18. Februar 2021 / 19:13 Uhr

Bei 96 muss weiter gespart werden: Kocak gefordert, Bleibe-Recht für Falette und Twumasi

Bei 96 muss weiter gespart werden: Kocak gefordert, Bleibe-Recht für Falette und Twumasi

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bauchlandung: Patrick Twumasi (rechts) spielt und trifft selten, ist aktuell verletzt.Simon Falette hat sich auch noch keinen Stammplatz erkämpft. 
Bauchlandung: Patrick Twumasi (rechts) spielt und trifft selten, ist aktuell verletzt.Simon Falette hat sich auch noch keinen Stammplatz erkämpft.  © imago images/HMB-Media
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Wenn nicht noch ein sportliches Wunder geschieht, wird 96 auch in der nächsten Saison in der 2. Liga spielen. Das war nicht der Plan – aber welcher Plan ging in den letzten Jahren schon auf? Es führt dennoch kein Weg daran vorbei, Konzepte für die neue Spielzeit zu entwerfen. „Wir sind dabei“, bestätigt 96-Chef Martin Kind. „Es stehen ja etliche Entscheidungen an.“

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Kinds erster Ansprechpartner ist dabei der Sportchef, er habe sich in letzter Zeit „intensiv ausgetauscht“ mit Gerhard Zuber. Der Chefplaner soll Vorschläge ma­chen, diese dann mit Trainer Kenan Kocak besprechen. Kind will sich dann aber nur mit Kandidaten beschäftigen, „wenn sie sich verständigt haben und die Namen zwischen beiden abgestimmt sind“. Das ist nun aber die erste Schwierigkeit. Im Januar hatte Kocak alle Vorschläge Zubers abgelehnt.

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Ist Kind sicher, dass Trainer und Sportchef auf eine Wellenlänge kommen? „Das werden wir sehen, wenn die Vorschläge auf den Tisch kommen.“ Es soll aber bereits Kandidaten für eine Verpflichtung geben.

Bilder vom Training von Hannover 96 (18. Februar)

Bilder vom Training von Hannover 96 (18. Februar) Zur Galerie
Bilder vom Training von Hannover 96 (18. Februar) © Florian Petrow

Abfindungen sollen kein Thema sein

Klar ist – es muss weiter gespart werden. So hat Timo Hübers, dessen Vertrag ausläuft, laut Kind „ein gutes und faires Angebot für die 2. Liga“ von 96 bekommen. Der 96-Chef will im Sommer auch nicht erneut hohe Abfindungen zahlen.

Vor dieser Saison musste 96 etwa 1,5 Millionen Euro überweisen, um Ron-Robert Zieler, Edgar Prib, Felipe und Marvin Bakalorz loszuwerden. Kind lehnt jedoch Gedankenspiele ab, auch Patrick Twumasi nach der Saison wieder wegzuschicken. „Wir können uns solche Entscheidungen nicht mehr leisten.“


Der Königstransfer ist dabei der größte Flop, aktuell wieder verletzt. 800.000 Euro Ablöse zahlte 96 für den Ghanaer. Treibende Kraft bei der Verpflichtung war Zuber, Kocak stimmte aber letztlich zu. „Das gehört zu ihrer Verantwortung, den Spieler zu entwickeln“, verlangt der 96-Chef. „Sie haben ihn haben wollen, jetzt müssen sie es auch schaffen, dass er das abruft. Sie müssen ihn fordern und fördern.“

Twumasi kein Unterschiedsspieler

Das klingt wie ein Befehl: Trainer und Sportchef sollen Twumasi hinbiegen. Der 26-Jährige war nach seiner Ankunft in Hannover monatelang nicht fit, erzielte nur drei Tore. Beim Derbysieg in Braunschweig (2:1) verletzte er sich, ist damit auch jetzt in der Sturmkrise keine Alternative. Als sogenannter Unterschiedsspieler gehört er aber zu den Topverdienern mit einem Monatsgehalt von etwa 70.000 Euro. Eine Abfindung wäre somit teuer, der Vertrag gilt bis Juni 2023. Ein Klub, der ihn verpflichten wollte und sogar Ablöse zahlen würde, ist nicht in Sicht.

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Twumasi soll bleiben, wie der ebenfalls als Qualitätsspieler hoch bezahlte Simon Falette. Kocaks ablösefrei aus Frankfurt verpflichteter Wunschverteidiger erfüllt noch nicht die Erwartungen – aber auch für ihn gilt Kinds Absage an Abfindungszahlungen. Falette hat seine Verletzung auskuriert, trainiert seit vergangener Woche wieder mit und wird am Freitag 29.

Bei Falette besteht eine größere Hoffnung als bei Twumasi, dass der 96-Plan noch aufgeht. Auch Kocak glaubt: „Simon wird noch wichtig für uns." Aber das hat er schon über jeden seiner Spieler gesagt.