30. August 2021 / 16:59 Uhr

"Passt zu 100 Prozent ins Profil": 96 holt Ex-HSV-Stürmer Hinterseer (UPDATE!) 

"Passt zu 100 Prozent ins Profil": 96 holt Ex-HSV-Stürmer Hinterseer (UPDATE!) 

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Spielte vor seinem Engagement in Südkorea noch für den Hamburger SV: der neue 96-Stürmer Lukas Hinterseer. 
Spielte vor seinem Engagement in Südkorea noch für den Hamburger SV: der neue 96-Stürmer Lukas Hinterseer.  © IMAGO/MIS
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Es hatte sich bereits abgezeichnet, nun ist der Transfer endgültig perfekt: Lukas Hinterseer (30) wechselt vom südkoreanischen Klub Ulsan Hyundai zu Hannover 96. Der Stürmer hat einen Vertrag bis 2023 unterschrieben und soll bei den Roten die Nachfolge von Marvin Ducksch antreten. In Deutschland ging Hinterseer bereits für den Hamburger SV, den VfL Bochum sowie den FC Ingolstadt auf Torejagd.

Was 96 an Marvin Ducksch verloren hat, zeigte sich schon am ersten Spieltag nach dem Verkauf. Der Stürmer traf zweimal für Werder – 96 blieb torlos, wieder einmal. Klar war aber auch – für Ducksch soll ein neuer Stürmer verpflichtet werden. Vor der Partie in Darmstadt hat das nicht mehr geklappt. Doch nun ist der Ersatz gefunden – Lukas Hinterseer stürmt ab sofort für 96. Er wurde am Montag fest verpflichtet, eine Ablöse wird fällig.

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Der 30-Jährige kehrt damit nach einem halben Jahr aus Südkorea zurück nach Deutschland. Er hatte hier zuletzt für den Hamburger SV gespielt, war im Januar aber zu Ulsan Hyundai gewechselt. Bei 96 hat Hinterseer nun einen Vertrag bis 2023 unterschrieben und erhält die Rückennummer 17. 96-Sportdirektor Marcus Mann ist sehr glücklich darüber, dass der Deal zustande gekommen ist: "Lukas Hinterseer hat in der 2. Liga eindrucksvoll seine Qualitäten als Torschütze unter Beweis gestellt. Er passt sportlich und menschlich sehr gut in die Mannschaft und wird uns sicherlich dabei helfen, wieder mehr Torgefahr auszustrahlen." Zudem hofft Mann auf eine kurze Eingewöhnungszeit, schließlich sei der Neuzugang "voll im Training".

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"Wollte es einfach unbedingt machen"

Auch Coach Jan Zimmermann ist "total froh, dass wir die Verpflichtung schnell und kurzfristig verwirklichen konnten". Hinterseer passe "zu 100 Prozent in das Profil, das wir uns für die Offensive vorgestellt haben". "Mit seiner Spielweise und seiner Erfahrung wird uns Lukas enorm weiterhelfen", so der Trainer.

Hinterseer selbst kann es kaum erwarten bei 96 loszulegen. "Als ich vom Interesse gehört habe, wollte ich es einfach unbedingt machen", sagt er und fügt an: "Ich komme zu einem Klub, wo sich in den vergangenen Wochen und Monaten einiges verändert hat, und glaube fest daran, dass hier ein guter Spirit entstehen wird."

Hinterseers Flucht nach Südkorea

Seine erfolgreichste Zeit hatte Hinterseer in Bochum. Beim Zweitligisten traf er im Schnitt in jedem zweiten Spiel. Mit Ingolstadt war zuvor schon in die Bundesliga auf-, aber auch wieder abgestiegen. In der Saison 2019/2020 wechselte er zum HSV. Bis zur Corona-Pause war Hinterseer Stammspieler unter Trainer Dieter Hecking, erzielte neun Tore in 23 Spielen. Nach Wiederaufnahme der Saison wurde ihm der bei Bayer Leverkusen ausgeliehene Joel Pohjanpalo vorgezogen. Hinterseer wurde zum Einwechselspieler herabgestuft.

Zur folgenden Saison holte der HSV dann den Torgaranten Simon Terodde aus Köln – damit war der Platz im Sturmzentrum erneut besetzt. Bis zum 16. Spieltag brachte es Hinterseer nur noch auf vier Kurzeinsätze. Daraufhin flüchtete er nach Südkorea. Bei 28 Einsätzen für Ulsan Hyundai traf er neunmal. Mit den Südkoreanern spielte er im Fe­bru­ar sogar bei der Fifa-Klub-WM. Ulsan scheiterte im Zweitrundenspiel gegen Tigres mit 1:2. Die Mexikaner verloren später das Finale mit 0:1 gegen Bayern München. Er kam auch in der Champions League des Kontinentalverbandes zu Einsätzen.


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<b>Zugänge:</b> Lukas Hinterseer (für 150.000 Euro, kommt von Ulsan Hyundai) Zur Galerie
Zugänge: Lukas Hinterseer (für 150.000 Euro, kommt von Ulsan Hyundai) ©

"Der Stürmer ist der Letzte, den wir holen"

Der Neffe von Hansi Hinterseer, dem Schlagersänger und ehemaligen Skirennläufer, wurde in Kitzbühel geboren. Er durchlief mehrere österreichische Junioren-Nationalmannschaften und spielte auch 13-mal fürs A-Team des Landes. Sein letzter Einsatz für Österreich liegt aber bereits zwei Jahre zurück.

Bei 96 ist er der neunte Zugang. Das Transferfenster bleibt zwar noch bis Dienstag geöffnet, es soll aber kein weiterer Spieler mehr verpflichtet werden. „Der Stürmer ist der Letzte, den wir holen“, sagte 96-Chef Martin Kind noch vor der offiziellen Bekanntgabe des Hinterseer-Deals. „Die Mannschaft ist sowieso schon teurer geworden, als ich wollte.“

Geht Twumasi noch?

Vielleicht geht aber noch ein Spieler. Patrick Twumasi kam auch in Darmstadt nicht von der Bank herunter. Der als Königstransfer der Vorsaison für 800 000 Euro Ablöse eingekaufte Stürmer hat in der neuen Saison noch nicht eine Minute gespielt. Er dürfte mittlerweile verstanden habe, dass Trainer Jan Zimmermann nicht mit ihm plant. Twumasis Berater sucht nach einem neuen Klub. Die Chance, einen zu finden, wird bei 96 aber eher gering eingeschätzt. Der Vertrag läuft noch bis Juni 2023. Sollte er bleiben, droht ihm die Abschiebung zur U23.