21. August 2018 / 11:19 Uhr

96-Meinung: Ein seriöses Märchen mit Torfroschkönig - Fortsetzung möglich

96-Meinung: Ein seriöses Märchen mit Torfroschkönig - Fortsetzung möglich

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die 1. Runde im DFB-Pokal war schon ein emotionales Märchen - so kann es für 96 weitergehen.
Die 1. Runde im DFB-Pokal war schon ein emotionales Märchen - so kann es für 96 weitergehen. © Andreas Gebert/dpa
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Ein Adjektiv bringt den Auftritt von Hannover 96 gegen den Karlsruher SC auf den Punkt: "seriös". Der Bundesligist lieferte eine solide Leistung ab und Hendrik Weydandt erlebte einen märchenhaften Tag. Wie im Märchen kann es gerne weiter gehen, aber gegen Bremen wird es eine andere Geschichte - meint Sportbuzzer Redakteur Uwe von Holt.

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Es war einmal, so fängt das aktuelle 96-Fußballmärchen an. Ein Adjektiv findet gleich mehrfach Erwähnung: „seriös“ war der Pokalstart in Karlsruhe, „seriös“ die überraschend hohe Torquote, „seriös“ die Leistung in allen Mannschaftsteilen, „seriös“ der Torwart Michael Esser bei seiner hübschen Parade und „seriös“ auch der frühere Kreisligastürmer Hendrik Weydandt, der seine beiden späten Ballkontakte wie die Märchenfigur Torfroschkönig in zwei Treffer verwandelte. Vollkommen seriös strahlten Trainer André Breitenreiter und Manager Horst Heldt, zu meckern hatten sie überhaupt nichts.

Das waren die Erstrunden-Spiele von Hannover 96 im DFB-Pokal seit der Saison 2000/01:

<b>2000: VfL Osnabrück - Hannover 0:1:</b> Ein knapper Erfolg für die Roten, die es nach dem Führungstor von Danijel Stefulj versäumten, weiter Druck zu machen. Osnabrück kam aber zu wenig Chancen, sodass Jörg Sievers keine Probleme hatte, die Null zu halten. Zur Galerie
2000: VfL Osnabrück - Hannover 0:1: Ein knapper Erfolg für die Roten, die es nach dem Führungstor von Danijel Stefulj versäumten, weiter Druck zu machen. Osnabrück kam aber zu wenig Chancen, sodass Jörg Sievers keine Probleme hatte, die Null zu halten. ©
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Die Geschichte wird neu geschrieben

Der Duden bietet ja einige Bedeutungen für „seriös“, wir haben nachgeschaut: ordentlich, solide wirkend, gediegen, glaubwürdig, zuverlässig, ernsthaft, ernstzunehmen. Das passt wirklich alles nach der famosen 96-Vorstellung, die so gar nichts mit den schlimmen Pokalgeschichten der Vergangenheit zu tun hatte, die vor allem Elversberg und Trier hießen.

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Bremen wird nicht märchenhaft locker

Seriös betrachtet war das Sechsnull aber auch ein Spiel mit optimalem Verlauf und mit einem offenbar zu hoch eingeschätzten Gegner. Die gefährlichen Flanken von Pirmin Schwegler, die neue Qualität im Zentrum durch den ballsicheren Walace, die Übersicht in der sanélosen Abwehr durch den selbstbewussten Kapitän Waldemar Anton, die schnellen Gegenattacken über Linton Maina, Ihlas Bebou und auch Takuma Asano, die Effektivität im Abschluss – das alles macht zwar Hoffnung auch für den Bundesligastart am Sonnabend in Bremen, nach seriösen Annahmen wird dort aber auch eine Mannschaft mitspielen, die es 96 nicht so leicht machen wird, märchenhaft locker und leicht auszusehen wie in Karlsruhe.

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