05. Februar 2022 / 14:44 Uhr

Keine Gefahr, keine Struktur: Auch 96-Zugänge Diemers und Teuchert enttäuschen

Keine Gefahr, keine Struktur: Auch 96-Zugänge Diemers und Teuchert enttäuschen

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auch Mark Diemers (links, mit Philipp Ochs) und Cedric Teuchert (eingeklinkt) konnten dem 96-Spiel keine Akzente verleihen.
Auch Mark Diemers (links, mit Philipp Ochs) und Cedric Teuchert (eingeklinkt) konnten dem 96-Spiel keine Akzente verleihen. © IMAGO
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Wie die gesamte Mannschaft konnten auch die Winterzugänge 96 in Heidenheim nicht helfen. Mark Diemers verlieh dem Spiel keine Struktur, Cedric Teuchert sorgte nicht für Gefahr. So bleibt die offene Frage, ob es richtig war, im Winter keinen weiteren Torjäger zu verpflichten.

Nach dem Abpfiff standen die 96-Profis für sich allein und blickten ins Leere, als warteten sie auf Hilfe. Die kam nicht nach dem erschütternden 1:3 – schlecht verteidigt, kaum angegriffen. 20 Mitgereiste aus Hannover feuerten die Verlierer nach kurzer Krisendebatte am Zaun aufmunternd an: „HSV, HSV!“ Das war kaum ein Trost im 550 Kilometer entfernten Heidenheim. Auch die beiden Neuen helfen bisher nicht entscheidend.

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Der eine, Cedric Teuchert, begann als Sturmspitze in der Startelf. Elf Ballkontakte in der ersten Hälfte, mehr kam nicht vom Hoffnungsträger. Am jungen Heidenheimer Startelfdebütanten Tim Siersleben prallte Teuchert regelmäßig ab. „Ich habe mich auf Tims Spiel gefreut, weil ich wusste, er macht es gut“, sagte FCH-Trainer Frank Schmidt.

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Was im Umkehrschluss bedeutet: Für Teuchert lief es schlecht, ganz schlecht bei seiner einzigen echten Torchance, als er den linken Fuß nicht straff genug hinter den Ball bekam. Seine Vorlage zum 1:2 entstand mehr aus Zufall denn aus Kalkül. Teuchert schaute und dribbelte, als wisse er nicht wohin mit seinem Gefahrenpotenzial. Seine Wege, seine Pässe – die Mitspieler gehen nicht auf ihn ein. Sebastian Kerk war ihm auch keine große Hilfe am Freitagabend.

Teuchert wirkte wie fast das komplette 96-Team zu zart für die harte Heidenheimer Nuss. Einmal kam er aus sich raus – als ein Heidenheimer Betreuer den Kollegen Linton Maina an der Seitenlinie anschrie, ging Teuchert dazwischen. Aber im Spiel fehlte ihm die Energie. „Wir haben uns schwergetan, Leichtigkeit in unsere Offensivaktionen zu bekommen“, gab Dabrowski zu. Teuchert blieb deshalb in der Pause in der Kabine. Der Trainer hätte auch Maina oder Kerk rausnehmen können.

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Vieles nett bei Diemers, aber nicht zielstrebig

Der zweite Neue, Diemers, blieb auf dem Feld. Aber der gelb-rot-gefährdete Niederländer brachte auch keine Struktur in die Partie. Seine Drehungen, die Ballannahmen – alles nett, aber nicht zielstrebig genug, um Heidenheim ernsthaft in Gefahr zu bringen.

So bleibt die offene Frage, ob es richtig war, im Winter keinen weiteren Torjäger zu verpflichten. 96 hat ja viele, aber keinen, der zuverlässig trifft. Lukas Hinterseer, erst im Sommer gekommen und noch ohne Tor, saß auf der Bank. Acht gelernte Angreifer hatte Dabrowski im Kader. Aber es sieht danach aus, als habe 96 bei den Stürmer-Transfers verkehrt gelegen – nach zuletzt vielen Missverständnissen mit Jonathas, Patrick Twumasi oder Franck Evina.

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Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Teuchert hat aber noch Zeit, in seiner zweiten 96-Periode zu zeigen, dass er torgefährlicher ist als in Heidenheim. Es liegt nicht nur an ihm, sondern auch am Kollegen Diemers und den anderen. Wenn Teuchert den Ball nur elfmal am Fuß hat, stimmt auch auf anderen Positionen etwas nicht.

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