08. Oktober 2019 / 07:44 Uhr

Hannover 96: Mirko Slomka hat die Elf seines Vertrauens gefunden

Hannover 96: Mirko Slomka hat die Elf seines Vertrauens gefunden

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Zwei wichtige Spieler von 96-Trainer Mirko Slomka: Marvin Ducksch und Waldemar Anton.
Zwei wichtige Spieler von 96-Trainer Mirko Slomka: Marvin Ducksch und Waldemar Anton. © imago images/Montage
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Es scheint so, als hätte 96-Trainer Mirko Slomka endlich das Grundgerüst der Mannschaft gefunden. Marc Stendera als Denker und Lenker, Waldemar Anton als Strukturgeber und Marvin Ducksch als unberechenbarer Stürmer zeigten in Dresden gute Leistungen. Bei Hannover 96 bewegt es sich in die richtige Richtung.

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Es war die bisher beste Saisonleistung, die 96 in Dresden ablieferte. Endlich mal mit Dampf nach vorne und Stabilität in der Defensive. Mirko Slomka hat lange gesucht, jetzt scheint er die Elf seines Vertrauens gefunden zu haben – mit viel Qualität, Schlüsselspielern, Trainerlieblingen und nur wenigen Fragezeichen.

„Wir haben das System zum dritten Mal gespielt, das tut uns auch ganz gut. Darauf können wir aufbauen“, freute sich Stammtorwart Ron-Robert Zieler nach dem Sieg in Dresden. 96 war dominant, und das mal (fast) über 90 Minuten. „Wir haben uns mit einer echten Teamleistung durchgesetzt, mit einer kämpferischen Einheit“, fand Slomka. Es scheint, als habe er endlich das Gleichgewicht in seinem Grundgerüst gefunden.

Stendera und Anton überzeugen in Dresden

Auffällig als Schlüsselfigur: Marc Stendera. Der Ex-Frankfurter schwingt sich auf, neuer Boss bei 96 zu werden. Er lenkt, grätscht ab, legt Tore auf. Slomka hat endlich den Kreativen im Mittelfeld, der 96 gefehlt hat.

Dahinter überzeugend endlich wieder Waldemar Anton. Der Mühlenberger spielt – wie 96 – eine Saison mit Höhen und mehr Tiefen. Doch in Dresden ging der Ex-Kapitän voran. Eher aus Not war er auf die Sechserposition gerückt, fühlte sich augenscheinlich wohl. Anton war hinten giftig, schaltete sich vorne mit ein.

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<b>Ron-Robert Zieler:</b> 3,1 Zur Galerie
Ron-Robert Zieler: 3,1 ©
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Elez zahlt Vertrauen zurück - Außenverteidiger wackelig

Dahinter in der Innenverteidigung machte Anton-Vertreter Josip Elez erneut eine gute Partie. Die Liaison zwischen 96 und dem Kroaten war nicht immer glücklich – aber er zahlt Slomkas Vertrauen zurück. Verlassen kann sich der Coach auch auf Nebenmann Marcel Franke. Der Neue ist seit seinem Wechsel die Konstante in der 96-Abwehr.

Etwas wackelig sind derweil noch die Außenverteidiger. Miiko Albornoz ist der beste von drei wenig überzeugenden auf links (Horn, Ostrzolek). Rechtsverteidiger Julian Korb hat defensiv zwar immer mal Wackler, schoss gegen Dresden dafür das 1:0, das den 96-Sieg einleitete. Trotzdem wahrscheinlich, dass Slomka wieder auf Sebastian Jung setzt, wenn der seine Adduktorenprobleme überstanden hat. Denn: Jung überzeugte zum Saisonstart besonders.

Ducksch gesetzt - Weydandt Joker

Genki Haraguchi scheint einer von Slomkas Lieblingsschülern zu sein. Trotz starker Schwankungen in dessen erstem Hannover-Jahr hält Slomka am Japaner fest. Das Vertrauen tut Haraguchi gut. Der Techniker kann an guten Tagen den Unterschied ausmachen. Slomka will das aus ihm herauskitzeln, die guten Tage zur Normalität machen.

Auch im Sturmzentrum setzt Slomka auf Vertrauen – und Marvin Ducksch. Der einstige Zweitliga-Torschützenkönig hat sich fürs Erste gegen Hannovers Märchenstürmer Hendrik Weydandt durchgesetzt, ist Slomkas erste Wahl. Auch bei ihm gilt: Die unkonventionelle Art macht 96 unberechenbarer.

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Hansson und Teuchert als starke Lösung der Zukunft?

Daneben verdrängte Emil Hansson in Dresden Cedric Teuchert aus der Startelf. Das Schweden-Talent bewarb sich für mehr Einsatzzeit. Er wuselte links vorn, sein Antritt und sein Tempo machen dem Gegner Probleme. Er bringt mehr Unberechenbarkeit rein, die 96 zwingend braucht. Doppelt gut: Als Teuchert für ihn übernahm, brauchte der keine Anlaufzeit. Den Kurzeinsatz krönte er mit einem Tor. Das Duo und die Einsatzaufteilung könnten eine starke Lösung für die Zukunft sein.

Slomkas Vertrauens-Team muss nachlegen. Fakt ist schon jetzt: Es bewegt sich was bei 96 – in die richtige Richtung.

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