03. März 2021 / 11:12 Uhr

Platz 7 in den Twitter-Trends: 96-Boss Kind polarisiert bei "Sportschau Thema"

Platz 7 in den Twitter-Trends: 96-Boss Kind polarisiert bei "Sportschau Thema"

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
War bei der Sendung Sportschau Thema zu Gast: 96-Boss Martin Kind.
War bei der Sendung "Sportschau Thema" zu Gast: 96-Boss Martin Kind. © picture alliance/dpa/Sportschau Thema
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96-Profichef Martin Kind war am Dienstagabend bei der Sendung "Sportschau Thema" zu Gast und diskutierte dort über die Zukunft des Profifußballs. Mit seinen Aussagen stieß er nicht überall auf Zustimmung.

96-Profichef Martin Kind polarisiert in Fußball-Deutschland häufig mit seinen Aussagen. So auch am Dienstagabend in Hamburg, als er bei der Sendung "Sportschau Thema" zu Gast war. Die Sendung, die direkt im Anschluss des DFB-Pokalspiels zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund (0:1) ausgestrahlt worden ist, behandelte die Situation des Fußballs. Moderatorin Jessy Wellmar sprach mit Fredi Bobic (Sportvorstand von Eintracht Frankfurt), Hajo Sommers (Präsident von Rot-Weiß Oberhausen), Fanvertreterin Anna-Maria Hass und dem 96-Boss darüber, welche Lehren der Fußball in den vergangenen zwölf Monaten gezogen hat, welche Reformen nicht nur versprochen, sondern tatsächlich umgesetzt werden sollen und wie groß die Herausforderung ist, die Fans wieder in die Stadien zu holen.

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Beim Thema Fans sorgte Kind im Studio zumindest bei Hass und Wellmar augenscheinlich für Verwunderung. Wellmar fragte, ob Kind die Einnahmen oder die Fans mehr vermisse. Der 76-Jährige antwortete mit einem Grinsen: "Erst mal wirtschaftlich natürlich die Einnahmen." Anschließend relativierte er diese Aussage etwas, als über die Bedeutung von Ultras gesprochen wurde: "Die Ultras sind herzlich willkommen. Sie stehen für die Stimmung. Wir wollen keinen ausgrenzen."

Kind schafft es in die Twitter-Trends

In der Diskussion um den Profifußball der Zukunft ging es im Anschluss auch über Modelle der Finanzierung. Wirtschaftswissenschaftler Henning Zülch analysierte alle Profiklubs in Deutschland und riet dazu, sich mit Investoren zu beschäftigen. "Sie sind kein Teufelswerk. Sie können, wenn es gut angeleitet und vorbereitet ist, zu einer positiven Entwicklung führen." Kind nutzte den Beitrag Zülchs, um sich für dieses Thema in der Diskussionsrunde stark zu machen. "Ich verstehe nicht, warum das Wort "Investor" im Fußball negativ belegt ist", sagte er, und führte die Beispiele vom VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen und der TSG Hoffenheim auf, bei denen seit Jahren nach ähnlichem Prinzip gehandelt werde.

In diesem Zusammenhang brachte sich vor allem die Fanvertreterin Hass in die Diskussion ein und versuchte, gegen Kind zu argumentieren. Nicht immer klappte dies, da der 96-Chef versuchte, seine Position stark zu vertreten - und Hass damit auch mal mitten ins Wort fiel. Auf der Social-Media-Plattform Twitter sorgten Kinds Aussagen kurz nach Mitternacht für einen kleinen Wirbel. Um 0.30 Uhr war der Suchbegriff "Martin Kind" auf Platz sieben der deutschlandweiten Trends, knapp hinter den Schlagworten "Rose", "#sportschau" und "#DFBPokal".

Offen gab sich Kind bei den aktuellen Verlusten für Hannover 96. Pro Spiel verliere der Klub etwa 550.000 Euro, weil keine Zuschauer in der HDI-Arena zugelassen sind. Zum Vergleich: Bei Eintracht Frankfurt sind es etwa zwei bis zweieinhalb Millionen Euro pro Partie. Wann die Fan-Rückkehr bevorsteht, ist angesichts der anhaltenden Pandemie noch nicht vorherzusagen. Kind ist zumindest hoffnungsvoll, dass sich die Stadien in Deutschland schnell wieder füllen würden: "Die Zuschaltquoten von Sky und Dazn machen Hoffnung - das Interesse ist da. Der Fußball bleibt gleich."