04. Juli 2020 / 18:22 Uhr

96-Meinung: Klug investieren oder auf Millionen verzichten?

96-Meinung: Klug investieren oder auf Millionen verzichten?

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bleibt Waldemar Anton auch in der kommenden Saison bei Hannover 96?
Bleibt Waldemar Anton auch in der kommenden Saison bei Hannover 96? © dpa/imago/Nordphoto
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Bleibt er nun doch? Hannover 96 hat sich in Sachen Waldemar Anton erstmals klar positioniert - Kocak hat den Defensivspieler wohl für unverkäuflich erklärt. SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt kommentiert die Einstellung der Roten.

Sah schon komisch aus, wie Waldemar Anton am Montag nach der internen Saisonabschlussfeier aus dem Bauch der HDI-Arena zu seinem Auto schritt – der 96-Star trug einen prall gefüllten gelben Müllsack. Es sah so aus, als wolle Anton nicht wiederkommen und als habe er deshalb seine sportlichen Utensilien aus dem 96-Spind geräumt.

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Die Zeit von Waldemar Anton bei Hannover 96 in Bildern

Waldemar Anton ist ein Hannover-Junge mit Wurzeln in Usbekistan und im Stadtteil Mühlenberg. Sein Vater war Leistungsschwimmer, er selbst ist ein Mathe-Ass mit Abitur. Aber „Waldi“ durfte sich schon länger ausrechnen, dass es was wird mit seiner Profi-Karriere. Vom Mühlenberger SV kam er 2008 in die 96-Jugend. In der Saison 2013/2014 erreichte Anton mit der A-Jugend das Endpsiel um die deutsche Meisterschaft. Zur Galerie
Waldemar Anton ist ein Hannover-Junge mit Wurzeln in Usbekistan und im Stadtteil Mühlenberg. Sein Vater war Leistungsschwimmer, er selbst ist ein Mathe-Ass mit Abitur. Aber „Waldi“ durfte sich schon länger ausrechnen, dass es was wird mit seiner Profi-Karriere. Vom Mühlenberger SV kam er 2008 in die 96-Jugend. In der Saison 2013/2014 erreichte Anton mit der A-Jugend das Endpsiel um die deutsche Meisterschaft. ©

Wie geht es mit Waldemar Anton weiter?

Tatsächlich ist nicht sicher, dass wir den Jungen aus Mühlenberg, der sich bei 96 zu einer tragenden sportlichen Säule entwickelt hat, hier wiedersehen. Der VfB Stuttgart buhlt um den vielseitigen Defensivspieler, und Anton war ja bereits vor einem Jahr auf dem Sprung aus dem vertrauten Fußballnest. Er will mehr verdienen, er hat als junger Vater nun auch eine Familie zu ernähren, er will aber auch wieder erstklassig Erfahrungen sammeln – nicht abgehakt ist der Traum von internationalen Aufgaben, gern auch in der Nationalmannschaft.

Antons 96-Vertrag läuft noch ein Jahr, danach könnte er ablösefrei gehen. Das führt zu den bekannten Interessenkonflikten und Risikoabwägungen. Verzichtet man auf eine Millionenablöse, wäre der geplante Aufstieg mit Anton wohl einfacher zu zu schaffen. Oder nimmt man das Geld und investiert klug? 96 hat sich dazu erstmals klar positioniert – Trainer Kenan Kocak als in diesem Fall entscheidende Instanz möchte Anton lieber behalten.

Mehr über Hannover 96

Nehmt euch (k)ein Beispiel an Füllkrug

Vielleicht ändert sich die Einstellung aber auch noch mal, es gibt ja Hinweise aus der Geschichte: Niclas Füllkrug, der für 18 Millionen Euro nach Gladbach hätte gehen können, musste bleiben, war im Abstiegsjahr leider keine Hilfe mehr und verschwand für 6,5 Millionen nach Bremen. 96 müsste also zu einer Erkenntnis gekommen sein: Lasst sie gehen, wenn sie unbedingt wollen – und presst beim Verkaufen an Kohle raus, was nur geht.

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