11. Oktober 2019 / 15:33 Uhr

96-Meinung: Länderspielpausen sind nicht mehr das, was sie mal waren

96-Meinung: Länderspielpausen sind nicht mehr das, was sie mal waren

Uwe von Holt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Martin Kind sorgt mit Selbstkritik für Aufsehen. Normalerweise nutzt ein Verein doch eine Länderspielpause, um sich neu zu struktieren, kommentriert Uwe von Holt. 
Martin Kind sorgt mit Selbstkritik für Aufsehen. Normalerweise nutzt ein Verein doch eine Länderspielpause, um sich neu zu struktieren, kommentriert Uwe von Holt.  © imago/Petrow/Montage
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Einst nutzten Vereine die Länderspielpausen, um sich in Krisenzeiten zu schütteln und neu aufzustellen. Nicht so bei Hannover 96. Da wartet Profichef Martin Kind mit einer Fehlerbeichte auf. Abgesehen davon, sind diese Zeitfenster eh nicht mehr das, was sie mal waren. Ein Kommentar von SPORTBUZZER-Redakteur Uwe von Holt.

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Länderspielpausen sind auch nicht mehr, was sie mal waren. Früher versammelte sich mittwochs das halbe Land vor den Fernsehern, um die Nationalmannschaft etwa beim Klassiker gegen Argentinien öffentlich-rechtlich zu beobachten, das Stadion war auch restlos ausverkauft.

Jetzt zeigt RTL die werbefinanzierte Fußball-Show „Bubis suchen ihr Gleichgewicht“, die Fans zappen unkonzentriert weg und verpassen hinterher sogar den Experten Jürgen Klinsmann, der die deutsche Mannschaft noch toller findet als der Jogi. Das Stadion, kein Wunder, ist auch nur noch gut zur Hälfte gefüllt.

Bilder vom Testspiel zwischen Hannover 96 und Arminia Bielefeld

Eine Schrecksekunde gab es in der 1. Halbzeit, als Hendrik Weydandt am Sprunggelenk behandelt werden musste. Zur Galerie
Eine Schrecksekunde gab es in der 1. Halbzeit, als Hendrik Weydandt am Sprunggelenk behandelt werden musste. ©
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Pausen waren ein Instrument

Ziemlich öde also, aber die Länderspielpause erfüllt auch ihren eigentlichen Zweck nicht mehr. Früher wurde bei verzweifelten Vereinen in der gedehnten Zeit zwischen zwei Punktspielen gerne der Trainer gewechselt. Das Management hatte dann Zeit, den alten Mann vernünftig zu feuern und den neuen Mann zu installieren. Es blieben danach auch immer ein paar Tage für den frisch verpflichteten Trainer, um die Mannschaft beim Üben kennenzulernen und einige tiefgründige Einzelgespräche zu führen.

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Kinds Beichte ist eine neue Variante

Diesmal aber ist nicht ein Trainer entlassen worden, weder in der 1. noch in der 2. Liga, auch Hannovers Mirko Slomka darf nach dem Sieg in Dresden eine harmonische Länderspielpause genießen. Statt den Trainer zu wechseln, hat 96-Boss Martin Kind diesmal die Zeit genutzt, um eine umfassende persönliche Fehlerbeichte abzulegen – eine ganz neue Variante.

Ob die gute, alte Länderspielpause endgültig ausgemustert ist oder aber noch mal ein klassisches Comeback gibt, werden wir jedoch schon Mitte November erleben. Dann ist Jogi wieder dran, und bis dahin hat 96 weitere vier Spiele gemacht – darunter zwei zu Hause, die besser gewonnen werden sollten.

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Miiko Albornoz ist für Chile am Samstag den 12. Oktober um 18 Uhr gegen Kolumbien im Einsatz, am Dienstag den 15. Oktober folgt ein weiterer Test gegen Guinea. ©

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