14. April 2019 / 19:49 Uhr

"Charakterliche Eigenschaften der Spieler vernachlässigt": Martin Kind kritisiert 96-Transferpolitik

"Charakterliche Eigenschaften der Spieler vernachlässigt": Martin Kind kritisiert 96-Transferpolitik

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach dem 96-Spiel gegen Gladbach: Martin Kind (4.v.l.) zu Gast bei Jörg Wontorra (2.v.l.).
Nach dem 96-Spiel gegen Gladbach: Martin Kind (4.v.l.) zu Gast bei Jörg Wontorra (2.v.l.). © Sky
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Hannover 96 will einen Neuanfang: Neue Strukturen an der Robert-Enke-Straße, aber auch neue Spielertypen. In der Sky-Sendung "Wontorra - der O2 Fußball-Talk" bemängelte Profi-Chef Martin Kind den fehlenden Blick auf die Charakter-Eigenschaften verpflichteter Spieler, wünschte Horst Heldt eine Zukunft bei Schalke 04 und erklärt, warum er Niclas Füllkrug im Sommer nicht ziehen lassen wollte.

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Am Dienstag trennte sich Hannover 96 von seinem Manager Horst Heldt. Wer die Nachfolge antritt, ist noch nicht geklärt. Für Profi-Chef Martin Kind ist jedoch klar, dass sich etwas in der Struktur des Vereins ändern muss - und nicht nur im Büro von Hannover 96, sondern auch auf dem Platz, erklärte er in der Show "Wontorra - der O2 Fußball-Talk" am Sonntagmittag: "Ich habe keine Lust, die Probleme der letzten Jahre erneut fort zu schreiben."

"Wir brauchen Profile, Sportdirektor, Trainer, aber auch der Spieler. Es wurde ja auch gesagt, dass wir die charakterlichen Eigenschaften der Spieler vernachlässigt haben. Die Einzelspieler haben wirklich gute Qualität, ich glaube wirklich, dass wir eine gute Mannschaft haben. Aber warum haben sie es in Hannover nicht abrufen wollen oder können?"

Die Roten in Noten: So waren die Spieler von Hannover 96 gegen Gladbach in Form

Michael Esser: Wehrt sich mit Händen und Füßen gegen den Rückstand, meistens gegen Harzard. Aber beim abgefälschten Heber von Raffael zum 0:1 kann er nichts machen. Note: 3.  Zur Galerie
Michael Esser: Wehrt sich mit Händen und Füßen gegen den Rückstand, meistens gegen Harzard. Aber beim abgefälschten Heber von Raffael zum 0:1 kann er nichts machen. Note: 3.  ©
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Kind spielt nicht nur auf Spieler wie Asano, Wood und Haraguchi an, die anfangs nicht die Leistung zeigten, wegen der man sie eigentlich verpflichtet hatte.

Er könnte auch die Lustlosigkeit einiger Spieler anprangern: Walace zeigt seit Wochen auf dem Trainingsplatz, dass er vermutlich lieber auf dem Sofa sitzen statt auf dem Rasen stehen würde. Ihm bescheinigt Kind zur eine hohe Qualität, aber "er passt nicht in diese Mannschaft." Dazu kommt eine Grüppchenbildung, die wenig teamförderlich ist: Die Mannschaft ist zerüttet.

Bilder zum Spiel Hannover 96 - Borussia Mönchengladbach:

Lars Stindl musste früh ausgewechselt werden.  Zur Galerie
Lars Stindl musste früh ausgewechselt werden.  ©
LESENSWERT

Kind über Heldt: "Wünsche ihm von Herzen, dass er unterkommt"

Neben der sportlichen Krise bei den "Roten" war auch der Ex-Manger Horst Heldt ein großes Thema der Sendung. Auf die Frage, wie sehr es sich Kind wünschen würde, dass Ex-Manager Horst Heldt, der immer ein Kandidat beim FC Schalke 04 sei wieder dort als Manager unterkommt antwortete der Unternehmer: "Ich wünsche Ihm das von Herzen, dass er unterkommt. Er will ja arbeiten."

Für die 96-Zukunft wünsche sich Kind außerdem mehr Kompetenz: "Wenn eine Person eine Entscheidung alleine trifft oder mit seinem Mannschaftsplaner, dann scheint mir das zu kurz besprochen worden zu sein." Denkbar sei laut Kind ein Modell wie bei Borussia Dortmund mit Sammer als Berater. Wer in der Zukunft Horst Heldt ersetzten wird, ließ Kind allerdings offen. "Es gibt auf jeden Fall ausreichend qualitativ gute Bewerbungen", so Kind.

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Kind war gegen Füllkrug-Verkauf im Sommer

Wer einem Verein eine neue Struktur geben will, muss nach einer Bestandsaufnahme erstmal aufräumen. Klar ist: Hannover 96 kann erstklassige Spieler wie Waldemar Anton oder Niclas Füllkrug wohl nicht halten. Letzterer ist aktuell bei Werder Bremen im Gespräch, letzten Sommer bekundete Borussia Mönchengladbach großes Interesse an dem Stürmer, 18 Millionen waren sie bereit auszugeben. Doch Hannover 96 lehnte ab, kurze Zeit später verletzte sich Füllkrug schwer. "Wir haben das ganz bewusst so entschieden", erklärte Martin Kind der Runde die damalige Entscheidung. "Er hat 14 Tore in der Saison geschossen, er kommt aus Hannover und er hat seine große Liebe zu dieser Stadt auch immer wieder deutlich zum Ausdruck gebracht."

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