22. März 2020 / 12:14 Uhr

96-Chef Martin Kind im Doppelpass: "Das ist wirtschaftlich der Tod"

96-Chef Martin Kind im Doppelpass: "Das ist wirtschaftlich der Tod"

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Martin Kind war im Doppelpass zugeschaltet.
Martin Kind war im "Doppelpass" zugeschaltet. © Kinsey / Sport1
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96-Fußballchef Martin Kind war am Sonntag via Liveschaltung zu Gast im "Doppelpass" auf Sport1. Dort äußerte er sich unter anderem zum weiteren Vorgehen aufgrund der Corona-Krise und den wirtschaftlichen Folgen für Hannover 96. Auch die 50+1-Regel war ein Thema.

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An Fußball ist derzeit nicht zu denken. Sowohl der Profi- als auch der Amateurfußball steht still. Für die Profiklubs in ganz Europa hat dies weitreichende Folgen. "Es fehlen TV-Gelder, Ticketeinnahmen und Geld von Sponsoren", sagte 96-Fußballchef Martin Kind im "Doppelpass" bei Sport 1. "Kein Verein wird in der Lage sein, eine seriöse Finanzierung sicherzustellen. Das ist wirtschaftlich der Tod", führte Kind weiter aus.

Trotzdem stellt Kind klar, dass die laufende Saison sicher bis zum 30. Juni finanziert werden kann. "Wir haben das durchgerechnet", erläuterte er. In diesen Berechnungen spielen alle Szenarien eine Rolle, so auch ein Abbruch der Saison. Wie es dann bei Hannover 96 aussehen würde, ließ Kind offen. Klar sei aber, dass bis auf wenige Klubs in Deutschland die meisten Vereine in finanzielle Not geraten würden.

Hannover 96 und die Ära Martin Kind. Ein Rückblick.

In einer dramatischen und turbulenten Mitgliederversammlung am 26. September 1997 im Wülfeler Biergarten übernahm der Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind von Utz Claassen (war mit Personenschützer gekommen) das Ruder bei 96 und führte den Verein (bis auf kurze Zeit, in der Götz von Fromberg die Ge­schi­cke von 96 leitete) durch Höhen und Tiefen. Erst in den letzten drei Jahren wurde es wieder richtig turbulent. Zur Galerie
In einer dramatischen und turbulenten Mitgliederversammlung am 26. September 1997 im Wülfeler Biergarten übernahm der Hörgeräte-Unternehmer Martin Kind von Utz Claassen (war mit Personenschützer gekommen) das Ruder bei 96 und führte den Verein (bis auf kurze Zeit, in der Götz von Fromberg die Ge­schi­cke von 96 leitete) durch Höhen und Tiefen. Erst in den letzten drei Jahren wurde es wieder richtig turbulent. ©

"Corona-Krise offenbart die aktuellen Schwächen"

In diesem Zusammenhang wurde auch das Thema Gehaltsobergrenze für Spieler besprochen. Kind sprach sich deutlich für ein Salary Cap, wie es zum Beispiel im amerikanischen Profisport üblich ist, in der Zukunft aus. "Das muss zumindest diskutiert werden."

Seriös diskutiert werden muss laut Kind in naher Zukunft auch wieder die 50+1-Regel, die er schon seit längerer Zeit versucht zu kippen. "Bundesligavereine sind Wirtschaftsunternehmen. Die Corona-Krise offenbart die aktuellen Schwächen", untermauerte er seine Meinung.

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"Was passiert, wenn ein Spieler sich erneut infiziert?"

Und wie geht es mit den Spielern von Hannover 96 nach der Quarantäne weiter? Am Donnerstag sind die zwei Wochen um. "Die Spieler werden noch einmal untersucht. Ich hoffe, dass dann alle negativ getestet werden. Dann können wir überlegen, was wir machen", sagte Kind. Für den 96-Profichef bleiben jedoch viele Fragen offen, die erst in der Zukunft beantwortet werden können: "Was passiert, wenn ein Spieler sich erneut infiziert?"

Erst einmal ist Martin Kind froh, "dass die DFL entschieden hat, die Saison zu Ende zu spielen". Wann das passieren soll, ist aber noch nicht absehbar. Vorerst ist der Spielbetrieb noch bis einschließlich 2. April eingestellt. Zwei Spieltage müssten in der 2. Bundesliga nachgeholt werden.

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