17. November 2021 / 07:58 Uhr

Probleme über Probleme, doch Martin Kind versichert: "96 geht nicht kaputt"

Probleme über Probleme, doch Martin Kind versichert: "96 geht nicht kaputt"

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die leere HDI-Arena bereitet auch 96-Boss Martin Kind Sorgen.
Die leere HDI-Arena bereitet auch 96-Boss Martin Kind Sorgen. © Florian Petrow
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Sportlich läuft's nicht, dazu der Ärger um Robert Schäfer sowie maue Zuschauerzahlen - und jetzt drohen wegen der steigenden Infektionszahlen auch noch neue Auflagen. Probleme über Probleme, doch Boss Martin Kind verspricht: "96 geht nicht kaputt."

Als hätte 96 nicht schon genug Probleme. Sportlich steht am Freitag ein überaus wichtiges und richtungsweisendes Heimspiel gegen Paderborn an. Die Abstiegsplätze sind schon jetzt bedrohlich nah. Im Hintergrund gärt dazu der Streit um den Problemgeschäftsführer Robert Schäfer, der keine Chance hat, Nachfolger von 96-Chef Martin Kind zu werden.

Und dann ist da noch die ständige, aber wieder aufgelebte Bedrohung durch Corona. „Ich habe kein gutes Gefühl“, sagt Kind mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen und mögliche Folgen für 96. „Wir können nur abwarten, was die Politik an Regelungen festlegt und die Gesundheitsämter dann umsetzen.“

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Bei der Ministerpräsidentenkonferenz werden am Donnerstag Verschärfungen erwartet. Erste Konsequenz aber bereits bei 96: „Die Überlegungen zum Verkauf von Dauerkarten stellen wir ein“, sagt Kind. „Das macht keinen Sinn, wenn wir dann eventuell Rückerstattungen vornehmen müssten.“ 96 wollte eine Rückrunden-Dauerkarte einführen. Sie sollte ab dem Heimspiel gegen Werder Bremen (19. Dezember) gelten.

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„Den Tagesverkauf machen wir voll weiter“, erklärt Kind. „Wir wissen aber, dass wir mit neuen Auflagen rechnen müssen.“ Das könne „Kapazität, Mundschutz auf den Plätzen und die Einführung weiterer Kontrollen betreffen“, ahnt der 96-Chef.

Auch gegen Paderborn bleibt die Arena ziemlich leer

Noch dürfte das Stadion mit 49.000 Zuschauern komplett ausgelastet werden. Das bleibt jedoch ein Traum – das jahrelange sportliche Siechtum schlägt auf die Verkaufszahlen durch. Erst recht, wenn einmalige Chancen wie gegen Schalke nicht genutzt werden. Knapp 40.000 sahen da in der HDI-Arena eine harmlos chancenlose 96-Mannschaft.

Die Botschaft lautet: Die Fans wären ja bereit zu kommen, aber dazu müsste auch mal Leistung geliefert werden. Kind rechnet am Freitag gegen den Tabellendritten Paderborn nur mit knapp 10.000 Zuschauern. 7.500 Tagestickets sind bis Dienstag verkauft worden, dazu kommen die Dauerkartenbesitzer im Logen- und Business-Bereich.


Der Spielplan von Hannover 96 in der Saison 2021/22 in der 2. Bundesliga

Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. Zur Galerie
Der Spielplan von Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 2021/22 in der Galerie - vom 1. bis zum 34. Spieltag. ©

Es gilt bereits die 2-G-Regel – nur Geimpfte und Genesene dürfen ins Stadion. „Das hat mit den Kontrollen relativ sicher geklappt“, meint Kind. „Mir ist auch nicht bekannt, dass da etwas passiert wäre.“ Auch die Vorgabe 2-G-plus, also mit zusätzlich verpflichtendem Test, „würden wir hinbekommen“, meint Kind.

Anfang September hatte die Deutsche Fußball Liga eine erste Bilanz der Teilrückkehr von Zuschauern in die Stadien gezogen. Bei 73 Partien hatte es nur sechs positive Corona-Tests gegeben. „Wenn jetzt immer noch kommuniziert wird, dass Fußballspiele potenzielle Superspreader-Events sind und es gefährlich ist hinzugehen, das ist in der Zwischenzeit vorsätzlich falsch“, sagte DFL-Chef Christian Seifert da noch.

Kind rechnet "immer auch mit dem Worst Case"

Mittlerweile droht jedoch die Rückkehr zu Geisterspielen. Großveranstaltungen im Freien mögen unproblematischer als in Innenräumen sein. Aber An- und Abfahrt gelten als Problem.

Geplant hatte 96 für die Lizenz mit Erlaubnis der DFL mit einem Heimspielschnitt von 25.000. Die Rechnung liegt längst im Papierkorb. „Wir haben die Planung angepasst“, sagt Kind. „Ich rechne immer auch mit dem Worst Case.“ Verbunden ist damit ein weiterer Einnahmeverlust. Aber Kind verspricht: „96 geht nicht kaputt.“