11. Juni 2020 / 18:49 Uhr

Nächster Corona-Ärger: Polizei erwischt fünf 96-Profis in einem Auto - ohne Masken

Nächster Corona-Ärger: Polizei erwischt fünf 96-Profis in einem Auto - ohne Masken

Jonas Szemkus und Andreas Willeke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fünf Profis (im Uhrzeigersinn: Sebastian Soto, Miiko Albornoz, Felipe, Josip Elez und Simon Stehle) von Hannover 96 wurden in einem Auto von der Polizei gestoppt. Sie wurden vom Training und vom Spiel in Darmstadt suspendiert, dürfen jetzt aber wieder mittrainiert.
Fünf Profis (im Uhrzeigersinn: Sebastian Soto, Miiko Albornoz, Felipe, Josip Elez und Simon Stehle) von Hannover 96 wurden in einem Auto von der Polizei gestoppt. Sie wurden vom Training und vom Spiel in Darmstadt suspendiert, dürfen jetzt aber wieder mittrainiert. © Florian Petrow/imago
Anzeige

Fünf Spieler standen nicht im Kader für das Zweitliga-Heimspiel von Hannover 96 gegen den 1. FC Heidenheim. Sie sahen den 2:1-Sieg ihrer Mannschaft gemeinsam im Courtyard-Hotel - und setzten sich anschließend ins Auto. Ebenfalls gemeinsam. Wenig später stoppte sie die Polizei. „Das war eine Unachtsamkeit, da die Spieler ja die Regeln genau kennen“, urteilt 96-Boss Martin Kind

Anzeige

Der nächste Corona-Ärger für Hannover 96, und wie unnötig ist der denn? Vergangenen Sonntag nach dem Sieg gegen Heidenheim (2:1) griff die Polizei gleich fünf 96-Profis auf – in einem Auto und ohne Mundschutz.

Es geht um Miiko Albornoz, Josip Elez, Spielerrat-Mitglied Felipe, dazu die Talente Simon Stehle und Sebastian Soto. Über die Coronasünder berichtete zuerst die Bild-Zeitung. 

Noch in Stadionnähe wird das Quintett von der Polizei gestoppt

Die fünf Profis hatten gegen Heidenheim nicht im 96-Kader gestanden. Wegen der Corona-Beschränkungen guckten sie das Spiel im Courtyard-Hotel am Maschsee im TV, statt direkt im Stadion. Danach ging es ab nach Hause – aber alle in einem Auto.

In einer Fünfer-WG wohnen Felipe und Co. allerdings nicht ... Noch in Stadionnähe wurden sie von der Polizei gestoppt.

Mehr vom SPORTBUZZER

„Das war eine Unachtsamkeit, da die Spieler ja die Regeln genau kennen“, urteilt 96-Boss Martin Kind. „Ich erwarte, dass die Vorschriften ab jetzt hundertprozentig eingehalten werden. Ansonsten müssen wir Entscheidungen treffen.“

Die Geldstrafe wegen einer Ordnungswidrigkeit (Verstoß gegen die Kontaktbeschränkungen) dürfte für die Profis finanziell zu verschmerzen sein. Doch die dumme Aktion hat auch intern Folgen.

Die Trainingsbilder von Hannover 96 von Mittwoch

Keeper Ron-Robert Zieler fliegt über eine Absperrung. Zur Galerie
Keeper Ron-Robert Zieler fliegt über eine Absperrung. ©

Der Klub informierte kurz nach dem Fall Gesundheitsamt und DFL, hat die fünf Corona-Sünder fürs erste aus dem Teamtraining genommen. Eine eigene, ordentliche Geldstrafe könnte folgen.

Aktion besonders bitter

Öffentlich relativiert 96 den dummen Fehltritt der Profis allerdings, auf der Klubhomepage ist nur von einem „unbedachten“ Verstoß die Rede.

Die unbedachte Aktion der 96-Profis ist aber besonders bitter, weil der deutsche Fußball eigentlich Vorreiter und besonders umsichtig bei den Corona-Hygieneregeln sein will. Alle Bundesliga-Profis werden mehrmals pro Woche getestet.

Und gerade 96 ist sensibilisiert fürs Thema: Mit Jannes Horn und Timo Hübers hatte der Klub die ersten positiven Covid-19-Fälle im Profifußball.

Mehr zu Hannover 96

Von der DFL droht den fünf 96-Profis aber wohl keine weitere Strafe. Und: Albornoz, Elez und Co. sind nach der Autoaktion bereits wieder negativ auf Corona getestet worden. Fällt auch der zweite Covid-19-Test am Samstag vorm Sonntagsspiel negativ aus, dürften das Auto-Quintett gegen Darmstadt eingesetzt werden.

Aber das dürfte nach so einer Aktion wohl nur theoretisch gelten. An der katastrophalen Außenwirkung der dummen Autoaktion ändert das ohnehin nichts ...