03. September 2021 / 07:08 Uhr

"Ein positiver Typ": Tom Trybull soll bei 96 schnell eine Führungsrolle übernehmen

"Ein positiver Typ": Tom Trybull soll bei 96 schnell eine Führungsrolle übernehmen

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gibt gleich Kommandos: 96-Neuzugang Tom Trybull.
Gibt gleich Kommandos: 96-Neuzugang Tom Trybull. © Florian Petrow
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Der erste Eindruck von 96-Neuzugang Tom Trybull hat Coach Jan Zimmermann gefallen: "Top, super. Ein positiver Typ." Der Mittelfeldspieler soll offenbar schnelle eine Führungsrolle übernehmen - und gemeinsam mit Gaël Ondoua Sebastian Ernst für die Offensive freimachen. 

Jetzt ist auch der letzte neue Spieler bei Hannover 96 am Ball. Tom Trybull hat am Donnerstag erstmals mittrainiert. Nach seiner Einreise aus England musste der 28-Jährige in Corona-Quarantäne. Nun ist er frei – und gibt gleich Kommandos.

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Der Mittelfeldspieler redet viel in seiner ersten Einheit. Er soll offenbar schnell eine Führungsrolle übernehmen. Der Trainer ist jedenfalls schon überzeugt. „Top, super“ sei Trybulls Auftritt gewesen, sagt Jan Zimmermann. „Ein positiver Typ, genau wie die anderen auch, die wir verpflichtet haben.“ Zimmermann ist guter Dinge, Trybull wie auch die zuletzt an Bord geholten Gaël Ondoua und Lukas Hinterseer schon im nächsten Spiel gegen St. Pauli einsetzen zu können: „Alle machen nicht den Eindruck, als würden sie lange brauchen.“

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Trybull trägt seine Aufgabe auf dem Trikot mit der Nummer 6. Er ist ein sogenannter Sechser, wie auch Ondoua. Mit den beiden verändert sich die Statik des Teams. Sie sollen der Mannschaft mehr Halt geben.

Trybull kann zwar auch offensiver spielen, aber erste 96-Pflicht dürfte sein, weniger Tore zu kassieren. 0:2 in Dresden, 0:3 gegen Rostock, 0:4 in Darmstadt – 96 hat ein Defensivproblem. Und zwar vor allem vor der Abwehr. Als exemplarisch kann das dritte Gegentor in Darmstadt gelten. Da war der Raum zwischen Innenverteidigern und Mittelfeld komplett offen gelassen.

Ernst wird für die Offensive frei

„Wir machen zu viele Fehler, und im Moment wird jeder Fehler von uns be­straft“, weiß Zimmermann. Der Trainer hat jetzt aber die Möglichkeit, das defensive Mittelfeld mit Ondoua und Trybull doppelt zu be­set­zen. Oder auch in seiner favorisierten Taktik – mit dem einzigen Sechser On­doua – den aus Norwich verpflichteten Trybull davor zu platzieren.

So oder so wird damit Sebastian Ernst für die Offensive frei. Beim Test in Wolfsburg (3:3) erzielte Ernst so auch sein erstes Tor. Bei einem Sprint aus dem Mittelfeld passte Ernst rechts raus auf Maximilian Beier, der direkt Richtung Strafraum flankte, wo Ernst erneut direkt ins Tor traf. One-Touch-Fußball bei 96, mit dem Ex-Fürther als Vollstrecker. Das hat Zimmermann gefallen: „Wir arbeiten ja daran, dass Sebi offensiver reingesetzt werden kann und er mehr Situationen im Strafraum bekommt.“


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Bis mit Ondoua und Trybull defensive Mittelfeldspieler verpflichtet waren, musste Ernst als Abräumer aushelfen. Das raubte der Mannschaft Torgefahr, ließ sich mangels Alternativen aber kaum anders organisieren. Nun können Ondoua und/oder Trybull dem Spieler, der die 10 auf dem Rü­cken trägt, den Rücken frei halten. Das sollte zwei Effekte haben: 96 müsste hinten sicherer stehen, und vorne gefährlicher werden.