21. August 2021 / 10:05 Uhr

Kind bestätigt Werder-Anfrage zu Linton Maina - Hannover 96 gesprächsbereit

Kind bestätigt Werder-Anfrage zu Linton Maina - Hannover 96 gesprächsbereit

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Macht es gut: Nach dem Spiel kehrt Linton Maina, von Trainer Jan Zimmermann gegen Heidenheim zur Pause ausgewechselt, noch einmal auf das Feld zurück – und applaudiert den Fans. Seine Abschiedsvorstellung?
Macht es gut: Nach dem Spiel kehrt Linton Maina, von Trainer Jan Zimmermann gegen Heidenheim zur Pause ausgewechselt, noch einmal auf das Feld zurück – und applaudiert den Fans. Seine Abschiedsvorstellung? © Florian Petrow
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"Werder hat zu Maina angefragt", bestätigte 96-Chef Martin Kind. Anders als bei Marvin Ducksch, den Hannover 96 unter keinen Umständen gehen lassen wollte, ist man bei Maina gesprächsbereit. Der Vertrag des 22-Jährigen läuft zum Saisonende aus. Wollen die Roten noch Geld verdienen, müsste er jetzt oder im Winter verkauft werden. Denn: Eine Vertragsverlängerung ist sehr unwahrscheinlich. 

Linton Maina hat am Freitag mal wieder lang gespielt. Es war sein erster Startelfeinsatz in dieser Saison – vielleicht war es auch schon sein letzter. In der 42. Minute hat er eine gute Chance vergeben, zur Halbzeit blieb er in der Kabine. Die Ligakonkurrenten aus Bremen haben ein Auge auf Maina geworfen, nachdem sie sich schon Marvin Ducksch angeln wollten. „Werder hat zu Maina angefragt“, bestätigt 96-Chef Martin Kind.

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Bei Ducksch kam von 96 eine klare Ansage: „Wir lassen ihn auf keinen Fall gehen“ – das Machtwort sprach Sportchef Marcus Mann nach interner Abstimmung. Bei Maina gibt es jedoch keine Absage, sondern vielmehr die grundsätzliche Bereitschaft zu verhandeln und ihn auch abzugeben. „Ergebnisoffen“ ist für Kind diese Personalie. 96 hat Werder signalisiert, dass man gesprächsbereit ist. Jetzt wird sich zeigen, ob Werder das Versprechen hält und seriös mit 96 verhandelt. Kind strebt eine pragmatische Lösung an.

Das ist Hannovers 96-Rakete Linton Maina:

Der 19-jährige Linton Maina spielt seit Juli 2014 bei Hannover 96. Er wechselte mit 15 Jahren von seinem Jugendverein SV Empor Berlin zur U17 der Roten.  Zur Galerie
Der 19-jährige Linton Maina spielt seit Juli 2014 bei Hannover 96. Er wechselte mit 15 Jahren von seinem Jugendverein SV Empor Berlin zur U17 der Roten.  ©

Mainas Mutter schließt Verlängerung bei 96 aus

Der Vertrag des 22-Jährigen läuft zum Saisonende im Juni 2022 aus. Lintons Mutter, Antje Maina – die auch seine Beraterin ist – hat bereits vor dem Ende der vergangenen Saison erklärt, dass ihr Sohn den Vertrag in Hannover definitiv nicht verlängern werde. Das heißt für 96: Wenn Maina nicht ablösefrei gehen soll, muss er jetzt oder spätestens im Winter verkauft werden.

Lintons Beziehung zu seiner Mutter ist eine besondere. Als der damals 18-Jährige sein erstes Profitor für 96 gegen Paderborn erzielte, trug er einen Schuh, auf dem „Mama“ eingestickt war. Antje Maina lebt in Berlin – dahin würde Linton auch am liebsten zurückkehren. Er hofft und wartet auf ein Angebot von Hertha BSC – und damit aus der 1. Liga – doch dafür gibt’s aktuell keine Anzeichen.

Verletzungen bremsen Maina immer wieder aus

2014 ließ die Mutter ihren Linton „schweren Herzens“ nach Hannover ziehen. Weil er mehrfach die Schule schwänzte, wäre er beinahe mal aus dem 96-Internat geflogen. Er fand aber immer Mitarbeiter, die sich für ihn einsetzten. Sportlich hat der mittlerweile 22-Jährige sein Potenzial nie ausgeschöpft. In der für ihn typischen vergangenen Saison kam Maina auf 18 Einsätze, erzielte dabei zwei Tore. Zu wenig für den Spieler mit dem höchsten Marktwert der 2. Liga (7,5 Millionen Euro laut transfermarkt.de).

Der Marktwert sackte mittlerweile auf 3 Millionen Euro ab. Aber selbst diese Ablöse wird 96 nicht erzielen können. Häufige Verletzungen und kleinere Zipperlein bremsten Maina aus. Er war ein großes Versprechen, das er nie eingehalten hat.


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Wenn Werder ein angemessenes Angebot macht...

Maina will jedenfalls eine Veränderung. Wohl auch, um aus diesem Kreislauf der Unzufriedenheit auszubrechen. Weil 96 ebenfalls enttäuscht ist von den Leistungen und Maina zu den Besserverdienern zählt, zeichnet sich eine Trennung ab. Unter der Voraussetzung, dass Werder ein angemessenes Angebot macht.