13. Mai 2020 / 07:46 Uhr

Marc Stendera muss warten: Vertragsverlängerung bei Hannover 96 "ergebnisoffen"

Marc Stendera muss warten: Vertragsverlängerung bei Hannover 96 "ergebnisoffen"

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Marc Stendera weiß noch nicht, ob Hannover 96 die Zukunft mit ihm plant.
Marc Stendera weiß noch nicht, ob Hannover 96 die Zukunft mit ihm plant. © Florian Petrow
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Einer von den zwölf Verträgen, die bei Hannover 96 am 30. Juni auslaufen, ist der von Marc Stendera. Ob der Verein verlängern möchte, ist "ergebnisoffen", wie Profichef Martin Kind verrät. In Erinnerung ist vom Mittelfeldspieler bisher besonders sein aberkanntes Traumtor gegen Darmstadt 98.

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Wenn sich das Schaffen von Marc Stendera bei Hannover 96 in einer Szene zusammenfassen lässt, dann in dieser: Der 24-Jährige erzielt ein Traumtor, den vermeintlichen Ausgleich zum 2:2 im Heimspiel gegen Darmstadt.

Verlängerung ja oder nein?

Es wird jedoch ab­er­kannt, auch der Einspruch wird zweimal abgewiesen – mit dem epochalen Urteil des DFB-Richters Hans E. Lorenz: „Dieses sehenswerte Tor hätte 100 Jahre ge­golten, aber nicht mehr nach der Regeländerung“ vor der Saison. Der Schiedsrichter ist nicht mehr Luft, er hatte den Ball berührt.

So drohen Stendera zwar nicht 100 Jahre Einsamkeit, aber sein Schaffen bleibt unvollendet. Er belohnt sich nicht – und muss auf die Entscheidung warten, ob 96 mit ihm verlängern will. „Das ist ergebnisoffen“, erklärt 96-Chef Martin Kind.

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Stendera gehört zu den zwölf Spielern, deren Vertrag am Saisonende ausläuft. Eigentlich wäre ja in vier Tagen schon alles vorbei. Der ursprüngliche Plan sah den 34. und letzten Spieltag für den kommenden Sonntag vor. 96 sollte gegen Bochum antreten, dann noch eine Woche übers Dorf tingeln – und ab in den Urlaub.

Zwölf Verträge laufen aus

Dann wüssten Marc Stendera und die anderen elf Spieler, deren Verträge auslaufen, auch längst, ob 96 sie behalten möchte oder nicht. Unabhängig davon, dass sie sich womöglich sowieso anders orientieren wollen.

Aktuell haben alle Vereine aber dringendere Probleme. Vor allem geht’s darum, das Virus von der Mannschaft fernzuhalten. Am Dienstag gab’s das Ergebnis des Abstrichs vom Montag, auch Schiedsrichter Robert Schröder hatte sich in der HDI-Arena beteiligt.

„Alle Corona-Tests sind negativ“, freut sich 96-Chef Martin Kind. Damit könnte auch Stendera beim nächsten Spiel in Osnabrück eingesetzt werden. Wann das sein wird, hofft 96 heute einer in Videokonferenz der Zweitligisten zu erfahren.

Bilder vom Training von Hannover 96 (12. Mai)

Athletiktrainer Timo Rosenberg (rechts) lässt Niklas Tarnat nicht so einfach ziehen. Zur Galerie
Athletiktrainer Timo Rosenberg (rechts) lässt Niklas Tarnat nicht so einfach ziehen. ©

Vorerst gilt der 28. Juni als Saisonabschluss, zwei Tage bevor die zwölf Verträge enden – von John Guidetti, Jannes Horn, Cedric Teuchert, Hendrik Weydandt, Julian Korb, Miiko Albornoz, Matthias Ostrzolek, Sebastian Jung, Sebastian Soto, Marlon Sündermann, Marco Stefandl und eben Stendera.

Er wechselte auf den letzten Drücker Anfang September von Eintracht Frankfurt nach Hannover, zusammen mit dem bereits wieder verabschiedeten Dennis Aogo. Stendera hatte einerseits eine hoffnungsvolle Länderspielkarriere von der U17 bis zur U21 durchlaufen, aber auch zwei Kreuzbandrisse erlitten – im Sommer 2013 und 2016.

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Bei 96 wirkte er lange etwas zu gut genährt, bis er in der Winterpause die Ernährung umstellte. „Ich habe schon vier Kilo runterbekommen und hoffe, das beizubehalten“, erklärte er.

Zu einem Stammplatz hat ihm die Fastenkur aber nicht verholfen. Bei den letzten beiden wichtigen Siegen gegen Kiel (3:1) und in Nürnberg (3:0) saß er nur auf der Bank.

In der Hinrunde deutete Stendera als Spielmacher mit beiden Torvorlagen beim 2:0 in Dresden an, was möglich wäre. Seine Entwicklung beurteilen sie auch trotz der Rückschläge positiv. Stendera wirke stabil, so die Einschätzung. Er hat gute Chancen auf einen neuen 96-Vertrag – und auf Traumtore, die auch zählen.