14. September 2020 / 07:47 Uhr

Dürfen bald 20.000 Fans ins Stadion von Hannover 96?

Dürfen bald 20.000 Fans ins Stadion von Hannover 96?

Carsten Bergmann und Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Bald wieder vor Fans: Zum letzten Mal waren am 2. März
beim 96-Sieg gegen Kiel Zuschauer in der HDI-Arena.
Bald wieder vor Fans: Zum letzten Mal waren am 2. März beim 96-Sieg gegen Kiel Zuschauer in der HDI-Arena. © Florian Petrow
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Erlebt Deutschland bald die große Fanrückkehr in die Stadien? Die Bundesländer diskutieren einheitliche Richtlinien, die es möglich machen sollen, 30 bis 40 Prozent an Auslastung in den Sportstätten zu gewähren. Dürfen bald also bis zu 20 000 Fans die Zweitligaspiele von Hannover 96 live erleben?

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96-Geschäftsführer Martin Kind sehnt eine einheitliche Lösung herbei – allein schon, „um die Wettbewerbsverzerrung zu verhindern.“ Das gilt ebenso für die weiteren Topteams aus Hannover, die noch deutlich intensiver vom Zuschauerzuspruch und den Ticketeinnahmen abhängig sind als die Fußballer.

Vorlage für Gesundheitsämter

Bei den Handball-Recken dürften dann 3000 bis 4000 in die ZAG-Arena oder 1200 bis 1600 Fans in die Swiss Life Hall. Auch für die Eishockey-Oberligisten Indians und Scorpions wären die Corona-Lockerungen überlebenswichtig. Wie das ZDF berichtet, sollen die Richtlinien den lokalen Gesundheitsbehörden als Vorlage dienen und auch für andere bundesweite Sportveranstaltungen gelten.

Bilder vom Training von Hannover 96 (13. September)

Torwarttrainer Rolf Moßmann gibt die Richtung vor. Zur Galerie
Torwarttrainer Rolf Moßmann gibt die Richtung vor. ©

Auf ein genaues Datum wollte sich die Arbeitsgemeinschaft der Staatskanzleienchefs nicht einigen. Am Dienstag diskutieren die Ministerpräsidenten über die Vorlage. Laut Medienberichten soll das Konzept deutlich vor Ende Oktober umgesetzt werden.

96 ist "handlungsfähig"

Gästefans sind demnach nicht zugelassen. Alkohol darf nicht ausgeschenkt werden. Für 96 wäre es kein Problem, die Kapazitäten mit entsprechendem Hygienekonzept sofort hochzufahren. Aktuell sind 500 Zuschauer zugelassen.

„Wir sind handlungsfähig“, sagt Kind, der Pläne für unterschiedlichste Zulassungskriterien in den Schubladen bereitliegen hat. Eine einheitliche Richtlinie sei ein „wichtiges Signal für die Gesellschaft“.

Auch die Recken der TSV Hannover-Burgdorf sind gut vorbereitet. Seit vielen Wochen stehen sie im engen Austausch mit den Behörden. „Die Gesprächskultur ist geprägt davon, dass die Situation es zulässt, dass deutlich mehr möglich ist als aktuell“, sagt Geschäftsführer Eike Korsen.

Beim Test am Samstag gegen Lübeck waren 500 Fans in der Swiss Life Hall dabei. "Das Hygiene- und Spielbetriebskonzept ist so weit ausgearbeitet, dass wir uns definitiv zutrauen, mehr als diese 500 Fans aufnehmen zu können“, betont Korsen. Grundsätzlich verfolgen die Recken ein Stufenkonzept bis zur Vollauslastung – wann auch immer der Zeitpunkt für eine volle Halle kommt.

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"Sollte versuchen, hier Möglichkeiten zu schaffen"

Unterstützung bekommt der Sport von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius: „Mit den richtigen Konzepten, immer abgestimmt mit den Gesundheitsämtern, sollte man versuchen, hier Möglichkeiten zu schaffen. Die Rahmenbedingungen sollten dabei grundsätzlich überall gleich sein.“

Eine prozentuale Regelung erachtet der Sportminister als „vernünftig“. Wichtig sei es, „den Vereinen eine Perspektive zu geben – etwas, woran sie arbeiten können, um wirtschaftlich wieder Fuß zu fassen“.