09. März 2021 / 20:28 Uhr

Frantz (er)klärt das: Weshalb der Routinier für 96 noch ganz wichtig werden kann

Frantz (er)klärt das: Weshalb der Routinier für 96 noch ganz wichtig werden kann

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mike Frantz ist bei Hannover 96 der verlängerte Arm von Trainer Kenan Kocak.
Mike Frantz ist bei Hannover 96 der verlängerte Arm von Trainer Kenan Kocak. © Florian Petrow
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Lange hat Mike Frantz Hannover 96 nach seinem Muskelriss auf dem Platz gefehlt. Für die Mannschaft spielt der 34-Jährige dennoch eine wichtige Rolle. Und die wird spätestens nach seinem Comeback gegen Aue wohl noch wichtiger werden.

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Es gibt in jeder Fußballmannschaft die großen Schweiger. Kultstürmer Jiri Stajner war so einer gewesen bei Hannover 96. Und es gibt die, die viel reden. So einer ist Mike Frantz. Nach dem Training der Ersatzspieler ging Frantz gemeinsam mit Jaka Bijol (Typ Schweiger) zurück in die Kabine. Franz erklärte Bijol in englischer Sprache, auf welche Situationen es im Fußball ankomme.

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Dabei gestikulierte Frantz, erklärte wie ein Trainer – einem Rivalen auf seiner Position. Bijol ist Mittelfeldspieler wie Frantz, die beiden konkurrieren bereits am Sonntag gegen Würzburg um eine Position. Dennoch packte sich der verlängerte Arm des Trainers Kenan Kocak den Mitspieler.

Bilder vom Training von Hannover 96 (9. März)

Bilder vom Training von Hannover 96 (Dienstag, 3. März 2021) Zur Galerie
Bilder vom Training von Hannover 96 (Dienstag, 3. März 2021) ©

Der 34-Jährige kümmert sich um viele Spieler. Um Florent Muslija zum Beispiel, „der eine wahnsinnig gute Qualität hat individuell, er kann es halt in den Momenten im Spiel noch nicht immer einsetzen“.

Außerdem nahm Frantz den bisher enttäuschenden Königstransfer Patrick Twumasi in Schutz. Klar habe der Defizite, erklärte der 34-Jährige, weil Twumasi die Grundlagen für die zweite deutsche Liga in Spanien oder Kasachstan nie gelernt habe.

Die Lehrerrolle des früheren Freiburgers war bisher auf die Kabine beschränkt nach seinem Muskelriss. In Aue feierte Frantz sein Comeback, wenn auch nur ab der 78. Minute. Trainer Kocak gab Frantz für den Kurzeinsatz eine glatte Eins.

„Ich habe ihn sehr gut gesehen, er hatte sehr gute Minuten, war sofort im Spiel drin, hat das taktisch sehr gut gemacht“, sagte Kocak. Nebenbei sei er „sehr, sehr wichtig“ für die Kabine. Aber das kannte 96 von ihm schon. Frantz verzichtete auf eine externe Reha und blieb in Hannover, um bei seiner Mannschaft zu sein.

Kocak braucht Frantz als „Führungsspieler, eine Persönlichkeit“, um den Rest der Saison wieder etwas positiver zu gestalten.

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Ob Frantz am Sonntag schon ein sportlicher Faktor gegen Würzburg werden kann? Kocak tendierte bisher nicht dazu, Spieler nach längeren Verletzungen früh einzubauen.

Deshalb läuft alles auf die Rückkehr von Bijol in die Startelf hinaus. Der Slowene hatte in Aue nach der fünften Gelben Karte gefehlt. Die meisten Verwarnungen hatte Bijol nach überflüssigen Grätschen kassiert. Wer grätscht, verliert? Frantz wird ihm die gute alte Jogi-Löw-Regel erklärt haben, dass nur der grätscht, der vorher einen Fehler gemacht hat.