14. September 2021 / 14:26 Uhr

Rausrotiert: Warum Muslija, Muroya, Kaiser und Weydandt jetzt die Bank drücken

Rausrotiert: Warum Muslija, Muroya, Kaiser und Weydandt jetzt die Bank drücken

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Muslija, Muroya, Kaiser und Weydandt fanden sich bei 96 zuletzt auf der Bank wieder.
Muslija, Muroya, Kaiser und Weydandt fanden sich bei 96 zuletzt auf der Bank wieder. © imago images/Zink/Wedel/SPORTBUZZER
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Gleich vier Profis, die zuletzt in jedem 96-Spiel auf dem Platz gestanden hatten, blieben gegen St. Pauli komplett auf der Bank. Am Samstag in Kiel wird das ehemalige Stammquartett erneut die zweite Geige spielen.

Die Situation ist neu. Oder einfach ungewohnt. Florent Muslija, Sei Muroya, Dominik Kaiser und Hendrik Weydandt hatten vor dem 1:0 gegen St. Pauli in jedem 96-Spiel mitgewirkt. „Ohne Einsatz im Kader“ steht jetzt nun in der Spielstatistik. Weydandt war stets vorbereitet, als Joker kurzfristig heißzulaufen. Gegen St. Pauli blieben die Muskeln kalt.

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Lukas Hinterseer ist im Sturm gesetzt, und Ermüdungserscheinungen zeigte der Österreicher keine. „Klar ist das ein bisschen hart für Henne“, sagte Trainer Zimmermann, „aber nicht nur für Henne, auch für alle anderen“.

So waren die Spieler von Hannover 96 gegen den FC St. Pauli in Form

Ron-Robert Zieler: Ups, die erste Aktion misslingt. Lässt einen harmlosen Schuss abklatschen. Der Weltmeister fängt sich aber wieder.  Klasse Parade (63.) beim Schuss von Buchtmann. Riskiert in der Schlussphase Kopf und Kragen. Erntet dafür zum ersten Mal „Zieler“-Sprechrufe. Note: 2 Zur Galerie
Ron-Robert Zieler: Ups, die erste Aktion misslingt. Lässt einen harmlosen Schuss abklatschen. Der Weltmeister fängt sich aber wieder.  Klasse Parade (63.) beim Schuss von Buchtmann. Riskiert in der Schlussphase Kopf und Kragen. Erntet dafür zum ersten Mal „Zieler“-Sprechrufe. Note: 2 ©

Nationalspieler Muroya sieht nun Jannik Dehm vor sich. Zimmermann verzichtet auf Muroyas Tempo, setzt dafür auf Dehms Zweikämpfe und dessen Willen. Muslija, ebenfalls Nationalspieler, kommt am schnellen Beier nicht vorbei. Kaiser hat in vielerlei Hinsicht Nachteile im Vergleich zum gelernten Sechser Gaël Ondoua.

96-Trainer Zimmermann: "harte Entscheidungen"

Zimmermann hatte „den Jungs zuvor gesagt, dass ich harte Entscheidungen treffen muss, wir haben jetzt einen starken Kader“. Am Samstag in Kiel wird das ehemalige Stammquartett erneut die zweite Geige spielen. Einsatzzeiten, sagte Zimmermann, könnten sich die Spieler übers Training verdienen. Der Trainer hat nun die Wahl – und ist zufrieden.

Das durfte er auch sein nach dem verdienten Sieg. Die Bank bestand ja außerdem aus weiteren Spielern, die Einsatzzeiten bekamen. Sebastian Kerk schoss das Siegtor, Philipp Ochs organisierte die letzten Minuten im Mittelfeld, Luka Krajnc checkte Kofi Kyereh aus dem Spiel.

Und da war noch Sebastian Stolze, der als Vorbild gelten darf für alle Bankspieler, die später noch ins Spiel kommen. Stolze kam für den starken Beier. Hochgerechnet auf 90 Minuten wäre Stolze über 13 Kilometer gelaufen mit dem Pensum, dass er in den letzten 21 Minuten abspulte.


Sonderlob für Sebastian Stolze

„Wahnsinn, was der Junge auch noch hinten gearbeitet hat und in der 83. Minute noch den Ball blockt“, sagte Zimmermann. Stolze komme in der Bewertung ohnehin zu schlecht weg, meinte der Trainer, der die Zweikämpfe des Ex-Regensburgers lobt. Mit seiner Willensleistung brachte er in der Schlussphase auch noch die Nordkurve mit der Stolze-Faust in Stimmung.

Die Leistung nach seiner Einwechslung sollte Weydandt, Muslija, Kaiser und Muroya Mut machen für die weitere Saison. „Ich habe immer gesagt, dass nicht nur wichtig ist, welche Mannschaft anfängt, sondern auch, welche Mannschaft aufhört“, sagte Zimmermann. Stolzes Leistung habe bewiesen, „dass wir eine Mannschaft sind“.

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