06. November 2020 / 07:07 Uhr

"Haben nicht die Zeit": Kocak bei Königstransfer Twumasi in der Zwickmühle

"Haben nicht die Zeit": Kocak bei Königstransfer Twumasi in der Zwickmühle

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
 96-Coach Kenan Kocak (rechts) hat Geduld mit Patrick Twumasi, kann ihm aber auch keine Einsatzzeit schenken.
96-Coach Kenan Kocak (rechts) hat Geduld mit Patrick Twumasi, kann ihm aber auch keine Einsatzzeit schenken. © imago images/Zink/Sven Simon
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Die Frau hochschwanger im Krankenhaus, vier Kinder in einem fremden Land zu Hause, dazu Fitnessprobleme - Patrick Twumasi hat es gerade schwer, bei Hannover 96 voll durchzustarten. Trainer Kenan Kocak hat Geduld, weiß aber auch: Der Königstransfer braucht Spiele, die er ihm allerdings nicht schenken kann.

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Wenn der Trainer von Hannover 96 zu Patrick Twumasi gefragt wird, zählt er viele private Probleme auf, Sportliches fällt ihm weniger ein. Der Offensivmann aus Ghana ist laut Kenan Kocak „mit vier Kindern da, seine Frau ist hochschwanger, und der Bruder muss auch da sein. Denn wenn Patrick trainiert, muss jemand auf die Kinder aufpassen“, kurzum: „Der Junge hat außerhalb des Platzes viel um die Ohren.“

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Kocak klingt sehr verständnisvoll, beinahe wie ein vom Sozialamt eingesetzter Betreuer des 800 000-Euro-Einkaufs. „Wir müssen ihn unterstützen und helfen, durch diese Lebensphase zu kommen.“ Das ist sicherlich notwendig und unbestritten. Fußballspielen sollte dennoch nebenher möglich sein. Nicht jeder Trainer hätte dabei die Geduld, die Kocak mit dem Königstransfer entwickelt.

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Bei seinen Kurzeinsätzen zuletzt zeigte Twumasi jedenfalls nicht, warum 96 ihn verpflichtet haben könnte, was sie in ihm gesehen haben könnten. Auch im Training braucht der 26-Jährige immer mal wieder einen Anschub. „Mal zeigt er, was er kann, mal weniger“, berichtet Kocak.

Schon bei seiner Ankunft in Hannover hatte Kocak auf Fitnessdefizite hingewiesen. Twumasi hatte zwei Monate lang nicht richtig trainiert. „Er braucht Spiele, aber wir sind nicht in der Lage, einem Spieler Einsätze zu schenken“, erklärt Kocak. „Bei uns geht’s um Punkte, wir haben nicht die Zeit, etwas ausprobieren und ihm Minuten geben zu können, damit er herankommt.“ Twumasi ist hintendran. Das ist eine gute Nachricht für alle anderen Stürmer, aber eine schlechte für 96, wenn der teuerste Einkauf nicht einschlägt.