10. November 2020 / 19:18 Uhr

96-Meinung: Darum wird Ducksch kein zweiter Schatzschneider

96-Meinung: Darum wird Ducksch kein zweiter Schatzschneider

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dieter Schatzschneider hat in der 2. Liga 154-mal getroffen. Das wird Marvin Ducksch wohl eher nicht mehr gelingen.
Dieter Schatzschneider hat in der 2. Liga 154-mal getroffen. Das wird Marvin Ducksch wohl eher nicht mehr gelingen. © Florian Petrow/imago images/Sven Simon
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Gleich 154 Zweitligatore erzielte 96-Kultstürmer Dieter Schatzschneider. Marvin Ducksch ist davon weit entfernt – was Gründe hat. Näher dran ist HSV-Knipser Simon Terodde. Und der jagt Ducksch und seinen Kollegen Weydandt als unsichtbares Gespenst, kommentiert Uwe von Holt.

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Legitim für den besten Zweitligatorjäger aller Zeiten, von einem seiner Nachfolgerchen bei 96 mehr Treffer zu verlangen als zwei in bislang sieben Spielen. Dieter Schatzschneider hat 154-mal getroffen in der 2. Liga, auch mit jetzt 62 Jahren überdauert „Schatto“ mit seiner alten Bestmarke alle Angriffe von hoffnungsvollen Knipsern – am dichtesten dran ist derzeit der 32-jährige Simon Terodde beim HSV.

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Marvin Ducksch wird Schatzschneiders Rekord nicht mehr brechen

Marvin Ducksch, da legen wir uns fest, wird Schatzschneiders Rekord nicht mehr brechen in seiner Karriere. Der 26-Jährige hat 36 Tore erzielt in Liga zwei, davon 17 für 96. Fünf mehr hätten es locker allein im Spiel gegen Aue sein können, aber Ducksch hat sie alle verballert, bis ihn sein entnervter Trainer vom Platz nahm – die Gründe für das Versagen vorm Tor sind vielfältig, die grundsätzliche Erklärung hat aber immer mit Qualität zu tun, die man von einem mitunter zappeligen Zweitligastürmer nicht konstant erwarten kann. Ansonsten würde er sofort woanders spielen.

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Die Arbeitsbedingungen für Stürmer haben sich auch geändert – zu Schatzschneiders Zeiten wurde beinahe jeder Ball in Richtung des Mittelstürmers befördert. Wenn der dann am Elferpunkt den Hintern ausfuhr, sich drehte und in die Ecke schoss, war das simpler als heutzutage. Ein Stürmer wie Ducksch kann in einem modernen Spielsystem nicht nur passiv auf Vorlagen warten, er muss kombinieren, kontern und lauern, und er soll Vorlagen geben für den zweiten Stürmer – der derzeit leider auch indisponierte Hendrik Weydandt ist zumindest theoretisch ein guter Abnehmer.

Terodde – das unsichtbare Gespenst

Bis das Transferfenster wieder öffnet, werden Ducksch und Weydandt von einem unsichtbaren Gegner gejagt. Das Gespenst heißt Terodde, gilt als Synonym für den perfekten Torjäger, der aus keiner Chance fünf Buden macht und einen Aufstieg ganz alleine klarmachen kann. Terodde wird allerdings im Winter nicht nach Hannover wechseln, und auf dem Markt gibt es derzeit nur schlechtere Kopien.

Das sollten Ducksch und Weydandt in den sechs Punktspielen bis Weihnachten als Ansporn nehmen, ihrem Verein torreich zu beweisen, dass sie es viel besser können. Einer wie Ducksch braucht dafür vielleicht nur mal ein bisschen Glück. Und vorher die Geduld des Trainers.