17. März 2021 / 07:05 Uhr

96-Boss Kind sieht Sparzwang auch beim Nachwuchs: "Von 7 Millionen herunterkommen"

96-Boss Kind sieht Sparzwang auch beim Nachwuchs: "Von 7 Millionen herunterkommen"

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bei 96 muss gespart werden - auch im Nachwuchsleistungszentrum.
Bei 96 muss gespart werden - auch im Nachwuchsleistungszentrum. © Florian Petrow
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96 fehlen in der nächsten Saison 8 bis 9 Millionen Euro. Boss Martin Kind will die Personalkosten von 23 auf 16 Millionen Euro senken. Dort eingerechnet ist der Nachwuchs, hier will Kind "herunterkommen von den 7 Millionen Euro", die das NLZ jedes Jahr verschlingt. Die fetten Jahre seien vorbei.

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Nicht nur sportlich ist das ein verlorenes Jahr, auch finanziell geht Hannover 96 mit einem dicken Minus aus der Saison. „Wir werden mit gut 10 Millionen Euro Verlust abschließen“, hat 96-Chef Martin Kind errechnen lassen. Das Problem vergrößert sich in der nächsten Spielzeit, weil das Fernsehgeld im Ganzen weniger und auch anders verteilt wird. „96 fehlen in der nächsten Saison 8 bis 9 Millionen Euro“, weiß Kind.

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Das kann nicht ohne Folgen bleiben. „Wir müssen die Kosten bei der Mannschaft – also bei Gehältern und Transfers – reduzieren“, kündigt Kind an. Das gilt allerdings nicht nur bei den Profis. Auch das Nach­wuchs­leistungszen­trum, die Akademie in der Eilenriede, muss sparen. Kind will „herunterkommen von den 7 Millionen Euro“, die das NLZ jedes Jahr verschlingt.

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Die Personalkosten beim Nachwuchs werden in den Etat der Profis eingerechnet. In der kommenden Saison wird dieser Spielerhaushalt von jetzt knapp 23 Millionen auf „etwa 16 Millionen Euro“ laut Kind sinken. Bei den Profis gilt ab sofort eine neue Gehaltsobergrenze von 400 000 Euro, auch beim Nachwuchs muss konsequenterweise gespart werden. Das trifft vor allem Spieler, die in den vergangenen Jahren mit überdurchschnittlich dotierten Verträgen ausgestattet wurden.



Die fetten Jahre sind vorbei, die Corona-Krise macht Spieler billiger, sicher auch auf dem Talentmarkt. Man habe früher „Entscheidungen getroffen, die von Großzügigkeit und dem Prinzip Hoffnung geprägt waren“, sagt Kind auch mit Blick auf die Akademie. „Das können wir uns nicht mehr leisten.“ Das gilt auch für die Trainer, wenn Verträge auslaufen und verhandelt werden müssen. Der Sparhammer trifft jetzt auch die Akademie.