01. April 2021 / 07:09 Uhr

"Im Sommer sehen wir weiter": Michael Esser zur Konkurrenz im 96-Tor (XXL-Interview Teil 1)

"Im Sommer sehen wir weiter": Michael Esser zur Konkurrenz im 96-Tor (XXL-Interview Teil 1)

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bleibt er die Nummer eins im 96-Tor? Michael Esser spricht im SPORTBUZZER-Interview unter anderem über die Konkurrenz zwischen den Pfosten.
Bleibt er die Nummer eins im 96-Tor? Michael Esser spricht im SPORTBUZZER-Interview unter anderem über die Konkurrenz zwischen den Pfosten. © Florian Petrow
Anzeige

Nach seiner Quarantäne ist er zurück - und verpasste "dank" der Quarantäne für das komplette Team nicht mal ein Spiel. 96-Stammtorhüter Michael Esser spricht im ersten Teil des großen SPORTBUZZER-Interviews über seinen inneren Schweinehund, die Konkurrenz im 96-Tor und Ex-Kollege Simon Terodde.

Anzeige

Einer Ihrer alten Weggefährten hat mir verraten, dass Sie sich früher nach dem Krafttraining auch mal Wasser über das T-Shirt gekippt haben – damit es aussieht, als hätten Sie geschwitzt. Machen Sie das eigentlich immer noch?

Anzeige

(lacht) Von wem kommt das denn? Ne ne, mittlerweile mache ich das nicht mehr! Die guten alten Zeiten sind vorbei, jetzt schwitze ich wirklich.

… und was halten Sie von Traktorreifen?

Ah, jetzt kommen wir der Sache schon näher! Das war in Bochum früher ein beliebtes Trainingsutensil. Ich persönlich fand die Einheit immer richtig geil, weil es darum ging, den Schweinehund zu überwinden, das hat mega Spaß gemacht. Das war für mich eine ganz wichtige Zeit damals.

Als Sie vor 13 Jahren in Bochum das Probetraining hatten, sollen noch zwei weitere Torhüter dabei gewesen sein – eigentlich talentiertere. Aber nur Sie haben sich durch das Training gekämpft. Was sagt das über Ihre Mentalität aus?

Damals haben sie mich nur genommen, weil ich das Training nicht abgebrochen habe. Mein Torwarttrainer dort, Peter Greiber, hat mehr in mir gesehen. Dadurch bin ich überhaupt im Profifußball gelandet, dafür bin ich ihm bis heute dankbar. Ich habe als Torwart so viele Dinge einfach gemacht, auch wenn’s anders besser gewesen wäre. Da hat der Peter mir sehr viel beigebracht.

Von Rynio bis Esser: Die Stammtorhüter von Hannover 96 seit 1979

Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) Zur Galerie
Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) ©

Heute ist Rolf Moßmann Ihr Torwarttrainer, der hat zum Training wieder die Spezialbrillen Training mitgebracht. Sie sind 33 Jahre alt – aber lernt ein Torwart nie aus?

Es ist nie verkehrt, mal was anderes zu machen, als das normale Torwarttraining. Sowas mal einzustreuen. Im Großen und Ganzen muss man aber natürlich erst mal schauen, dass man fit bleibt und die Basics beherrscht. Die kann man immer verbessern, auch im höheren Alter. Wir versuchen, jeden Tag was rauszukitzeln.

Bei den 96-Einheiten sind gerade vier Torhüter auf dem Feld. Ist das Verhältnis mehr Kumpel oder eher Konkurrenz?

Wir kommen alle sehr gut miteinander aus. Martin Hansen, Michael Ratajczak und Marlon (Sündermann) sind wirklich super Jungs. Wir pushen uns gegenseitig im Training, es macht einfach riesig Spaß. Und ich freue mich auch, wenn ich die Rückkehrer wiedersehe.

Sehen Sie Ihre Stammrolle im Sommer in Gefahr?

Wir haben ja noch ein paar Spiele vor der Brust, auf die ich mich jetzt konzentriere. Dann kommt der Sommer, dann sehen wir weiter. Die Zeit wird zeigen, was passiert.

Bei Ihrer eigenen Rückkehr ging es auch um den Wunsch nach dem Aufstieg. Das müssen Sie und 96 erst mal verschieben. Wie sehr schmerzt es?

Natürlich haben wir uns alle mehr erhofft, und ja, es nervt auch. Wenn es nicht klappt, ist immer eine Enttäuschung da. Aber bis jetzt gucke ich nicht auf diese Enttäuschung, sondern auf die übrigen Spiele. Wir müssen jetzt noch das Bestmögliche aus der Runde rausholen, dann gucken wir, wo wir gelandet sind, und dann aufs nächste Jahr.

Anzeige

Nächstes Spiel: Hamburger SV. Wie froh ist der gegnerische Torwart, wenn Simon Terodde nicht bei 100 Prozent ist?

Ich kenne Simon aus Bochumer Zeiten, hatte ihm auch geschrieben nach seiner Corona-Erkrankung. Ich würde mich freuen, wenn ich ihn wiedersehe, wenn er wieder bei 100 Prozent ist und wenn er gegen mich spielt. Ich wünsche ihm keine Tore – aber sonst alles Gute!

Michael Esser: Bilder seiner Karriere

Beim VfL Bochum gelang Esser der Durchbruch im Profifußball. Allerdings kam er zu Beginn seiner Bochum-Zeit zunächst bei der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Zur Galerie
Beim VfL Bochum gelang Esser der Durchbruch im Profifußball. Allerdings kam er zu Beginn seiner Bochum-Zeit zunächst bei der zweiten Mannschaft zum Einsatz. ©

Können Sie die Tormaschine stoppen?

Ich möchte mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, das kommt dann nur alles zurück. (lacht) Er muss sein Spiel machen und ich meins – dann gucken wir mal, was dabei rauskommt.

Aber ein 96-Sieg würde Ihren Ex-Kollegen in Bochum im Aufstiegsrennen sehr helfen …

Ich habe und schon ein paar SMS aus Bochum bekommen, dass wir uns anstrengen sollen. Aber ich bin jetzt genau so motiviert auf einen Sieg, wie ich es am 18. April sein werde, wenn wir gegen Bochum spielen.