19. Juli 2021 / 07:56 Uhr

Wenn selbst ein Javi Martínez in Topform nicht geholfen hätte: Das lief bei 96 schief

Wenn selbst ein Javi Martínez in Topform nicht geholfen hätte: Das lief bei 96 schief

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Redebedarf: Kapitän Marcel Franke und 96-Trainer Jan Zimmermann.
Redebedarf: Kapitän Marcel Franke und 96-Trainer Jan Zimmermann. © Florian Petrow
Anzeige

Die Mängelliste bei 96 im Testspiel gegen den 1. FC Magdeburg war lang, der SPORTBUZZER wirft noch einmal einen Blick drauf. Beistand bekam die Defensive von Sportdirektor Marcus Mann: "Da kannst du Javi Martínez in seiner besten Form hinstellen - auch der kriegt das nicht zugestellt."

Die Mitarbeiterin aus Magdeburg auf der Osttribüne wunderte sich in der zweiten Hälfte. „Was ist denn mit Hannover los?“ Mit 2:4 vergeigte ein vermeintliches Zweitligaorchester die Generalprobe gegen den Drittligisten Magdeburg. 96-Trainer Jan Zimmermann hatte eine Elf ausgesucht, die so auch am Samstag in Bremen zum Saisonstart punkten sollte. Aber so wird das nichts werden. Es herrscht Alarmstufe Rot bei den „Roten“ aus Hannover.

„Ich habe den Jungs vorher gesagt: ‚Interpretiert nicht zu viel in die Vorbereitungsspiele rein‘“, sagte Zimmermann zur Startaufstellung. Einige dürften sich ihrer Sache nun nicht mehr sicher sein. Sebastian Kerk, Florent Muslija oder Linton Maina machten den Eindruck, als wollten sie in Bremen gar nicht in die Startelf.

Mehr über Hannover 96

Aber der Reihe nach. Simon Falette spielte am Samstag wie Felipe in besten Zeiten: bissig, vorne ebenso gefährlich für Magdeburg wie hinten für 96. Falette lieferte seine schwächste Vorstellung in einer zuvor guten Vorbereitung. Nach seiner „Schutzhand“ verwandelte Magdeburgs Giftzwerg Baris Atik den Elfmeter (14.).

Anzeige

96 lässt sich überrumpeln

Bis zu diesem Zeitpunkt war 96 gar nicht schlecht gestartet und antwortete mit einem Frustschuss von Kerk – 1:1 (15.). Muslija hatte vorgelegt. „Wir haben gut angefangen“, fand Zimmermann. Aber das war dann auch schon fast alles. Kurz vor der Pause verlor Falette ein Duell in Unterzahl, was Jan-Luca Schuler zum Treffer nutzte. Dann verlor Falette ein Laufduell gegen Sirlord Conteh, und Atik erhöhte auf 3:1 (44.). 96 machte es dem Drittligisten unfassbar einfach, nach Ballverlusten ließ sich der unsortierte Zweitligist von Magdeburg überrumpeln.

Manager Marcus Mann nahm Falette, die Viererkette und Aushilfssechser Dominik Kaiser in Schutz: „Das kann keiner verteidigen. Da kannst du Javi Martínez in seiner besten Form hinstellen – auch der kriegt das nicht zugestellt.“

Da 96 keinen Superstar hat, wurde es nach der Pause nicht besser. Kerk motzte, Marvin Ducksch schimpfte, Niklas Hult flankte ins Irgendwo, und Muslija bat mit seiner Körpersprache um die Auswechslung. Zimmermann tat ihm den Gefallen.


Bilder zum Testspiel zwischen Hannover 96 (2. Liga) und dem 1. FC Magdeburg (3. Liga)

Keine Chance: 96-Keeper Ron-Robert Zieler kann den Einschlag zum zwischenzeitlichen 1:2 nicht verhindern. Zur Galerie
Keine Chance: 96-Keeper Ron-Robert Zieler kann den Einschlag zum zwischenzeitlichen 1:2 nicht verhindern. ©

„Wir hatten nicht die Laufbereitschaft, die ich erwarte von meiner Mannschaft“, schimpfte der 96-Trainer. Darüber werde intern zu reden sein. Auch Mann wollte „Schlüsse ziehen, so kann man nicht auftreten“. Dabei waren sich Zimmermann und Mann nicht einig, welche der beiden Spielhälften die alarmierende war.

Immerhin fasste 96 nach den Einwechslungen von Philipp Ochs und Lawrence Ennali mehr Mut, vergab aber Chancen in Serie. „Offensiv haben wir viel zu wenig draus gemacht“, wusste der Trainer, der zum einen die Querspielereien von Muslija und Maina beklagte als auch drei vergebenen 100-prozentigen Chancen. Immerhin legte Maina den Ball zum 2:3 von Ducksch noch vor (62.).

96 legte aber nicht nach, dafür lagen nacheinander Spieler flach. Hult, Maina und Mike Frantz mussten angeschlagen runter. Stürmer Valmir Sulejmani sprang im defensiven Mittelfeld ein. Die Improvisationsnummer ging schief, Adrian Malachowski erzielte das verdiente 4:2 für Magdeburg nach einem Standard. Es war nichts los am Samstag mit Hannover.