28. März 2020 / 12:24 Uhr

Im NLZ bleibt alles beim Alten: Tarnat, Dabrowski und Schmidt bleiben bei Hannover 96

Im NLZ bleibt alles beim Alten: Tarnat, Dabrowski und Schmidt bleiben bei Hannover 96

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Verträge von Reserve-Trainer Christoph Dabrowski (von links), U19-Trainer Stephan Schmidt und Hannovers sportlichen Leiter Michael Tarnat werden wohl verlängert.
Die Verträge von Reserve-Trainer Christoph Dabrowski (von links), U19-Trainer Stephan Schmidt und Hannovers sportlichen Leiter Michael Tarnat werden wohl verlängert. © Christian Behrens / Florian Petrow
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Der Sportliche Leiter des NLZ Michael Tarnat, Reserve-Trainer Christoph Dabrowski und U19-Coach Stephan Schmidt bleiben wohl bei Hannover 96. Es sieht alles danach aus, als würden die drei ihren Vertrag verlängern. Die endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus. Derweil entwickelt sich das NLZ zu einer teuren Baustelle.

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Nicht nur die Verträge der Architekten im Oberhaus müssen neu verhandelt werden, auch im Unterbau steht ein Frühjahrsputz an. Mit der sportlichen Leitung bei den Profis – Trainer Kenan Kocak und Sportchef Gerhard Zuber – ist sich 96-Profichef Martin Kind fast über eine Verlängerung einig. Kocak will ein Zeichen setzen, da sind die Probleme weitgehend ausgeräumt. Zuber bestätigt: „Wir führen gute Gespräche und sind weiter als noch vor ein paar Tagen. Aber es sind noch ein paar Punkte offen.“

Nach SPORTBUZZER-Informationen geht es dabei nicht mehr um Zubers Gehalt, sondern um seinen Handlungsspielraum. Offenbar plant Kind auch, die Verträge im Paket bekanntzugeben.

Da könnten die drei wichtigsten Verträge im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) gleich dazukommen. Die Arbeitspapiere des Sportlichen Leiters Michael Tarnat, von Reserve-Trainer Christoph Dabrowski und von U19-Trainer Stephan Schmidt laufen aus. Eine Komplettsanierung wäre möglich, indem für die drei Posten neue Leute angestellt würden. Doch Kind – und vor allem der Obersportchef Zuber – haben sich für das ‚Weiter so‘ entschieden. Alle drei sollen ihren Job behalten. „Danach sieht es aus“, bestätigt Kind, „wir sind in der Endphase der Planungen. Die Verträge sind aber noch nicht unterschrieben.“

Michael Tarnat präsentierte im Juli 2017 seinen neuen Arbeitsplatz bei Hannover 96

Michael Tarnat in der Akademie. Zur Galerie
Michael Tarnat in der Akademie. © Lobback

Entscheidungen bis Mitte April

Aktuell ist das NLZ komplett geschlossen. Auch der Ex-Bayern-Profi und Champions-League-Sieger von 2001 geht in Kurzarbeit. „Wie alle“, sagt Tarnat, „darüber habe ich mit den Mitarbeitern gesprochen, und das versteht auch jeder. Es geht darum, dass wir bis zur Zeit nach der Krise überleben.“

Tarnat war jüngst bei Kind und hat ein Konzept fürs NLZ vorgelegt. „Das werde ich jetzt mit Kocak und Zuber besprechen“, kündigt der 96-Boss an, „auch Kocak muss in die Planung voll einbezogen werden.“

Schmidt soll weiter die U19 betreuen, auch Da­brows­ki wird nach zwei gescheiterten Ausbruchsversuchen wohl bei der Reserve bleiben. Im vergangenen Sommer war er bei Zweitligist Holstein Kiel in der engeren Wahl. Auch als Co-Trainer in der Bundesliga war Dabrowski im Gespräch.

Tarnat hat bereits mit allen NLZ-Trainern gesprochen und sagt: „Wir haben uns darauf geeinigt, dass bis Mitte April Entscheidungen getroffen werden.“

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Eine teure Baustelle

Das größte Problem bei allen Überlegungen sind die Kosten – 7 Millionen Euro verschlingt das Ta­lent­zen­trum pro Jahr. In der Höhe setzen manche Klubs ihre gesamten Personalkosten für ihre Zweitligamannschaft an. „Wir müssen aufsteigen, das kann nur das Ziel sein“, stellt Kind klar.

Dabei steckt 96 in der Falle. Die 7 Millionen Euro fürs NLZ sind einerseits nur in der Bundesliga finanzierbar. Andererseits kommt 96 auch in der 2. Liga nicht von den Ausgaben herunter: „Die Kosten sind nicht beeinflussbar. Wir haben das Internat, da gibt’s viele Sachzwänge.“ Die einzige Möglichkeit für Kind wäre, die Personalkosten zu reduzieren, das wird „nur moderat“ versucht.

Grundsätzlich will Kind jedoch nicht an dem Vorzeigeprojekt rütteln, das NLZ soll keine Ruine werden. „Wir haben uns für diesen Baustein bewusst entschieden, den können wir nicht infrage stellen.“ Nur: Die Planungen waren für die Bundesliga ausgelegt, der Abstieg kam darin nicht vor. Wenn der Aufstieg erneut nicht gelingen sollte, hätte 96 eine teure Baustelle mehr.