24. Juli 2019 / 08:31 Uhr

Der Platzwart: Franke und Jung statt Frenkie de Jong – 96 spart 75 Millionen!

Der Platzwart: Franke und Jung statt Frenkie de Jong – 96 spart 75 Millionen!

Der Platzwart
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Marcel Franke und Sebastian Jung waren für 96 deutlich günstiger als Frenkie de Jong.
Marcel Franke und Sebastian Jung waren für 96 deutlich günstiger als Frenkie de Jong. © imago images /Nordphoto / Petrow / Getty
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Was war jetzt eigentlich mit dem Neuaufbau der Mannschaft bei Hannover 96? Der Platzwart analysiert die Mannschaftsteile: Von der Torhüterposition über die Abwehr und das Mittelfeld bis zum Angriff.

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Fahrstuhlmannschaft Hannover 96 möchte ihrem Ruf gerecht werden und startet am Freitag in der wie immer besten 2. Liga aller Zeiten das Projekt Wiederaufzug. Die Optimisten sagen: Ein Sieg in Stuttgart, und die Bundesliga ist so gut wie sicher.

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Die Pessimisten sagen: 40 Punkte bis zum Klassenerhalt. Die Realisten sagen: Drei Niederlagen bis zum nächsten Trainer. Gegen Holländer verlieren ist kein gutes Omen. Andererseits vertraut 96 seit Jahren auf holländische Graslieferanten. Zumindest im Stadion, wo Rammstein gezeigt hat: Ein bisschen Feuer kann nicht schaden. Und was war jetzt mit dem Neuaufbau der Mannschaft? Der Platzwart bilanziert von hinten nach vorn.

Torhüter:

Das Sommerprotokoll: Mai: Esser da, Weinkauf da, Tschauner weg. Anfang Juni: Esser noch da, Tschauner wieder da, Weinkauf weg. Ende Juni: Zieler wieder da, Esser darf weg, Tschauner bleibt da. Juli: Zieler Tor, Esser Bank, Tschauner Bull. Prognose August: Esser weg, Tschauner weg, Zieler Managerassistent. Im Tor: Sievers.

Abwehr:

Felipe hat seine Krankenakte mit einer Mandelentzündung aufgefüllt und plant, seine gesammelten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen unter dem Titel „Die Gelben Seiten“ auf der kommenden Frankfurter Buchmesse vorzustellen. Jetzt fehlen eigentlich nur noch Sonnenbrand, Gänsehaut und Knutschfleck, aber schon jetzt hat Hannover 96 ein Fe­li­pe-T-Shirt aufgelegt, um seine Krankenversicherung zu refinanzieren. Statt Frenkie de Jong hat Jan Schlaudraff Franke und Jung geholt. 75 Millionen gespart.

Um aber gerade in der Abwehr handlungsfähig zu sein, müssten alle Positionen vierfach besetzt werden. Hinten rechts ist 96 mittlerweile sorg-los, links versucht das 96-Labor, Miiko Albornoz und Matthias Ostrzolek zu Mattiiko Olbostrzoloz zu verschmelzen, einem beidfüßigen Deutsch-Chilopolen mit einem Prozent Körperfett, der Köttbullar aus der Dose isst und die Linie rauf- und runtermarschiert wie kein Zweiter.

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Mittelfeld:

Jan Schlaudraff hat um Marvin Bakalorz gekämpft. Er ist ihm sogar in den Urlaub hinterhergereist. Nach Mallorca. Fußballmanager – ein knallharter Job! Schlaudraff hat quasi nach dem letzten Strohhalm gegriffen, bevor der Urlaub Rum war. Was zählt: Bakalorz bleibt. Edgar Prib war in der Muckibude, wird aber trotzdem nicht Kapitän, weil die einzige Binde, die ihm noch passt, das Stirnband von Iver Fossum ist. Im Trainingslager ist Prib auf den Flügel ausgewichen. Florent Muslija hat dazu gesungen.

Schlaudraff bemüht sich auch um Walace und tut alles, damit der brasilianische Kurznationalspieler nicht gegen den SSV Jahn Regensburg kicken muss. Wa­lace will sich vorher ins Goldene Buch der Stadt eintragen, wegen seiner großen Verdienste in Hannover. Wenn sich jetzt noch ein Verein findet, der Geld oder Bitcoins oder hochwertige Naturalien für Wa­lace bezahlt, würde man ihn ziehen lassen. Platzwarttipp: Beim FC Arsenal könnte er mit dem Schweizer Xhaka das Sechserduo Wa­lace & Granit bilden.

Angriff:

Gut ist: Cedric Teuchert hat verletzungsfrei geheiratet. Nicht so gut ist: Gegen Groningen musste er nach elf Minuten ausgewechselt werden. Gut ist: In diesen elf Minuten hatte er drei Chancen. Nicht so gut ist: Er hat sie alle vergeigt. Gut ist: Mit Teuchert ist was los auf dem Platz. Nicht so gut ist: Mit Jo­na­thas ist nicht mal mehr was los auf dem Transfermarkt.

Komisch eigentlich: Warum will niemand einen 30-jährigen Brasilianer mit Millionengehalt, der in neun Minuten mit Gelb-Rot vom Platz fliegt, vier Minuten braucht, um einen Schuh zuzubinden, und sich sogar beim Verkauftwerden verletzt? Warum gibt es nicht mal in China, Katar und Indien einen Markt für so einen?

Wie auch immer, am Ende macht sowieso Preis-Leistungs-Sieger Henne Weydandt die Tore. Zwei gegen Stuttgart, das wäre mal ein Anfang.