03. August 2020 / 09:49 Uhr

"Hätten ihn nicht verpflichten dürfen": 96-Boss Kind gibt Zieler keine Chance mehr

"Hätten ihn nicht verpflichten dürfen": 96-Boss Kind gibt Zieler keine Chance mehr

Jonas Szemkus und Christoph Dannowski
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Profichef Martin Kind sieht keine Chance mehr für Ron-Robert Zieler (eingeklinkt) bei den Roten.
96-Profichef Martin Kind sieht keine Chance mehr für Ron-Robert Zieler (eingeklinkt) bei den Roten. © Christian Behrens/imago images/Noah Wedel
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Martin Kind sieht keine Einsatzchance mehr für Torhüter Ron-Robert Zieler bei Hannover 96. Wenn er ihn frage, "empfehle ich einen Wechsel", so der 96-Profichef, der sogar noch einen Schritt weitergeht und den Verpflichtung des Weltmeisters von 2014 als einen Fehler bezeichnet.

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Die Profis von Hannover 96 sind zurück in der Belastung. Am Sonntag ging es zunächst noch auf die Tartanbahn für den obligatorischen Laktattest nach dem Sommerurlaub, um Fitness und Leistungslevel der Profis besser beurteilen zu können. Überraschende Gesichter waren nicht dabei, dafür gab es eine deutliche Ansage an Ron-Robert Zieler – erst nonverbal, dann von Martin Kind. Der Torwart hat keine Zukunft bei den Roten mehr.

„Wenn Zieler mich fragt, empfehle ich einen Wechsel. Bei uns wird er keine Chance mehr haben“, sagt der Profiboss. Und: „Wir hätten ihn gar nicht verpflichten dürfen damals.“ Der nächste Hammer in Zielers Demontage.

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Die zweite Liaison zwischen dem Torwart und der Wahlheimat ist praktisch beendet, bevor sie so richtig begonnen hat. Vor einem Jahr hatte der damalige 96-Sportdirektor Jan Schlaudraff den Torwart zurückgeholt, der einst mit 96 in Europa spielte.

"Deshalb ist alles fair gelaufen"

Zur Traumform von einst fand Zieler nicht zurück, das harte Urteil der neuen Entscheider: mehr als zehn Punkte habe der 31-Jährige durch Fehler verschuldet. Zieler hat noch für drei Jahre einen gültigen Vertrag (plus ein Jahr per Option), doch er wird ihn kaum erfüllen. Erklärte Nummer eins wird Rückkehrer Michael Esser (32) nach dessen Halbjahresengagement in Hoffenheim.

Die Situation klingt ziemlich aussichtslos für Zieler, er ist bei 96 aussortiert – aber da lief alles ohne Probleme, findet Kind: „Der Trainer hat Zieler gleich nach der Saison gesagt, dass er nicht mehr die Nummer eins im Tor sein wird. Deshalb ist alles fair gelaufen“, berichtet der Profiboss.

Die Bilder vom Laktattest bei Hannover 96

Die Spieler von Hannover 96 absolvieren den Laktattest. Zur Galerie
Die Spieler von Hannover 96 absolvieren den Laktattest. ©

Es gibt allerdings unterschiedliche Auffassungen, wie klar die Vorwarnung vor dem letzten Saisonspiel gegen Bochum tatsächlich war. Unstrittig: Zieler wurde gesagt, dass Kenan Kocak mit der Saisonleistung nicht zufrieden sei und über einen neuen Torwart zumindest nachdenke. Zieler soll gesagt haben, dass er einen Konkurrenzkampf nicht scheue – doch den wird es nicht geben.

Zeichen an Zieler beim Laktattest

Zieler soll 96 verlassen, sonst wird er wohl auf der Tribüne Platz nehmen müssen. Auch möglich, dass der 31-Jährige nicht bei den Profis mittrainieren darf. Cheftrainer Kocak soll anderen Streichkandidaten bereits mit der Versetzung in die Reserve gedroht haben. Ein Weltmeister in der Regionalliga? Undenkbar. Mal sehen, ob Zieler am Montag (15 Uhr, ohne Fans) beim Trainingsauftakt der Profis dabei sein wird.

Ein Zeichen gab es für Zieler schon beim Laktattest. Während die anderen drei 96-Torhüter in der zweiten, späteren Testgruppe im Erika-Fisch-Stadion neben der Arena liefen, war der aussortierte Zieler „allein“ in der frühen Vormittagsschicht eingeteilt worden. Mit anderen Profis, die Keeperkollegen bekam er auf der Laufbahn aber nicht zu Gesicht. Nur ein Zufall? Wohl kaum. Zieler nahm es immerhin mit einem Lächeln.