27. August 2021 / 17:54 Uhr

96-Meinung: Eine Chance auf Konstanz statt Finger in den Ohren

96-Meinung: Eine Chance auf Konstanz statt Finger in den Ohren

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Steht für Uwe von Holt sinnbildlich für die hannoversche Unzuverlässigkeit: Ex-96-Stürmer Marvin Ducksch.
Steht für Uwe von Holt sinnbildlich für die hannoversche Unzuverlässigkeit: Ex-96-Stürmer Marvin Ducksch. © IMAGO/HMB-Media
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Marvin Ducksch ziehen zu lassen, sei vor allem wirtschaftlich eine alternativlose 96-Entscheidung gewesen. Der launige Stürmer stehe aber auch sinnbildlich für die quälende Unzuverlässigkeit der letzten Jahre von Hannover 96, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt.

Diesen alten Zopf musste 96 gar nicht abschneiden, das hat Marvin Ducksch selbst gemacht. Zuerst auf dem Kopf, wo der Profi seine häufig wechselnden Haarmodelle gegen eine pflegeleichte Stoppelfrisur eintauschte. Und jetzt eben auch sportlich – Ducksch sucht sein Glück und gewiss auch ein paar Euros mehr fortan in Bremen. Bereits am Sonntag kann er es mit Werder im zweiten Versuch gegen Rostock besser machen als kürzlich in 96-Diensten – da hatte er gegen Hansa nicht getroffen.

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Ducksch ziehen zu lassen, ist vor allem wirtschaftlich eine alternativlose 96-Entscheidung. Am Ende dieser Saison hätte er Hannover ablösefrei verlassen können, nun bekommt 96 eine für Corona-Verhältnisse anständige Entschädigung, die sich in diversen Erfolgsfällen auf knapp 4 Millionen Euro summieren kann. Ducksch zählte außerdem zu den Spitzenverdienern, das bringt Luft im Personaletat – die 96-Macher können die freien Planstellen nun deutlich entspannter besetzen.

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Sinnbild für quälende 96-Unzuverlässigkeit

Auch sportlich muss man ohne Ducksch nicht automatisch verzweifeln. Der Stürmer hat in den beiden vergangenen Saisons zwar 15 und 16 Ligatore erzielt, was zahlenmäßig sehr überzeugend klingt, rechnet man aber die unzähligen vergeigten Großchancen, seine Elfmetertreffer und die Tore in den eher unspannenden Endphasen der Spielzeiten dagegen, ist seine Bilanz gar nicht so erstklassig. Der launische Ducksch steht damit sinnbildlich für die quälende 96-Unzuverlässigkeit der letzten Jahre.

Die neuen Stürmer haben nun die Chance, mit vermisster Konstanz für sich und 96 zu punkten – und sich nicht ständig gefrustet die Finger in die Ohren zu stecken.