14. August 2020 / 10:19 Uhr

Der Abschied naht: Marvin Bakalorz wird 96 in die 3. Liga oder Türkei verlassen

Der Abschied naht: Marvin Bakalorz wird 96 in die 3. Liga oder Türkei verlassen

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Marvin Bakalorz wird Hannover 96 wohl zeitnah verlassen.
Marvin Bakalorz wird Hannover 96 wohl zeitnah verlassen. © imago images/Nordphoto
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Kenan Kocak sieht keine Verwendung mehr für ihn, doch bei anderen Vereinen steht Marvin Bakalorz offenbar hoch im Kurs. Nach SPORTBUZZER-Infos sind der FC Ingolstadt, aber auch mehrere türkische Erstligisten am Mittelfeldspieler interessiert. Der 30-Jährige wird Hannover 96 wohl zeitnah verlassen.

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Eigentlich ist Marvin Bakalorz einer, der vorangeht. In den vergangenen Tagen blieb er aber lieber außen vor – auf eigenen Wunsch und für (s)einen neuen Verein. Der 30-Jährige will sich nicht noch verletzen, er steht kurz vor einem Deal mit einem neuen Klub. Das Okay für den Trainingsverzicht holte sich Bakalorz im Gespräch mit 96-Coach Kenan Kocak. Nach Infos vom SPORTBUZZER gibt es konkrete Angebote aus der 3. Liga – darunter soll auch Drittligakrösus Ingolstadt sein.

An Angeboten mangelt es nicht

Für Hannover 96 wird Bakalorz die Fußballschuhe nicht mehr schnüren, auch im Training nicht. Aber zumindest aufs Rad setzte sich Hannovers Noch-Kapitän gestern mit den Kollegen für die Fitnesseinheit. Da ist das Verletzungsrisiko ja überschaubar.

Bakalorz ist bei 96 nicht nur die Binde los, er soll den Klub gleich ganz verlassen – jetzt steht der Abgang kurz bevor. Der Abräumer bleibt trotzdem locker. Kein Wunder: An Angeboten mangelt es nicht. Am Donnerstag verließ er um 11.53 Uhr das 96-Gelände an der Arena und winkte freundlich aus dem Auto. Zum Abschied? Gut möglich, dass „Baka“ schon am Freitag oder Samstag seinen neuen Arbeitgeber präsentiert.

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Kocak hat ihn aussortiert und Bakalorz einen Vereinswechsel nahegelegt. Der 96-Trainer hat beim Kapitän sportliche Defizite ausgemacht für den Druckfußball, den er sich vorstellt. Anderswo genießt der Wortführer eine andere Wertschätzung. Ein Angebot kommt aus Bayern vom FC Ingolstadt.

Vor drei Jahren spielten die „Schanzer“ noch in der Bundesliga, rutschten dann aber in die 3. Liga ab. Der Name ist jedoch noch immer was wert, die Ansprüche sind entsprechend hoch. Erst vor wenigen Wochen scheiterte der FC haarscharf in der Relegation am Aufstieg. Der Klub ist außerdem ziemlich zahlungskräftig für einen Drittligisten, er hat den Autoriesen Audi als Hauptsponsor. Wird „Baka“ bald Boss für den nächsten Aufstiegsversuch?

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Von Preußen Münster wechselte Marvin Bakalorz 2010 in die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund. Insgesamt drei Jahre blieb er im Ruhrgebiet. Zur Galerie
Von Preußen Münster wechselte Marvin Bakalorz 2010 in die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund. Insgesamt drei Jahre blieb er im Ruhrgebiet. ©

Gut möglich. Auch, weil Ingolstadt zumindest einen Großteil des „Baka“-Gehalts (etwa 500 000 Euro pro Jahr) zahlen könnte. Das gilt aber auch für die Interessenten aus dem Ausland. Gleich mehrere türkische Erstligisten sind heiß auf den defensiven Mittelfeldspieler. Der muss sich jetzt entscheiden, ob er Lust hat auf Ausland – oder lieber noch mal einen Aufstieg in Deutschland anleitet. Aus der 2. Bundesliga gibt es ebenfalls Nachfrage, allerdings bisher nur lose.

Fakt ist: Egal, wofür Bakalorz sich entscheidet – für 96 wird es teuer.

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<b>Zugänge:</b> Simon Falette (vorerst ablösefrei, von Eintracht Frankfurt) Zur Galerie
Zugänge: Simon Falette (vorerst ablösefrei, von Eintracht Frankfurt) ©

Option eins: eine Vertragsauflösung. Der Kontrakt des Noch-Kapitäns in Hannover ist noch für zwei Jahre gültig. Will 96 das Arbeitsverhältnis vorzeitig beenden, wird eine Abfindung fällig. Die dürfte nicht allzu klein ausfallen. Wegen Laufzeit und Ausstand ohne Liebe.

Option zwei: Bakalorz wechselt fest, aber ablösefrei. Dass mit dem Abräumer noch Geld zu verdienen ist, daran glaubt niemand in Hannover. Selbst bei 96 sitzt das Geld nicht locker, da wird ein Drittligist erst recht nicht zahlen wollen – schon gar nicht, weil Bakalorz in Hannover ja bekanntermaßen ausgemustert ist. Auch wenn der Anführer ablösefrei wechselt, muss 96 ihm noch Geld mitgeben und einen ordentlichen Teil des Grundgehaltes weiterzahlen.

Option drei: ein Leihdeal. Eher unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen ist ein Konstrukt wie bei Ron-Robert Zieler mit einer Leihe für ein Jahr. Auch da würde 96 – wie bei Zieler – wohl weiter einen Teil des Gehaltes zahlen.