16. Dezember 2021 / 17:56 Uhr

"Niemand ist zufrieden": 96-Kapitän Marcel Franke hat bei Dabrowski wieder Spaß

"Niemand ist zufrieden": 96-Kapitän Marcel Franke hat bei Dabrowski wieder Spaß

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Marcel Franke hat sein Lachen wiedergefunden.
Marcel Franke hat sein Lachen wiedergefunden. © imago images/R.Seidel Imagery
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Jetzt spricht der Kapitän: Marcel Franke hat in der Mannschaft bei Hannover 96 viel zu sagen. Er spricht über den neuen Spaß mit Trainer Christoph Dabrowski und wie er dem Bremer Kumpel und Ex-Kollegen Marvin Ducksch am Sonntag den Spaß verderben will. Marcel Franke über ...

... zwei Siege in Serie.

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Das gibt uns Selbstvertrauen. Gerade solche Spiele wie gegen Ingolstadt sind uns immer ein bisschen schwergefallen. Man hat vor allem in der ersten Hälfte gesehen, dass wir unsere fußballerische Struktur verbessert haben. Wir sind noch am Anfang, aber das kann Rückenwind geben gegen Bremen.

... den Bremer Stürmer und Ex-Kollegen Marvin Ducksch.

Wir treffen nicht nur auf Duckschi, auch auf Füllkrug und Bittencourt. Es macht Spaß, gegen solche Leute zu spielen. An der Offensive kann man sich messen. Duckschi ist ein spezieller Spieler. Er ist ein Freigeist, von dem du auch mal ein paar Minuten nichts siehst und dann kommt er aus dem Nichts zu einer Torchance. Ducksch und Fülle ergänzen sich gut, das wird nicht leicht. Aber es wird ein schönes Duell.

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... seine Taktik gegen Ducksch.

Er hat ein gutes Gespür, sich vom Gegenspieler wegzumachen. Er klebt nicht am Gegenspieler, die direkten Duelle mag er selber nicht. Du musst als Verteidiger gucken, dass du an ihm dran bist, ihm den Spaß nimmst. Da muss man sehr aufmerksam sein.

... die Veränderung unter Dabrowski.

In Karlsruhe haben wir uns eine Packung geholt (0:4), natürlich macht es mit zwei Siegen in Folge mehr Spaß. Wir haben mit Dabro und gerade mit den Co-Trainern an vielen Dingen gearbeitet, vor allem was die Struktur anging. Was den Spielaufbau angeht, haben wir was verändert. Da haben wir die Tore gut rausgespielt. Es ist noch Luft nach oben, aber die ersten Schritte sind gemacht. Gegen die großen Teams haben wir das zu Hause ja bisher immer gut gemacht.

... die fehlende Struktur bei Jan Zimmermann.

Es ist schwierig, das an irgendetwas festzumachen. Über Vergangenes zu reden, ist nicht mein Ding. Wir brauchen jetzt Punkte, und sollten uns darauf konzentrieren, was wir jetzt gemacht haben. Die Dreierkette im Spielaufbau in Ingolstadt hat uns gutgetan. Wir hatten klare Abläufe und Positionierungen. Jetzt geht es darum, dass wir Tore machen. Linton Maina und Maxi Beier haben das sehr gut gemacht.

... die Schuld am fehlenden Erfolg.

Es ist nicht so, dass wir die Punkte nicht geholt haben, weil Jan Zimmermann an der Seitenlinie stand. Wir müssen davon wegkommen, zu sagen, dass es an einem Einzelnen liegt, wenn es nicht läuft. Wir haben als Mannschaft einen genauso hohen Anteil. Wir müssen ehrlich sein: Wir haben es in vielen Spielen nicht hinbekommen. Deswegen ist es so wichtig, die sechs Punkte jetzt geholt zu haben. Da unten drinzustehen, das willst du in dieser Liga nicht haben.

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... übers Weitermachen mit Dabrowski.

Wir haben jetzt mit ihm sechs Punkte aus zwei Spielen geholt. Das hatte auf jeden Fall zur Folge, dass es Riesenspaß macht, dass die Jungs Spaß und Selbstvertrauen haben. Die Entscheidungen trifft dann Marcus Mann gemeinsam mit Martin Kind. Das können wir als Mannschaft nicht beeinflussen.


... sein Umgang als Kapitän mit Lukas Hinterseer.

Luki muss ich nicht die ganze Zeit bemuttern. Er hat ja Selbstvertrauen und stellt sich in jedem Spiel extrem in den Dienst der Mannschaft. Wir bekommen ihn einfach nicht gut genug in die Situationen. Er hat ja nicht in jedem Spiel zehn Torchancen, die er nicht reinmacht. Ob er das ist oder Henne Weydandt, das sind Strafraumstürmer, die wir einfach mehr füttern müssen. Duckschi war ein komplett anderer Spielertyp. Er hat die Dinger aus dem Rückraum reingeklinkt. Wir müssen auch davon wegkommen, dass nur Luki oder Henne die Tore machen müssen, auch das ist eine Aufgabe für uns als komplette Mannschaft.

... Ziele für die Rückrunde.

Wir müssen mehr Punkte holen als in der Hinrunde. Spiele wie gegen Rostock, Dresden oder in Darmstadt, wo wir ne richtige Tracht Prügel bekommen, dürfen nicht mehr vorkommen. Wir müssen immer im Spiel sein. Weiter so gut gegenhalten wie wir es gegen vermeintlich große Mannschaften ja auch oft ordentlich gemacht haben, Spiele wie gegen Rostock oder Dresden kämpferisch angehen – das brauchen wir.

... die Legende der eigenen Qualität.

Wir sind selbst überzeugt von unserer Qualität. Bei uns zweifelt niemand. Aber wir sind selbstkritisch, wir dürfen uns nicht in die Tasche lügen und ständig sagen: „Qualität, Qualität, Qualität.“ Darmstadt hat auch Qualität, aber die hauen halt in jedem Spiel alles raus. Das müssen wir reinkriegen, den Mix finden aus Qualität und Kampf. Darum geht es in dieser Liga.

... die Fähigkeit zur Selbstkritik.

Jeder von uns muss eine Schippe drauflegen. Das wird das Ziel sein in der Rückrunde. Bei uns sitzt niemand in der Kabine und ist zufrieden mit seiner Hinrunde.

... den Fluch der 96-Kapitänsbinde.

Daran habe ich gar nicht gedacht. Die Stimmen aus der Mannschaft haben damals ja den Ausschlag gegeben. Das ist eine Wertschätzung der Jungs und eine Verantwortung für mich. Aber die Situation habe ich mir anders erhofft. Ich hatte schon gehofft, dass wir jetzt im Winter in der Tabelle weiter oben stehen würden. Aber ich gehe ja jetzt nicht hin und sage, ich gebe die Binde wieder ab. Daran muss man wachsen.

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