12. Mai 2020 / 10:56 Uhr

Nur im Sturm eine offene Frage: Beim 96-Neustart spricht alles für die Nürnberg-Sieger

Nur im Sturm eine offene Frage: Beim 96-Neustart spricht alles für die Nürnberg-Sieger

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Es ist schon eine ganze Ecke her, dass die Spieler von Hannover 96 jubeln durften. Mit vermutlich unverändertem Personal sollen sie das nach langer Pause auch in Osnabrück tun.
Es ist schon eine ganze Ecke her, dass die Spieler von Hannover 96 jubeln durften. Mit vermutlich unverändertem Personal sollen sie das nach langer Pause auch in Osnabrück tun. © imago images/Zink
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Wenn Hannover 96 in Osnabrück wieder in den Spielbetrieb einsteigt, wird die Pause so lang gewesen sein wie eine Sommerpause. Die Startelf wird Kenan Kocak im Vergleich zum 3:0 in Nürnberg aber wohl unverändert lassen. Einzig ganz vorn stellt sich die Frage: John Guidetti oder Hendrik Weydandt?

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Mehr als zwei Monate sind schon vergangen, seit Hannover 96 zuletzt um Punkte gespielt hat. Am 6. März gewann die stark aufspielende Mannschaft mit 3:0 in Nürnberg. Die Tore erzielten keine teuer eingekauften Profis, sondern ein junges, in und um Hannover großgewordenes Trio: Timo Hübers (23), Linton Maina (20) und Hendrik Weydandt (24).

Tatsächliche Vorbereitung eher knapp

Wenn 96 die Saison fortsetzt, wird die Unterbrechung so lang gewesen sein wie eine normale Sommerpause. 78 Tage nach der letzten Partie steigt 96 wieder ein – ohne Testspiel vorweg.

Das Kuriose daran: Trotz der langen Zeit gerät die tatsächliche Vorbereitung auf die Partie eher knapp. Die Mannschaft steckte in Quarantäne, musste wie alle Teams Abstände und Regeln einhalten. Gut zwei Wochen wird 96 nun zum Mannschaftstraining bekommen durch die Absage des Dresden-Spiels – immerhin mehr als alle anderen Klubs.

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„Es wird spannend“, hat Trainer Kenan Kocak schon angekündigt – vor allem auch, was die Auswahl seiner Spieler betrifft. Vieles spricht dafür, dass er beim Neustart wieder auf die Elf setzen wird, die in Nürnberg überzeugt hat.

Im Tor gibt es sowieso keine Zweifel: Ron-Robert Zieler bleibt die Nummer eins. Fraglich nur, wen Kocak als Nummer zwei auf die Bank setzt. In Nürnberg war Michael Ratajczak dabei. Mittlerweile ist der als Zieler-Ersatz vorgesehene Martin Hansen wieder fit – denkbar, dass Hansen in Osnabrück auf der Bank sitzt.

Bilder vom Training von Hannover 96 (11. Mai)

John Guidetti stürmt, beobachtet von Hendrik Weydandt, mit Ball los. Zur Galerie
John Guidetti stürmt, beobachtet von Hendrik Weydandt, mit Ball los. ©

Die Abwehr dürfte ebenfalls unverändert bleiben. Sebastian Jung ist, wenn fit, die erste Wahl – nun schwebt der 29-Jährige auch noch im Babyglück. Seine Frau Arzu brachte am Sonntag den kleinen Louis Jibril zur Welt.

In der Innenverteidigung hat sich Timo Hübers mit dem Blitzcomeback nach zweijähriger Verletzungspause festgespielt. Sein Partner war und bleibt wohl Josip Elez. In Marcel Franke, Stammkraft unter Ex-Trainer Mirko Slomka, rückt wieder eine Alternative an die erste Elf heran. Franke war lange verletzt und muss sich hinten anstellen.

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Das Prachtstück in Nürnberg war die sogenannte Doppelsechs im defensiven Mittelfeld – hier schlug mit Waldemar Anton und Dominik Kaiser das Doppelherz der Mannschaft. Veränderungen unwahrscheinlich.

Bleibt die Frage: Guidetti oder Weydandt?

Die offensiven Außenpositionen besetzten Linton Maina und Genki Haraguchi – beide sind unumstrittene Stammspieler. Auch Cedric Teuchert als hängende Spitze ist gesetzt. Bleibt die wohl einzig offene Positionsfrage: Stürmt erstmal John Guidetti – oder darf der in Nürnberg eingewechselte Hendrik Weydandt beginnen?

Grundsätzlich aber dürfte gelten: Nürnberg ist zwar Vergangenheit, aber der 96-Elf gehört auch die Zukunft.