25. März 2020 / 11:43 Uhr

96-Meinung: Gehaltsverzicht? Die Spieler können jetzt ein Zeichen senden

96-Meinung: Gehaltsverzicht? Die Spieler können jetzt ein Zeichen senden

Tobias Manzke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die 96-Profis sollten in der Krise bereit sein, auf Geld zu verzichten, meint SPORTBUZZER-Redakteur Tobias Manzke.
Die 96-Profis sollten in der Krise bereit sein, auf Geld zu verzichten, meint SPORTBUZZER-Redakteur Tobias Manzke. © Getty Images / dpa
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In Zeiten der Krise muss man zusammenhalten, heißt es. Daher wäre es wichtig, dass die Profis von Hannover 96 jetzt Gehaltseinbußen hinnehmen, um dem Klub zu helfen, findet SPORTBUZZER-Redakteur Tobias Manzke.

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Geld regiert den Fußball – diese Erkenntnis ist nicht neu. Dass sich aber der Lieblingssport der Deutschen in einer absoluten Blase befindet, dürfte jetzt mehr als deutlich werden.

International sind tausende Spieler mit Verträgen ausgestattet, die ihnen tausende von Euro im Monat, der Woche oder sogar am Tag bringen. Nicht falsch verstehen: Dass die Spieler so viel Geld bekommen, ist nicht ihre Schuld, sondern die des überdrehten Systems Fußball.

Das sind die aktuell wichtigsten Aufgaben von 96-Krisenmanager Gerhard Zuber:

<b>Verträge:</b> Die wichtigsten Verträge betreffen zurzeit Cheftrainer Kenan Kocak – und ihn selbst. Folgt Zuber seinem Förderer Horst Heldt nach Köln oder macht er weiter als offizieller Sportchef bei 96? Nach Urteil des Amtsgerichts ist Zuber unbefristet bei 96 angestellt. Die juristische Lage soll geregelt werden. Geschäftsführer Martin Kind setzt darauf, dass Zuber weitermacht. Bezüglich des Trainervertrages hat Zuber keine Zweifel, dass Kocak bald bis 2022 unterschreibt: „Das wäre ein Zeichen. Den Verein jetzt in der Situation im Stich zu lassen, wäre sicher das falsche Signal“, sagt er. Heißt für Zuber selbst: Auch der Manager lässt 96 in der Corona-Krisenzeit nicht allein. Zur Galerie
Verträge: Die wichtigsten Verträge betreffen zurzeit Cheftrainer Kenan Kocak – und ihn selbst. Folgt Zuber seinem Förderer Horst Heldt nach Köln oder macht er weiter als offizieller Sportchef bei 96? Nach Urteil des Amtsgerichts ist Zuber unbefristet bei 96 angestellt. Die juristische Lage soll geregelt werden. Geschäftsführer Martin Kind setzt darauf, dass Zuber weitermacht. Bezüglich des Trainervertrages hat Zuber keine Zweifel, dass Kocak bald bis 2022 unterschreibt: „Das wäre ein Zeichen. Den Verein jetzt in der Situation im Stich zu lassen, wäre sicher das falsche Signal“, sagt er. Heißt für Zuber selbst: Auch der Manager lässt 96 in der Corona-Krisenzeit nicht allein. ©

Fußballprofis haben gesellschaftliche Verantwortung

Aber Fußballprofis haben eine gesellschaftliche Verantwortung, sind Vorbild für Kinder und Jugendliche. Und dieser Funktion sollten sie gerecht werden. Die Spieler bekommen ihr Gehalt vom Verein, wenn es diesem Verein jetzt schlecht geht, sollten Spieler als Zeichen etwas zurückgeben. Damit Angestellte, die finanziell nicht so gut ausgestattet sind, ihre Jobs und damit ihre Lebensgrundlage behalten können.

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Jetzt der Zeitpunkt, etwas zurückzugeben

Die Spieler von Bayern München verzichten auf 20 Prozent des Ge­halts. Angesichts von teilweise 10-Millionen-Euro-Verträgen wirkt das wenig, wie auch Hans Siemensmeyer findet. Dennoch ist es eine stattliche Summe. Bei 96 wären 20 Prozent pro Spieler schon eine andere Hausnummer.

Jeder Profi wird eine Lebensplanung haben, die er jetzt anpassen müsste. Um etwas zurückzugeben, wäre aber jetzt der richtige Zeitpunkt – auch bei 96. Die meisten Spieler werden dennoch über diesen wahrscheinlich überschaubaren Zeitraum noch ein gutes Leben führen können, mutmaßlich ohne existenziell große Sorgen.

Die Vertragslaufzeiten der Spieler von Hannover 96

Hendrik Weydandt (im Team seit 2018): Vertrag <b>läuft zum Saisonende aus</b> Zur Galerie
Hendrik Weydandt (im Team seit 2018): Vertrag läuft zum Saisonende aus ©

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