27. September 2021 / 07:13 Uhr

"Muss er auf seine Kappe nehmen", aber: keine 96-Torwartdiskussion nach Zieler-Patzer 

"Muss er auf seine Kappe nehmen", aber: keine 96-Torwartdiskussion nach Zieler-Patzer 

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Soll sich in Nürnberg wieder von der in dieser Saison bisher gewohnten Seite zeigen: Ron-Robert Zieler.
Soll sich in Nürnberg wieder von der in dieser Saison bisher gewohnten Seite zeigen: Ron-Robert Zieler. © Florian Petrow
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Den zweiten Gegentreffer "muss er auf seine Kappe nehmen", sagte 96-Trainer Jan Zimmermann nach der 1:2-Niederlage gegen Sandhausen über Ron-Robert Zieler. Eine Torwartdiskussion gibt's aber nicht: "Ron spielt eine Super-Saison, jetzt hat er mal einen Fehler gemacht, das stecken wir weg."

Einen Schuss hatte 96 in der Nachspielzeit noch frei. Einen Dropkick von Hendrik Weydandt. Es war der 19. Torschuss, den 96 abfeuerte. Wieder nicht drin. Dann war Schluss, Stille unter den 10 900 im Stadion. Die Spieler von Hannover 96 plumpsten um, er­schöpft im Strafraum, wo sie sich gegen das 1:2 gewehrt hatten. Die Partie war verloren ge­gen die Fußballkrieger aus Sandhausen.

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„Das haut uns nicht um“, glaubt der glücklose Sturm-Lukas. Gewiss: Hinterseer traf erneut nicht. Aber entscheidend für den Rückfall war ein Patzer des Torwarts. 96 gab die Partie nach einem Fehler von Ron-Robert Zieler unnötig her.

Bilder vom Spiel der 2. Bundesliga zwischen Hannover 96 und dem SV Sandhausen

96-Coach Jan Zimmermann (links) und Sandhausens Trainer Alois Schwartz begrüßen sich vor dem Spiel. Zur Galerie
96-Coach Jan Zimmermann (links) und Sandhausens Trainer Alois Schwartz begrüßen sich vor dem Spiel. ©

Karma spielt im Fußball of­fen­bar keine Rolle. Vor einer Wo­che in Kiel hatte Zielers Kieler Kollege Ioannis Gelios gegen 96 gepatzt und damit das Spiel entschieden. Ehrenmann Zieler hat­te Gelios Mut zugesprochen. Der Weltmeister fühlte mit.

Nun musste sich Zieler als Verlierer fühlen. Nach einem ziellosen Flugball des Ex-96ers Charlie Benschop nahm er den Ball weit vor seinem Tor mit der Brust an – vielmehr: Er ließ ihn abprallen wie von einer Wand. Daniel Keita-Ruel fiel der Ball vor die Füße, und er schoss ihn ins 25 Meter entfernte Tor.

"Zwei unglückliche und dumme Tore"

Beim 0:1 hatte Zieler zu kurz ge­faus­tet, Linton Maina anschließend nicht geklärt und Gaël On­doua nicht aufgepasst. Immanuel Höhn drückte den Ball nach einem Standard über die Linie zum 1:0 für Sandhausen. 96 hatte die Partie durch „zwei un­glück­li­che und dumme Tore“ ver­lo­ren, wusste Trainer Jan Zimmermann.

Immer wieder die Torhüter: In der 2. Liga häufen sich die folgenschweren Fehler: Kiels Gelios musste vom Platz, Düsseldorfs Florian Kastenmeier in In­gol­stadt mit glatt Rot ebenfalls – Kastenmeier dürfte sogar kom­plett aus seinem Fortuna-Kasten fliegen.


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Zieler muss Derartiges bei Zimmermann nicht befürchten. Das Tor, sagte der Trainer, „muss er auf seine Kappe nehmen“. Aber: „Ron spielt eine Super-Saison, jetzt hat er mal einen Fehler gemacht, das stecken wir weg. Nächste Wo­che wird er wieder eine gute Leistung zeigen.“ Damit gab Zimmermann ihm die Einsatzgarantie fürs Spiel in Nürnberg.

„Das passiert“, sagte Hinterseer nachsichtig. „Er ist Profi durch und durch“, ergänzte Verteidiger Julian Börner, „er hat zweimal zuvor zu null gespielt, und das ist jetzt auch der Auftrag in Nürnberg.“

96-Fans mögen sich inzwischen an das Auf und Ab ge­wöhnt haben. Oder sie mögen den Zimmermann-Fußball, mit wichtigen Ballgewinnen, schnellen Flügelspielern und vielen Tor­chan­cen. Die Fans wirken den Spielern gegenüber zugewandt. Sogar der Torwart be­kam nach den Fehlern Zu­spruch. „Zieler, Zieler“, riefen die Fans bei der Abschlussrunde von den Tribünen dem Torwart zu.