01. November 2019 / 08:32 Uhr

96-Meinung: Rosaroter Blick nach vorne statt Schwarzmalerei

96-Meinung: Rosaroter Blick nach vorne statt Schwarzmalerei

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Kann 96 heute Abend auch am Ende jubeln? SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt versucht sich in Optimismus.
Kann 96 heute Abend auch am Ende jubeln? SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt versucht sich in Optimismus. © imago images / Sven Simon
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Bei Hannover 96 sorgt die Realität für Tristesse. Statt schwarz zu malen versucht SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt vor dem Heimspiel gegen Sandhausen, voller Zuversicht nach vorne zu schauen.

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Man kommt ja heutzutage als realistischer Mensch leicht in den Verdacht, ein Miesmacher (Spaßverderber, Querulant, Stänkerer) zu sein. Ein Schwarzmaler, der nur das Negative sehen will. Ein Phänomen, das auch im Sport zu beobachten ist – aber da machen wir heute nicht mit. Zum Heimsieg gegen Sandhausen und dem Beginn des goldenen 96-Novembers wird rosarot nach vorne geschaut, als Optimist (Schwärmer, Frohnatur, Romantiker).

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Die Serie: 96 ist dreimal in Folge ungeschlagen, würde mit einem Dreier auf acht Punkte aus den letzten vier Spielen kommen – der fabelhafte Schnitt eines Aufstiegskandidaten.

Slomka lässt sich nicht runterziehen

Die Fans: 96 rechnet mit 25 000 Zuschauern, trotz früher Dunkelheit, sieben Grad und einsetzendem Regen. Eine stolze Kulisse – erst recht, wenn Hannover ein Stadion wie das in Sandhausen hätte. Dann wäre das Spiel ausverkauft, und 10 000 Menschen müssten noch traurig draußen bleiben.

Der Trainer: Mirko Slomka lässt sich weder von der Heimbilanz noch von der Nachspielzeit runterziehen. Er steht zu sich und seiner Mannschaft, bleibt fokussiert, lobt alle Spieler, bei Marvin Bakalorz und Michael Esser bleibt er immerhin neutral. Die gute Laune hat sich Slomka auch bewahrt – na gut, außer, er sieht Dieter Schatzschneider oder bekommt für morgen Mittag eine überraschende Einladung zur klärenden Suppe in den Kokenhof.


Tore, Taktik und mehr: Das ist die Bilanz von Hannover 96 nach zehn Spielen

<b>Tabelle:</b> Der Absteiger aus der Bundesliga – oder, wie Osnabrücks Trainer Daniel Thioune nach dem 0:0 am Sonntag meinte, „der gefühlte Erstligist“ – steht da wie ein schlechter Zweitligist. Nur Platz zwölf, drei Punkte vor einem Abstiegsplatz – und weit weg vom formulierten Anspruch. „Der Aufstieg ist das Ziel“, hatte 96-Chef Martin Kind festgelegt. Ausgeschlossen ist das noch nicht, aber dazu müsste sich sehr viel drehen bei 96. Zur Galerie
Tabelle: Der Absteiger aus der Bundesliga – oder, wie Osnabrücks Trainer Daniel Thioune nach dem 0:0 am Sonntag meinte, „der gefühlte Erstligist“ – steht da wie ein schlechter Zweitligist. Nur Platz zwölf, drei Punkte vor einem Abstiegsplatz – und weit weg vom formulierten Anspruch. „Der Aufstieg ist das Ziel“, hatte 96-Chef Martin Kind festgelegt. Ausgeschlossen ist das noch nicht, aber dazu müsste sich sehr viel drehen bei 96. ©
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Man muss nur fest dran glauben

Der Boss: Martin Kind ist glücklich, weil sein Sparplan aufgegangen ist. Gut 20 Millionen Euro Transfererlöse, nur 2 Millionen ausgegeben, dazu mit Ina Aogo eine erstklassige Spielerfrau verpflichtet – und bereits vier Punkte Luft zum Abstieg. Gut möglich, dass Kind Slomka bald einen neuen Vertrag gibt.

Man muss nur fest dran glauben, an diesen Optimismus.