22. Juli 2020 / 07:47 Uhr

Nächster Akt im Torwart-Drama: Michael Esser soll bei 96 Zieler-Nachfolger werden

Nächster Akt im Torwart-Drama: Michael Esser soll bei 96 Zieler-Nachfolger werden

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 Erst verdrängte Ron-Robert Zieler (rechts) in Hannover Michael Esser von der Eins, jetzt könnte es genau andersherum laufen.
Erst verdrängte Ron-Robert Zieler (rechts) in Hannover Michael Esser von der Eins, jetzt könnte es genau andersherum laufen. © imago images/Schüler/Ulmer
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Dass Hannover 96 mit den Leistungen von Ron-Robert Zieler in der abgelaufenen Saison nicht rundum zufrieden gewesen ist, ist bekannt. Dass sein Vorgänger Michael Esser nun sein Nachfolger werden soll, ist kurios. Der Verein hüllt sich in Schweigen. Ein weiterer Kandidat soll Bremens Stefanos Kapino sein.

Seit Wochen arbeitet Hannover 96 an einem neuen Torwart-Epos. Und schon wieder geht es um die Nummer eins – typisch Torwartstadt. Und so geht die Geschichte, kurz zusammengefasst: 96 nimmt Ron-Robert Zieler (31) aus dem Tor, eine neue Nummer eins soll kommen, eher ein alter Bekannter. Michael Esser (32), von Hannover 96 ablösefrei im Winter nach Hoffenheim geschickt, soll zurückkehren.

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Nach jeweils einem Jahr zurückgestuft

Der nächste Akt im 96-Torwart-Drama steht kurz vor der Aufführung. Das Theater begann, als Manager Horst Heldt den Torhüter Michael Esser für über zwei Millionen Euro holte. Philipp Tschauner hatte 96 gerade den Aufstieg festgehalten. Tschauner blieb im Kasten, wurde sogar Kapitän, obwohl Esser viel Geld gekostet hatte.

Nach dem Klassenerhalt und einer ordentlichen Tschauner-Saison wurde Esser die Nummer eins. Tschauner flüchtete. Nach dem Abstieg holte der Neu-Manager Jan Schlaudraff seinen früheren Mitspieler Zieler ablösefrei aus Stuttgart – nun musste Esser auf die Bank, der wiederum zuvor ganz gut gehalten hatte.


Mehr über Hannover 96

Am Dienstagabend berichtete die Bild zuerst über Essers bevorstehende Rückkehr. Nach Information vom SPORTBUZZER holt 96 auf jeden Fall eine neue Nummer eins, Esser ist der Favorit. Intern heißt es, es gebe drei Kandidaten. Einer ist Esser, ein weiterer der griechische Nationaltorwart Stefanos Kapino (26) von Werder Bremen.

Leihe von Loris Karius schwierig vorstellbar

Als weiterer Kandidat in der Gerüchteküche wurde Loris Karius (27) genannt. Karius kehrte gerade von Besiktas Istanbul zu seinem Klub Liverpool zurück. Bei Trainer Jürgen Klopp hat er keine Chance, Stammkeeper zu werden. Hertha BSC und 96 sollen an einer Leihe interessiert sein. Auch der französische Erstligist HSC Montpellier ist wohl interessiert. Allerdings liegt sein Gehalt weit über dem, was Hannover zu zahlen imstande wäre.

Favorit bleibt Esser, der Angebote beim 1. FC Köln und bei Union Berlin aus der Bundesliga ablehnte – offenbar, um die alte und neue Nummer eins bei Hannover 96 zu werden. Gespielt hat der erfahrene und in Hannover beliebte Torwart zum letzten Mal am 1. November 2019 gegen Sandhausen (1:1).

Von Rynio bis Esser: Die Stammtorhüter von Hannover 96 seit 1979

Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) Zur Galerie
Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) ©

Und was wird aus Zieler? Er war seit der Rückkehr umstritten. Beliebt bei vielen, aber auch kritisiert wegen einiger Patzer. Die interne sportliche Einschätzung fiel hart aus: nicht genügend als Torwart, um der Mannschaft Punkte für den Aufstieg zu retten.

Keine Statements vom Verein

Zieler hatte sich die Rückkehr nach Hannover anders vorgestellt, er wollte sesshaft werden. Er wisse, dass dies nicht seine beste Saison war, gab er mal zu. Aber er wolle kämpfen, er identifiziere sich mit 96. Zieler baut in der Region ein Haus, seine Frau Anna erwartet ein Baby, am Donnerstag ist der erwartete Geburtstermin.

Zu der heiklen Personalie mochten sich auf Nachfrage weder 96-Sportdirektor Gerhard Zuber noch 96-Chef Martin Kind äußern. Denkbar, dass es gar nicht mehr zu einem Wettkampf mit Esser um das Tor kommt. Zieler gehört zu den Höchstverdienern, hat noch einen Vertrag bis 2023, plus Option bis 2024. 96 wird ihm Geld, viel Geld mitgeben müssen, damit er geht.