13. September 2021 / 07:19 Uhr

Hinterseer, Ondoua und Beier: Die Neuen bei 96 reißen ihre Mitspieler mit

Hinterseer, Ondoua und Beier: Die Neuen bei 96 reißen ihre Mitspieler mit

Dirk Tietenberg und Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Daumen noch: Lukas Hinterseer (von rechts), Maximilian Beier und Gaël Ondoua sorgen bei 96 für neues Leben auf dem Platz.
Daumen noch: Lukas Hinterseer (von rechts), Maximilian Beier und Gaël Ondoua sorgen bei 96 für neues Leben auf dem Platz. © Florian Petrow
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Die Neuen haben bei 96 gegen St. Pauli die erhoffte Stabilität gebracht, Probleme gelöst und eine Mannschaft belebt, die zuletzt beim 0:4 in Darmstadt noch leblos gewirkt hatte. Lukas Hinterseer, Gaël Ondoua und Maximilian Beier rissen ihre Mitspieler förmlich mit. 

Es zeigte sich ja kein komplett neues Hannover 96, das die 16.100 Zuschauenden am Samstag beim 1:0 gegen St. Pauli sahen. Aber es waren die neuen Gesichter, die Stabilität brachten, Einsatz zeigten, Probleme lösten und damit alle anderen Mitspieler mitzogen. Stürmer Lukas Hinterseer, Mittelfeldabräumer Gaël Ondoua und der 18 Jahre junge Maximilian Beier belebten ein 96, das beim 0:4 in Darmstadt so leblos untergegangen war.

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Ganz vorne macht nun Hinterseer die Musik. Der 30 Jahre alte Österreicher bringt neue Gesten in den Angriff, kombiniert gut mit, hilft Mitspielern und bereitete das 1:0 vor. Mit drei Torabschlüssen nähert er sich außerdem seinem ersten Torerfolg. Trainer Jan Zimmermann hatte gleich bemerkt, „dass Lukas sich in der Mannschaft wohlfühlt und er uns sofort helfen kann“. Einen mitreißenden Typen hat sich 96 offenbar fürs Sturmzentrum geangelt.

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Hannovers Trainer Jan Zimmermann ist vor dem Spiel im Stadion.  Zur Galerie
Hannovers Trainer Jan Zimmermann ist vor dem Spiel im Stadion.  ©

In Ondoua verfügt 96 nun endlich über einen Sechser, der seine Gegner auch mal umreißt und anschließend den Ball am Fuß hält. Jaka Bijol hatte in der vergangenen Saison als einziger Sechser noch ein Alleinstellungsmerkmal: die Körperlänge.

Die nutzt er inzwischen übrigens bei ZSKA Moskau als Innenverteidiger. Dies scheint die geeignete Position zu sein für den eher trägen Mittelfeldmann, der sich oft nur mit Grätschen zu helfen wusste. Ondoua hingegen beherrschte den Raum im Mittelfeld und den Gegner, obwohl er noch nicht richtig fit war.

Beier gewinnt fast jeden Zweikampf

Zimmermann sei „nicht richtig klar“ gewesen, ob Ondoua mangels Spielpraxis überhaupt durchhält. „Er hatte früh eine Gelbe Karte bekommen, spielt dann gegen Kyereh, der clever ist, und hat das richtig gut gemacht“, sagt Zimmermann. Er werde „mit beiden arbeiten, vor allem mit Gaël, um noch mehr Bälle zu erobern. Er hatte am Ende auch einen stabilen Eindruck gemacht.“

Stabil war für den eher schmächtig wirkenden Beier gar kein Ausdruck. Der 18-Jährige gewann im ersten Durchgang fast jeden Zweikampf, machte Dampf über rechts und zog auch Linton Maina mit. Mainas Körpersprache verriet mehr Zutrauen, auch wenn er ab und zögerte.


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Beier scheint keine Berührungsängste mit Zweitligaspielern wie Linksverteidiger Leart Paqarada zu haben. „Maxi hat eine Leichtigkeit ins Spiel gebracht“, fand Zimmermann. Dazu bringt er mehr Geschwindigkeit, war mit Tempo 34,31 schnellster Spieler auf dem Platz.

Der Trainer würde ihn „nicht zu hoch loben und zu großen Rucksack aufsetzen“. Man kann nur bedauern, dass Beier nach der Leihe aus Hoffenheim wohl nach einer 96-Saison wieder seine Koffer packt. Aber so lange darf Hannover das frische Gesicht genießen.