30. Juni 2020 / 12:17 Uhr

96-Meinung: Die menschliche und die sportliche Seite der Abschiede

96-Meinung: Die menschliche und die sportliche Seite der Abschiede

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
John Guidetti (von links) und Miiko Albornoz verlassen Hannover 96, Genki Haraguchi soll bleiben.
John Guidetti (von links) und Miiko Albornoz verlassen Hannover 96, Genki Haraguchi soll bleiben. © Florian Petrow
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Ein Leben als Fußballprofi – das bedeutet Kommen und Gehen, Siege und Niederlagen, Hochs und Tiefs, Lachen und Weinen. Dass nicht alle coole Legionäre sind, die nur die Kohle abgreifen wollen und sich nicht um den Verein scheren – das zeigte sich am tränenreichen Abschied von Miiko Albornoz, meint SPORTBUZZER-Redakteur Andreas Willeke.

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Miiko Albornoz hat Hannover 96 nach sechs Jahren verlassen. Zusammen mit seinem Jugendfreund John Guidetti war der 29-Jährige vor der kleinen Zeremonie im Stadion nach Schweden abgeflogen. In seinem aufgezeichneten Statement bedankte sich Albornoz mit brüchiger Stimme für sechs tolle Jahre. Tatsächlich ist es glaubhaft, wenn er sagt, er werde 96 immer in seinem Herzen behalten.

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Unangenehme Gespräche für Kocak und Zuber

Wer das für kitschig und gelogen hält, der unterschätzt die menschliche Seite des Profilebens. Dennoch kann es nicht die entscheidende Komponente sein, wenn Kenan Kocak und Gerhard Zuber jetzt die neue Mannschaft zusammenstellen. Trainer und Sportchef müssen unangenehme Gespräche führen und ihre Urteile gegen alle Widerstände durchsetzen. Dazu gehört eben auch, Albornoz zu erklären, dass es nicht weitergeht bei 96.

Insgesamt wurden elf Spieler verabschiedet, nur für Weydandt und Horn ist die Tür nicht endgültig zu. Trennen will sich 96 dazu von weiteren Spielern, die prominentesten sind Ron-Robert Zieler und Marvin Bakalorz. Kocak will nun mal keine alten Helden, die womöglich den Ton in der Kabine angeben, aber sportlich ihre beste Zeit hinter sich haben. Der Umbruch soll total sein. Es könnte gut sein, dass 96 genau diese Kompromisslosigkeit in den vergangenen Jahren gefehlt hat. Und es ist ja auch nicht so, dass Fußballprofis nach der Trennung in die Armut stürzen müssen.