12. April 2022 / 16:18 Uhr

U19-Coach Schmidt hört auf: Kehrt Daniel Stendel zum 96-Talenteschuppen zurück?

U19-Coach Schmidt hört auf: Kehrt Daniel Stendel zum 96-Talenteschuppen zurück?

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Soll Interesse an einer Rückkehr zu 96 haben: Daniel Stendel.
Soll Interesse an einer Rückkehr zu 96 haben: Daniel Stendel. © IMAGO/PanoramiC
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Mit Stephan Schmidt hört am Saisonende der einzige Fußballlehrer am NLZ von 96 auf. „Ich suche eine neue Aufgabe“, bestätigt der Coach der U19. Wer bildet künftig die Talente aus? Der frühere Nachwuchs- und Profitrainer Daniel Stendel soll Interesse an einer Rückkehr haben.

Als herrsche nicht genügend Spielerchaos bei den Talenten von Hannover 96. Dortmund, Leipzig und Schalke schnappen die stärksten Spieler schon in der U15 und U16 weg. Und in den goldenen Lehrjahren U17, U19 und in der U23 hat 96 zu wenig Spieler. Die U19 spielt faktisch mit einer U17, in der Bundesliga droht der Abstieg. Nun steigt auch noch der einzige Fußballlehrer an der Akademie aus: Stephan Schmidt (45), der die U19 betreut, hört nach der Saison auf. Schon gibt es Gerüchte um eine Rückkehr des früheren NLZ- und Profitrainers Daniel Stendel. 

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Zurück in die Zukunft mit Stendel? Es soll bereits Kontakt zwischen Stendel und NLZ-Chef Michael Tarnat gegeben haben. Für Schmidt ist nach der Saison Schluss. Wenn ein Fußballlehrer geht, braucht 96 streng genommen einen neuen, sonst verliert der Klub Punkte bei der Zertifizierung des Nachwuchsleistungszentrums.

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Stendel ist Fußballlehrer wie Schmidt, der mit der U19 noch die Bundesliga halten will. Zwei Spiele sind es noch, drei Punkte der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Dies sei „eine große Herausforderung“ für die jungen Spieler, sagt Schmidt. Er selbst suche eine neue. „Es gibt Angebote, ich suche eine neue Aufgabe“, sagt er. „Bis dahin genieße ich jeden Tag mit dieser blutjungen Mannschaft“, zu der auch Sturmtalent Nicolo Tresoldi gehört. 

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Der 17-Jährige ist eine Art Stand-by-stürmer für alle: Er trainiert bei den Profis, spielt mal bei der U19, mal bei der U23. Da ist er nicht das einzige Wandertalent. Lars Fuchs (U23), Schmidt und Steven Turek (U17) haben zuletzt viel improvisieren müssen. Fuchs trainierte in der U23 zum Teil mit weniger als zehn Spielern, ebenso Schmidt, Turek musste mit U17-Spielern aushelfen. Es folgten Verletzungen von Leistungsträgern, die Planung mit knappen Kadern fällt den wichtigsten Jahrgängen der 96-Talentschmiede jetzt auf die Füße.

Stendel soll Interesse an Rückkehr haben

In den vergangenen Jahren profitierte 96 noch von Spielertransfers in der Jugend: Mick Gudra kam aus Schalke, genauso Lawrence Ennali. Ramen Cepele ist sogar von Inter Mailand nach Hannover gewechselt. Diese Zeiten sind vorbei. Mittlerweile sprechen Trainer intern vom „Selbstbedienungsladen 96“, der Spieler für andere Klubs ausbilde. Die Misserfolge der ersten Mannschaft, die folgenden Kürzungen im Talentebereich – das NLZ, seit der Eröffnung der ganze Stolz des Klubs, entwickelt sich langsam, aber sicher wieder zurück. 

Ob Stendel eine Wende einleiten könnte? Der beliebte Ex-Trainer ist zurzeit in Portugal im Urlaub. Nach seinen Stationen in England, Schottland und Frankreich soll er Interesse haben, die 96-Jugend auszubilden. Stendel holte vor sechs Jahren den letzten Titel mit Hannovers Nachwuchs, den DFB-Pokal. Er kam mit der U19 ins Finale um die deutsche Meisterschaft gegen Hoffenheim unter Trainer Julian Nagelsmann. Waldemar Anton und Noah Sarenren Bazee wurden unter Stendel zu Profis.