24. März 2021 / 07:28 Uhr

96-Stammtorhüter Esser zurück: Für Ersatzmann Hansen ist es "nicht so gut gelaufen"

96-Stammtorhüter Esser zurück: Für Ersatzmann Hansen ist es "nicht so gut gelaufen"

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Nummer eins steht weiterhin nur auf Trikot und Trainingsklamotten: Martin Hansen muss nach der Rückkehr von Michael Esser (eingeklinkt) wieder ins zweite Glied rücken.
Die Nummer eins steht weiterhin nur auf Trikot und Trainingsklamotten: Martin Hansen muss nach der Rückkehr von Michael Esser (eingeklinkt) wieder ins zweite Glied rücken. © Florian Petrow
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96-Trainer Kocak freut sich, dass Michael Esser nach seiner Quarantäne am Dienstag wieder ins Training eingestiegen ist. "Nicht so gelaufen" sei es indes für Ersatztorhüter Martin Hansen, der die Nummer eins gegen Würzburg und in Kiel vertreten sollte - doch dann musste das gesamte Team in Isolation.

Der Lautsprecher ist wieder da – und er funktioniert. „Gut Moussa, komm weiter!“ 96-Torwart Michael „Bruno“ Esser kehrte am Dienstag frisch aus der häuslichen Quarantäne zurück auf den Trainingsplatz. Egal, wie weit Stürmer Moussa Doumbouya vom Torwart entfernt war – er wird Esser gehört haben. Die Nummer eins ist wieder da. „Gott sei Dank, dass wir so einen Typen wieder dabei haben“, sagte Trainer Kenan Kocak. „Damit ist unser Torwartteam wieder komplett.“

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Nur einer kann nicht ganz so glücklich darüber sein. Martin Hansen, Esser Ersatz, hatte von Kocak eine Startelf-Garantie für das Spiel gegen Würzburg bekommen. Esser musste als Kontaktperson eins innerhalb seiner Familie in Quarantäne. Kurz vor dem Anpfiff gegen Würzburg musste dann auch die ganze Mannschaft zu Hause bleiben. Genki Haraguchi war, wie sich nachher herausstellte, wegen eines falschen positiven Tests aufgefallen. Der Fehler riss die komplette Mannschaft und die Trainer in die verordnete Kollektivquarantäne.

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Die Mannschaft trainiert seit Samstag wieder, am Dienstag kam Esser dazu. Kocak ließ keinen Zweifel daran, dass er seine Nummer eins auch spielen lässt, wenn sie fit ist. Und fit ist Esser zweifellos. Er trainierte, als sei er gar nicht weg gewesen. Die Sache sei natürlich „nicht so gut gelaufen für Martin, aber wir sind sehr zufrieden mit allen Torhütern“, sagte Kocak.

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Hansen hätte gleich zweimal gespielt

Esser, Hansen, Michael Ratajczak und Marlon Sündermann – in dieser Reihenfolge wird der 96-Trainer im nächsten Pflichtspiel die ersten beiden Torhüter nominieren. Auch Ratajczak wird nicht zum Kader gehören, wenn Esser wieder dabei ist.

Für Hansen ist das Quarantänechaos bei 96 besonders bitter. Der Däne hätte sogar zweimal sicher gespielt, erst gegen Würzburg, dann gegen Kiel. Beide Spiele mussten wegen positiver Corona-Fälle verlegt werden. Damit steht bei Hansen weiter die Null, aber nicht für null Gegentore, sondern für null Einsätze.

Dabei gehört Hansen, genau wie Esser, zu den besten Torhütern der Liga. Das bewies er bei seinem einzigen Einsatz für Hannover 96 am 28. Juni 2020 gegen Bochum (2:0). Wenn Esser in dieser Saison gegen Heidenheim und Regensburg fehlte, sprang der 38 Jahre alte Ratajczak ein.

Bilder vom Training von Hannover 96 (23. März)

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Bilder vom Training von Hannover 96 (23. März) ©

Der 30-Jährige kommt bei 96 nicht ins Laufen. Kurz nach seinen ersten Gehversuchen in Hannover riss das Syndesmoseband. Nach drei Monaten kehrte er zurück, verlängerte im Juni seinen Vertrag bis 2023 und verletzte sich kurz darauf an der Hand – zwölf Spieltage lang gehörte er nicht einmal zum Kader.

Er hat kein glückliches Händchen bei 96, obwohl er eine wichtige Rolle spielt. Hansen ist Kassenwart der Mannschaft, und ähnlich wie Esser, eher ein lauter Vertreter auf der Linie. Die Nummer eins und die Nummer zwei – ein Kommandofeuerwerk, gestern zum ersten Mal wieder in Stereo.