20. November 2019 / 16:37 Uhr

96-Meinung: Die Heldt-Rechnung - vorsätzliche Geldverbrennung

96-Meinung: Die Heldt-Rechnung - vorsätzliche Geldverbrennung

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Horst Heldt ist neuer Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln.
Horst Heldt ist neuer Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln. © imago images/Eibner/Eduard Bopp
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Horst Heldt ist neuer Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln. Bei Hannover 96 leistete er sich einige Geschichten, die den Tatbestand des fahrlässigen Transferversagens in Kombination mit vorsätzlicher Geldverbrennung locker erfüllen, meint SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt.

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Schön, mal wieder was von Horst Heldt zu sehen – strahlend kletterte der frühere 96-Manager vorm Kölner Geißbockheim aus seinem neuen Dienstwagen, einem großen Ford-Kombi mit einem besonders leicht höhenverstellbaren Fahrersitz – daneben parkte der neue Trainer Markus Gisdol. Beide arbeiten fortan am FC-Projekt Klassenerhalt, parallel wird Heldt im Hintergrund aber gewiss schon ein Europakonzept entwickeln – er vermisst offenbar aus guten alten Schalker Zeiten die Champions League und ihre Extras.

Schatzschneider über Heldt: "Märchenerzähler"

Während sich die Kölner schon mal um die Erweiterung ihres Dispo-Rahmens kümmern, durfte Hannover endlich einen Schlussstrich unter Heldts Zweijahresrechnung ziehen – keine Überraschung für 96-Boss Martin Kind, dass er auf den teuersten Manager der Vereinsgeschichte hereingefallen ist – einen „Märchenerzähler“, wie 96-Legende Dieter Schatzschneider im Interview formuliert.

Die Manager von Hannover 96 seit 1996:

<b>Franz Gerber:</b> Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. Zur Galerie
Franz Gerber: Der gebürtige Münchener war gleich zweimal als 96-Manager im Amt. Das erste Mal von 1996 bis 1999 und nach seiner zwischenzeitlichen Tätigkeit als 96-Trainer ein weiters Mal von Juli bis Dezember 2001. ©
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Der 1. FC Köln verpflichtete den jungen Horst Heldt 1987 für die Jugendabteilung. Bei den „Geißböcken“ schaffte es Heldt bis zu den Profis, absolvierte 130 Spiele für die Kölner und verpasste 1991 nur knapp den DFB-Pokalsieg. Zur Galerie
Der 1. FC Köln verpflichtete den jungen Horst Heldt 1987 für die Jugendabteilung. Bei den „Geißböcken“ schaffte es Heldt bis zu den Profis, absolvierte 130 Spiele für die Kölner und verpasste 1991 nur knapp den DFB-Pokalsieg. ©

Fahrlässiges Transferversagen

Ohne jegliches Happy End hat sich Heldt bei 96 einige Geschichten geleistet, die den Tatbestand des fahrlässigen Transferversagens in Kombination mit vorsätzlicher Geldverbrennung locker erfüllen. 10 Millionen Euro Ablöse für einen brasilianischen Wandervogel aus Russland (Jona­thas), unsinnig verklausulierte Leihgeschäfte mit in England gescheiterten Österreichern (Wimmer), dazu nutzlose PR-Gags etwa im Vertrag von Walace – leider wollte kein Verein die lustig niedergeschriebenen 30 Millionen für den launischen Mittelfeldspieler zahlen. Die 18 Millionen, die Gladbach seinerzeit nicht für Niclas Füllkrug überweisen durfte, können wir Heldt jedoch nicht auch noch auf die Minusseite buchen – dieses Geschäft hat der Chef persönlich verhindert.

Heldt bekam von Kind nun noch ein Abschiedsbonbon mit nach Köln, das Geld reicht für eine Kofferraumladung Zigaretten und eine staturgerechte kleine Eigentumswohnung außerhalb des Kölner Speckgürtels. Kleinkariertheit will sich 96 ja nicht nachsagen lassen.

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