18. Mai 2020 / 07:35 Uhr

Trio für die Zukunft: Schmidt, Tarnat und Dabrowski bilden weiter die 96-Talente aus

Trio für die Zukunft: Schmidt, Tarnat und Dabrowski bilden weiter die 96-Talente aus

Andreas Willeke und Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Stephan Schmidt (von links), Michael Tarnat und Christoph Dabrowski besetzen auch weiterhin drei Schlüsselpositionen in der Nachwuchsausbildung bei 96.
Stephan Schmidt (von links), Michael Tarnat und Christoph Dabrowski besetzen auch weiterhin drei Schlüsselpositionen in der Nachwuchsausbildung bei 96. © Florian Petrow/Maike Lobback
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Am Montag kehren die Talente von Hannover 96 ins NLZ in der Eilenriede zurück. Wann es für den Nachwuchs weitergeht, ist noch unklar. Klar ist hingegen, mit wem es weitergeht: Die Verträge mit Akademieleiter Michael Tarnat sowie Christoph Dabrowski (Trainer U23) und Stephan Schmidt (Trainer U19) werden verlängert.

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Schnitt! Die Videohopserei ist nach zwei Monaten Rasenplatzverbot ausgedreht. So lustig sie auch manchmal war, so langweilig wurde es irgendwann, sich beim Ballhochhalten und Eimerzielschießen zu filmen. Die Talente von Hannover 96 haben mehr auf dem Kasten, am Montag verlassen sie ihre virtuelle Welt nach dem Karriereeinschnitt durch die Corona-Krise. Die 96-Jugend kommt nach Hause, in die Akademie des Profiklubs.

Trio soll verlängern

Ihre „Herbergsväter“ sind noch da. Die Chefausbilder der Talenteschule werden bleiben. Akademieboss Michael Tarnat, U23-Trainer Christoph Dabrowski und U19-Trainer Stephan Schmidt sollen ihre auslaufenden Verträge verlängern.

„Ich gehe davon aus, dass die Verträge jetzt unterschrieben werden“, sagt 96-Profichef Martin Kind. Es geht gar nicht mehr um diese Saison. Die U23 wird vermutlich ebenso wenig in die Saison zurückkehren wie die A- oder B-Junioren in den höchsten Spielklassen.

Mehr über Hannover 96

Mit einem Etat von 7 Millionen Euro wird möglichst bald die kommende Saison geplant. Am 25. Mai, nach der Entscheidung beim DFB-Bundestag, soll feststehen, dass die Corona-Saison auch in der Jugend unvollendet bleibt. „Dann planen wir die nächste Saison“, kündigt Tarnat an.

Erfolge, aber auch Kritik

Den Zukunftsvertrag schließt 96 nun mit demselben Personal ab. Es gab Erfolge wie die Beförderung einiger Spieler (Simon Stehle, Tim Walbrecht, Mick Gudra) in den Profikader. Es gab andererseits Kritik, weil die U19 in der Bundesliga nicht ganz oben mitspielt und die U23 gegen den Abstieg kämpfen musste. Tarnat müsse sich messen lassen an den Worten, die 96-Mannschaften in die Spitzen der Ligen zu führen – hieß es. Die Realität sieht anders aus. Im Wettrennen um die norddeutsche Spitze behielten Wolfsburg, RB Leipzig, der Hamburger SV und Werder Bremen den Vorsprung gegenüber Hannover.

Ab Montag holen die Spieler ihre Rückstände im Kleingruppentraining auf, Eltern haben keinen Zutritt, sie müssen allerdings eine Freiwilligenerklärung unterschreiben. Tarnat erwartet fast alle zurück: „Die Trainer sind heiß, und die Spieler sind es auch.“

Ob in Hannover geboren, als Talent verpflichtet oder Stammkraft im 96-Nachwuchs: Diese Talente schafften ihren Durchbruch nicht bei 96 und verdienen jetzt woanders mit dem Fußball ihr Geld.

Niko Gießelmann: Der linke Verteidiger wurde 1991 in Hannover geboren. Mit 15 Jahren wechselte er von der SC Langenhagen zu Hannover 96. Dort war er sechs Jahre aktiv, lief in der Reserve der Roten 74 Mal auf (15 Tore, 5 Vorlagen). Mit den Profis auf dem Feld zu stehen, war ihm nicht vergönnt. 2013 wechselte er zu Greuther Fürth, absolvierte 132 Spiele im Kleeblatt-Dress und ist aktuell Stammspieler beim Bundesligaaufsteiger Fortuna Düsseldorf.  Zur Galerie
Niko Gießelmann: Der linke Verteidiger wurde 1991 in Hannover geboren. Mit 15 Jahren wechselte er von der SC Langenhagen zu Hannover 96. Dort war er sechs Jahre aktiv, lief in der Reserve der "Roten" 74 Mal auf (15 Tore, 5 Vorlagen). Mit den Profis auf dem Feld zu stehen, war ihm nicht vergönnt. 2013 wechselte er zu Greuther Fürth, absolvierte 132 Spiele im "Kleeblatt"-Dress und ist aktuell Stammspieler beim Bundesligaaufsteiger Fortuna Düsseldorf.  ©

„Acht Wochen waren die Spieler raus“, sagt Tarnat. „Und man sagt bei Verletzungen, dass die Spieler genauso lange brauchen, bis sie ihr Niveau wieder erreicht haben.“ Das Corona-Jahr soll aber kein verlorenes gewesen sein. „Es liegt an uns, sie behutsam ans Training zu gewöhnen“, sagt Tarnat, „viel können wir ja nicht machen außer Passformen und Flugbälle.“

Im Fluge wird die alte Fitness der Talente nicht zurückkehren, schon gar nicht ohne Zweikämpfe. Spielformen mit direkten Duellen eins gegen eins bleiben verboten – noch. „Ich hoffe, dass sich das bald lockert, in Nordrhein-Westfalen wird schon darüber nachgedacht“, weiß der frühere Nationalspieler Tarnat.

"Einige kommen kompakter, breiter und stärker zurück"

Nach seiner Erfahrung können die Kinder und Jugendlichen in der Corona-Pause auch einen Sprung nach vorn machen. „Einige kommen kompakter, breiter und stärker zurück, ähnlich wie nach einer langen Sommerpause“, sagt Tarnat. Die 96-Trainer haben sich in der freien Zeit abgesprochen, wie es weitergeht. Dass es mit Tarnat, Dabrowski und Schmidt weitergeht, daran besteht wohl kein Zweifel mehr. „Dabro, Schmiddi und ich machen das, weil wir Spaß dran haben“, betont Tarnat. Für Hannovers begabte Fußballschüler ist erst mal wichtig, dass der Spaß heute endlich wieder losgeht.