wird. Note: 4. Zur Galerie
Ron-Robert Zieler: Ihm fliegen die Bälle aus naher Distanz um die Ohren. Verhindern kann er das kaum. Wirft sich in die Otto-Chance, damit stoppt auch die Heidenheimer Chancen-Flut, das hilft am Ende aber nicht. Verhindert, dass es noch schlimmer wird. Note: 4. ©

Schlaudraff fordert "schnellstmöglich Stabilität"

Schlaudraff sagte nachher etwas Wichtiges: „Wir müssen zusehen, dass wir schnellstmöglich Stabilität kriegen.“ Dazu kündigte er ein Gespräch an, in der die Sportliche Leitung die Spieler an ihre Aufgaben erinnern soll. „Wir setzen uns zusammen, wie wir die nächsten Wochen angehen wollen“, sagte Schlaudraff. „Wir haben in der Länderspielpause Zeit.“

Die Lage in der Liga lässt 96 einen Punkt vor der Abstiegszone dastehen. „Brenzlig“ betitelte Saric die Situation. Hätten Saric und Barlemann die Mannschaft nicht anders einstellen können? „Sie haben alles gegeben“, sagte Schlaudraff. „Die beiden können am wenigsten dafür“, fügte Zieler hinzu. „Ein wenig Eigenverantwortung müssen die Spieler schon mitbringen.“ So denkt nicht nur der Torwart.

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Die Bilder zum Spiel von Hannover 96 beim 1. FC Heidenheim:

Hannovers  Spieler  Genki Haraguchi (von links), Emil Hansson ,Torwart Ron-Robert Zieler und Marvin Bakalorz sind nach der Niederlage enttäuscht.  Zur Galerie
Hannovers Spieler Genki Haraguchi (von links), Emil Hansson ,Torwart Ron-Robert Zieler und Marvin Bakalorz sind nach der Niederlage enttäuscht.  ©
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