21. November 2020 / 14:53 Uhr

96-Meinung: Eine Niederlage ist für Kocak und seine Mannschaft verboten 

96-Meinung: Eine Niederlage ist für Kocak und seine Mannschaft verboten 

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ein Sieg in Würzburg ist für Hannover 96 und Trainer Kenan Kocak eigentlich Pflicht.
Ein Sieg in Würzburg ist für Hannover 96 und Trainer Kenan Kocak eigentlich Pflicht. © dpa
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Ein Sieg bei den Würzburger Kickers ist für Hannover 96 Pflicht - ansonsten könnte man den Anschluss zu den Aufstiegsplätzen verlieren. Trainer Kenan Kocak wäre bei einer weiteren Auswärtsniederlage zwar nicht in Gefahr, dennoch müsste er sich unangenehme Fragen stellen lassen, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt. 

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Natürlich würde das bei 96 nicht so fix laufen wie mit dem Bundestrainer, der von seinen Kritikern nach der Blamage in Spanien über Nacht zum Chaos-Jogi ohne Zukunft erklärt wurde. Zahlreiche Experten diskutierten sogleich offen über seine möglichen Nachfolger – alle wünschten sich vor allem Jürgen Klopp, der aber gerade weder Zeit noch Lust hat. Löw wird bleiben, weil auch die DFB-Spitze keine verfügbaren Alternativen hat, allerdings ist der Bundestrainer noch stärker als schon zuvor beschädigt und wird spätestens nach der EM im kommenden Jahr den Weg freimachen.

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Ein 0:6 beim Zweitligaletzten in Würzburg sollte sich Kenan Kocak auch besser verkneifen, in Wahrheit ist aber auch jede andere Niederlage verboten für den 96-Trainer und seine Mannschaft. Nach bereits drei Auswärtspleiten in dieser Saison, zuletzt dem katastrophalen 1:4 in Fürth, steht Hannover schon vorm achten Spieltag ratlos an der Weggabelung – verliert 96 am Sonntag auch beim Aufsteiger, hat man Kontakt zur Abstiegszone. Der gewünschte zweite Platz könnte dann schon sechs Punkte entfernt sein, der HSV auf Platz eins womöglich zehn Punkte – der Druck wäre vor den folgenden schwierigen Spielen gegen Kiel, den HSV und Heidenheim enorm.

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Martin Kind geht vom Aufstieg aus

Trainer Kocak, der beim 96-Boss weiterhin ein gewisses Grundvertrauen genießt, wäre zwar nicht gleich in ernster Gefahr, er müsste sich aber unangenehme Fragen stellen lassen, die er nicht mehr allein mit verspäteten Transfers und kraftraubenden Länderspielreisen seiner Profis beantworten könnte. Martin Kind geht ja unverdrossen davon aus, dass sein Trainer mit einer der teuersten Mannschaften der 2. Liga den Aufstieg schaffen sollte – dabei interessiert den Chef in der Vorweihnachtszeit traditionell eher die schnöde Tabelle als die komplizierten Probleme in der gerne angeführten Belastungssteuerung im 96-Trainingsbetrieb.