31. August 2021 / 19:31 Uhr

Handicap bei 23: Ex-96-Trainer Slomka hat das Golfspielen entdeckt

Handicap bei 23: Ex-96-Trainer Slomka hat das Golfspielen entdeckt

Josina Kelz
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mirko Slomka beim Golf.
Mirko Slomka beim Golf. © Debbie Jayne Kinsey
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Mirko Slomka geht seit drei Jahren regelmäßig golfen und hat "eine große Begeisterung" für den Sport entwickelt. Mit dem Fußballtrainer-Dasein hat er aber keinesfalls abgeschlossen.

Sonntagmorgen, halb zehn auf dem Garbsener Golfplatz. Über die angrenzende A 2 rollt der gemächliche Sonntagsverkehr, auf dem Blauen See gleich nebenan geht die einzige Bewegung von den Regentropfen aus, die auf die Wasseroberfläche prasseln. Weitaus mehr los ist im Golfclub. 88 Hobbysportler sind gekommen, um beim Möbel-Hesse-Cup ihre Bälle zu spielen – trotz des schlechten Wetters. „Ach, das bisschen Nieseln stört Golfer nicht“, versichert Veranstalter Robert Andreas Hesse.

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Ex-96-Trainer Mirko Slomka (53) stimmt dem zu: „Das macht mir überhaupt nichts.“ Vom Fußballplatz ist er schließlich jedes Wetter gewohnt. Im Herbst ist es zwei Jahre her, dass er Hannover 96 verlassen hat. Seitdem hat er nicht mehr als Trainer gearbeitet, es ist ruhig geworden um die Vereinslegende.

"Die Natur, die Ruhe, die Psychologie begeistern mich."

Fast wirkt es an diesem Sonntagmorgen so, als habe Slomka endgültig den Fußball gegen den Golfball getauscht, so enthusiastisch und fast profihaft, wie er einen Ball nach dem nächsten schlägt. „Ich habe tatsächlich eine große Begeisterung für diesen Sport entwickelt“, gibt er zu.

„Mein Bruder hat mich vor drei Jahren dazu gebracht, als ich verletzt war. Fußball spielen ging nicht, Tennis auch nicht – was ich genauso leidenschaftlich gern spiele.“ Die Verletzung ist längst verheilt, doch das Golfen ist geblieben. „Die Natur, die Ruhe, die Psychologie begeistern mich.“

Mirko Slomka spielt Golf: Der Ex-96-Trainer beim Möbel-Hesse-Cup

Impressionen: Mirko Slomka beim Möbel-Hesse-Cup Zur Galerie
Impressionen: Mirko Slomka beim Möbel-Hesse-Cup ©

Sein Handicap liegt mittlerweile bei 23. Einmal pro Woche versucht er, auf den Golfplatz zu gehen, meistens in Gleidingen oder Rethmar. Wer Slomka also antreffen will, sucht am besten dort. Oder in München. Denn da hat er seit rund einem Jahr einen Job bei Sky als Fußballexperte, vorher bei Prime Video. Freitagabends um 22.30 Uhr ist er in der Bundesliga-Vorschau zu sehen.

Als TV-Experte bestens über Fußball informiert

Golfen hin oder her: „Ich bin weiterhin sehr fußballbegeistert.“ Und auch mit dem Dasein als Trainer hat er nach zwei Jahren noch nicht abgeschlossen. „Natürlich nicht, das ist das, was ich liebe“, sagt er voller Inbrunst. Er könnte sofort einsteigen, als Experte im TV sei er bestens informiert. „Man braucht ein großes Wissen und muss über alles Aktuelle Bescheid wissen.“


Doch so gern er wieder Trainer wäre: „So ganz verrückte Sachen wie Saudi-Arabien würde ich nicht machen. Es sollte schon in der Nähe der Heimat sein."

Mehr Heimat als 96 ginge nicht, über den Verein möchte er aber aktuell nicht sprechen. Doch was die Stadt angeht, ist er immer noch mit Herzblut dabei. „Hannover ist mein Standort, mein Lebensmittelpunkt“, schwärmt er. Nach München pendelt er, sein Zuhause bleibt hier. Und langweilig wird es auch ohne Trainerjob nicht. „Ich habe eine wundervolle Familie. Meine Tochter arbeitet jetzt als Fitnesstrainerin im Robinson Club in Griechenland, mein Sohn macht bald seinen Abschluss“, erzählt der stolze Papa.

Entlassung von Trainer Mirko Slomka: So reagierten die 96-Fans

96-Fanmeinung zur Entlassung von Trainer Mirko Slomka Zur Galerie
96-Fanmeinung zur Entlassung von Trainer Mirko Slomka ©

Und dann bleibt immer noch das Golfspielen, gern auch mit Kumpel Hesse. Die beiden legen den Arm umeinander. „Wir kennen uns schon ewig."

Slomka erreichte in seiner Klasse den dritten Platz. Am besten abgeschnitten haben an diesem Sonntag Alexander Koller und Kerstin Ivanovits aus München. Am Vortag (der Möbel-Hesse-Cup läuft an mehreren Tagen) machte Profispieler Christoph Korallus den ersten Platz, er ist gerade mit dem GC Hannover in die Bundesliga aufgestiegen.

„Es ist kein schweißtreibender Sport, aber am Ende des Tages ist man bei so einem Turnier rund zehn Kilometer gelaufen, das spürt man dann abends im Körper“, so Hesse, der in einem Team mit Sohn Emil und dem besten Freund Volker Müller, Geschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, spielte.